Ein Blick auf die Optionen der Trainer Jürgen Hahn und Marcel Bragula für das Bezirksliga-Gipfeltreffen SV Atlas gegen VfL Wildeshausen Taktische Tüfteleien vor dem Topspiel

Wenn sich im Gipfeltreffen der Fußball-Bezirksliga der SV Atlas Delmenhorst und der VfL Wildeshausen messen, treffen zwei nahezu gleich starke Mannschaften aufeinander. Viel hängt daher von der Taktik der beiden Trainer Jürgen Hahn und Marcel Bragula ab. Eine Analyse ihrer personellen Optionen.
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Taktische Tüfteleien vor dem Topspiel
Von Christoph Bähr

Wenn sich im Gipfeltreffen der Fußball-Bezirksliga der SV Atlas Delmenhorst und der VfL Wildeshausen messen, treffen zwei nahezu gleich starke Mannschaften aufeinander. Viel hängt daher von der Taktik der beiden Trainer Jürgen Hahn und Marcel Bragula ab. Eine Analyse ihrer personellen Optionen.

Marcel Bragula hat einen Matchplan für das Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga, daran lässt der Trainer des Tabellenzweiten VfL Wildeshausen keinen Zweifel. Verraten möchte er ihn natürlich nicht. Sein Gegenüber Jürgen Hahn will das übliche taktische Konzept nur ein wenig dem Gegner anpassen. „In erster Linie gucken wir auf uns“, betont der Coach des Spitzenreiters SV Atlas Delmenhorst. Klar, dass sich die beiden Taktiker Bragula und Hahn vor dem Gipfeltreffen am heutigen Sonnabend (14 Uhr) im Delmenhorster Stadion nicht in die Karten schauen lassen wollen. Dennoch lohnt ein Blick auf die Optionen der beiden Trainer.

Die Torhüter

Zwischen den Pfosten wird es keine Überraschungen geben

, denn sowohl der SV Atlas als auch Wildeshausen haben eine klare Nummer eins. David Lohmann und Sebastian Pundsack gehören zu den besten Bezirksliga-Torhütern. Sie sind beide zuverlässig und gut in Form.

SVA-Abwehr

gegen VfL-Angriff

An den beiden Innenverteidigern Florian Knipping und Hanno Hartmann führt in der A

tlas-Abwehr kein Weg vorbei. Sie sind die Garanten dafür, dass die Delmenhorster mit nur sieben Gegentoren über die beste Defensive der Liga verfügen. Schwerpunktmäßig zu tun bekommen es Knipping und Hartmann im Spitzenspiel mit nur einem Stoßstürmer, denn der VfL Wildeshausen spielt sehr selten mit zwei Angreifern. Für die Position ganz vorne bieten sich Majues Gebhardt-Bauer, Ole Lehm-kuhl und der erfahrene Kai Schmale an. Gut möglich ist aber auch, dass Bragula auf Sascha Görke als „falsche Neun“ setzt, wie er es schon einige Male getan hat. Der Mittelfeldspieler hält die Bälle und lässt sich zudem öfter zurückfallen, wodurch er die Atlas-Innenverteidiger aus dem Zentrum ziehen würde.

Dadurch könnten wiederum Räume entstehen für die zwei großen Trümpfe der mit 40 Treffern besten Offensive der Liga: die ebenso schnellen wie dribbelstarken Wildeshauser Außenspieler Maximilian Seidel und Janek Jacobs. Atlas-Coach Hahn dürfte wieder einmal den offensiven Liridon Stublla auf die Linksverteidigerposition zurückziehen, um einen sprintstarken Gegenpart für Seidel und Jacobs zu haben. Gegen den SV Tur Abdin funktionierte dieser Schachzug bereits, und Stublla machte Simon Matta das Leben schwer. Auf der rechten Seite verteidigen beim SVA in der Regel Philip Stephan oder Thomas Mutlu.

Das Mittelfeld

Hier entscheidet sich das Gipfeltreffen. Viel hängt im Zentrum davon ab, wer das Spiel an sich reißen kann: Atlas-Regisseur Musa Karli oder Wildeshausens Spielmacher Storven Bockhorn.

Um Letzteren dürfte sich im defensiven Mittelfeld der Delmenhorster vor allem Stefan Bruns kümmern, der in dieser Saison schon einige gegnerische Kreativspieler abgemeldet hat. An seiner Seite könnten Mutlu oder David Demir agieren. Wenn die Wildeshauser etwas defensiver auftreten, baut Trainer Bragula im Mittelfeld zumeist auf Matthias Ruhle. Der zweikampfstarke Abräumer könnte Karli Probleme bereiten.

Als Sechser gesetzt ist der laufstarke Jan Lehmkuhl, der aber offensiver als Ruhle denkt. Der große Vorteil für den SV Atlas: Selbst wenn Musa Karli aus dem Spiel genommen werden sollte, hat der SVA in Daniel von Seggern noch einen zweiten Akteur mit ähnlichen Spielmacherqualitäten.

VfL-Abwehr gegen SVA-Angriff

Wie die Wildeshauser spielen auch die Delmenhorster stets mit einem Stoßstürmer. Dominik Entelmann ist für diese Rolle prädestiniert. Der 14-Tore-Mann kann den Ball abschirmen, ist zweikampfstark und ei

skalt im Abschluss. Bragula würde sicherlich gerne seinen Abwehrchef Daniel Pasker gegen den Topstürmer aufbieten, doch der ist nach einer Verletzung noch nicht wieder fit genug. Also müssen sich wohl die Innenverteidiger Lennart Flege und Alexander Kupka der Mammutaufgabe annehmen, Entelmann auszuschalten. Ganz gelingen dürfte ihnen das kaum, denn selbst wenn man ihn lange Zeit nicht sieht, schlägt der Atlas-Torjäger plötzlich wie aus dem Nichts zu.

Als Rechtsverteidiger hat sich bei Wildeshausen durch zuletzt starke Leistungen der Routinier Kai Meyer unverzichtbar gemacht. Da Hahn wie Bragula in der Regel mit einer Flügelzange agiert, dürfte Meyer es mit einem klassischen Linksaußen zu tun bekommen. Auf den offensiven Außenpositionen ist der SV Atlas allerdings nicht so stark besetzt wie Wildeshausen. Wenn Stublla als Linksverteidiger gebraucht wird, wären die schnellen Kevin Radke und Stefan Kulikow weitere Optionen, um Meyer zu beschäftigen. Auf der rechten Seite spielte häufig André Brun-Tatje, der allerdings in den vergangenen Partien nur auf der Bank saß. Auch Bruns oder von Seggern könnten hier aushelfen. Es ist zu erwarten, dass viele Atlas-Angriffe über die linke Wildeshauser Abwehrseite kommen, denn dort hat Bragula seine Idealbesetzung noch nicht gefunden. Nachdem Jannik Wallner verletzt ausfiel, lief links meistens Tim Albus auf.

Das Fazit

Die Feststellung, dass beide Mannschaften fast durchweg

stark besetzt sind, überrascht angesichts der Tabellenkonstellation wenig. Der SV Atlas hat in der Offensive die Toptorschützen Entelmann und Karli als Pluspunkte. Solch überragende Individualisten fehlen bei Wildeshausen, dafür ist der VfL schwerer auszurechnen, weil sich die Tore auf viele Spieler verteilen.

Probleme könnte Atlas auf den Außenpositionen der Viererkette mit den flinken Seidel und Jacobs bekommen. Den Wildeshausern wiederum dürfte es trotz aller Bemühungen kaum gelingen, Entelmann und Karli ganz aus dem Spiel zu nehmen. Mit dem Heimvorteil im Rücken gehen die Delmenhorster somit als leichter Favorit in das Spitzenspiel.

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