Grün-Gold-Club Bremen Tanzen in der deutschen Spitze

Es war ein Triumph, den keiner so richtig auf der Rechnung hatte. Cseke und Dzumaev vom Bremer Grün-Gold-Club erreichten nach einer großartigen Vorstellung bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft auf Anhieb Platz vier.
22.03.2016, 00:00
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Tanzen in der deutschen Spitze
Von Ruth Gerbracht

Es war ein Triumph, den keiner so richtig auf der Rechnung hatte. Zsolt Sandor Cseke und Malika Dzumaev vom Bremer Grün-Gold-Club erreichten nach einer großartigen Vorstellung bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft in der S-Latein-Klasse auf Anhieb Platz vier.

"Wir hatten zwar ein wenig gehofft, dass die beiden vielleicht ins Finale kommen. Dass sie aber dann sogar Vierte der Meisterschaft werden, ist einfach sensationell“, erklärte Vereinspräsident Jens Steinmann. Auch die Akteure selbst zeigten sich angesichts ihres tollen Erfolgs ein wenig fassungslos. „Ich kann es noch gar nicht so richtig glauben“, meinte Malika Dzumaev selbst 24 Stunden später.

Die Leistungsdichte in der höchsten deutschen Lateinklasse sei momentan so eng, dass, wie Jens Steinmann erklärte, „eigentlich gar kein Platz war für unser Paar.“ Dass die Bremer sich dann am Ende doch ins Finale tanzten und dabei noch zwei Konkurrenten hinter sich ließen, war ausschließlich ihrer sensationellen Leistung geschuldet. „Die beiden waren so unglaublich präsent und hoch motiviert, da konnten die Wertungsrichter gar nicht vorbeischauen“, erklärte Jens Steinmann.

Weniger als ein Jahr Training

Nach einem etwas nervösen Start in der Vorrunde steigerten sich Zsolt Sandor Cseke und Malika Dzumaev von Runde zu Runde und tanzten im Finale schließlich befreit auf. Der Druck war komplett weg. Beide demonstrierten sodann ihre tänzerische Klasse mit einer exzellenten Ausstrahlung. Somit rückte Bremens bestes Lateinpaar zur deutschen Spitzenklasse auf. Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, als Zsolt Sandor Cseke und Malika Dzumaev erst seit Mitte vergangenen Jahres zusammentanzen. Malika Dzumaev war zuvor bereits erfolgreich mit Jan Dvoracek – die beiden konnten bei der deutschen Meisterschaft vor zwei Jahren so gar Bronze gewinnen. Nach ihrer Trennung war es jedoch nicht einfach, einen adäquaten Partner für die außergewöhnliche Tänzerin des Grün-Gold-Clubs zu finden.

Als Trainer Roberto Albanese im vergangenen Jahr zu einem Trainerlehrgang nach Rumänien flog, traf er dort den gebürtigen Ungar Zsolt Sandor Cseke. Der mittlerweile 28-Jährige war zwischenzeitlich mit seiner ehemaligen rumänischen Partnerin immerhin auf Platz 24 der Weltrangliste vorgerückt. Cseke aber wollte mit dem Tanzsport aufhören, ließ sich dann aber doch vom Bremer Coach zu einem Treffen mit Malika Dzumaev überreden. „Das passte sofort“, erzählt Jens Steinmann. Dass die beiden jedoch bereits nach weniger als einem Jahr Training einen Platz unter den besten deutschen vier Lateinpaaren erobern würden, war am Ende für alle Beteiligten ein ganz besonderes Highlight.

Fünf Paare im Rennen

Insgesamt fünf Paare hatte der Bremer Grün-Gold-Club ins Rennen der 65 Teilnehmer geschickt. Davon erreichten allein vier das Viertelfinale mit 25 Konkurrenten. Für René Libera und Viktoria Murschel sowie Jonas Ruzgaitis und Kristina Kretz war dort Schluss, sie kamen gemeinsam auf den 16. bis 18. Platz.

Einen Riesenerfolg feierten die frischgebackenen Deutschen Jugendmeister Latein des Grün-Gold-Clubs, Daniel Dingis und Natalia Velikina. Nachdem die beiden sich vor zwei Wochen in Berlin den deutschen Titel geholt hatten, wollten sie ihr Können auch in der Hauptgruppe demonstrieren. Auf Anhieb schafften es Daniel Dingis und Natalia Velikina ins Halbfinale der S-Latein-Titelkämpfe. „Wir sind überglücklich und super stolz auf das Ergebnis“, meinten die Juniorenmeister nach dem Turnier in Wetzlar. Eine Ruhepause gibt es für Daniel Dingis und Natalia Velikina aber nicht. Am Wochenende starten sie erstmals bei einer Europameisterschaft, die im spanischen Cambrils ausgetragen wird.

Ergebnisse DM-S-Latein

1. Balan/Moshenska, SW-Club Pforzheim 5 Pkt.

2. Imametdinov/Bezzubova, SW-Club Pforzheim 10

3. Balandin/ Salita, TTC RW-Silber Bochum 15

4. Cseke/Dzumaev, Grün-Gold-Club Bremen 22,5

5. Stepanov/Rybina, SW-Club Pforzheim 22,5

6. Vinokurov/ Luft, Schwarz-Rot-Club Wetzlar 30

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