Tennis Überwiegend Zustimmung

Zwei Lesumer Tennis-Kapitäne zeigen sich sogar erleichtert über die Saisonabsage im Altersklassenbereich
10.02.2021, 15:46
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Bremen-Nord. Auf eine überwiegende Zustimmung aber keine uneingeschränkte Einigkeit stößt die Entscheidung des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen, die Punktspiele für den Winter im Altersklassenbereich abzusetzen, bei den Nordbremer Vereinen beziehungsweise beim TV Schwanewede. Die Damen und Herren wollen hingegen am 20. und 21. Februar endlich in die Hallensaison starten, aber ohne Doppel und ohne Auf- und Absteiger.

„Unterschiedliche Behandlungen finde ich immer schwierig, natürlich auch aufgrund des Alters. Daher fand ich diese Maßnahme sehr schade“, erklärt der Vorsitzende der Schwaneweder Tennis-Abteilung, Dennis Bokelmann. Die Gründe, die der Verband genannt habe, seien für den Kapitän der TVS-Herren-30-Formation in der Verbandsliga noch nicht komplett plausibel. „Klar lieben wir die Geselligkeit nach dem Punktspiel. Aber davon hatten wir uns für die Wintersaison sowieso schon verabschiedet, genauso wie von den Doppeln“, gibt Bokelmann zu bedenken. Ob die Kapazitäten der Hallen ausreichen würden, hätte jeder Verein aus seiner Sicht auch für sich prüfen können.

„Wir hätten jedenfalls alle Heimspiele gestemmt bekommen“, versichert Dennis Bokelmann. Und natürlich komme man bei den Altersklassen auch eher in den Bereich der Corona-Risikogruppen. „Aber ob man das Risiko eingehen möchte, kann ja durchaus auch jede Mannschaft und jeder Spieler für sich entscheiden“, so Bokelmann.

Aber was ihn am meisten geärgert habe, sei die Tatsache, dass nach Anführung der Absagegründe direkt im nächsten Satz die Hoffnung des Verbandes geäußert worden sei, dass es im Frühjahr noch einige Turniere für Altersklassen geben werde. „Die Absage von Punktspielen und das In-Aussicht-Stellen von Turnieren widerspricht sich aus meiner Sicht. Bei einem Turnier würde man sicherlich auf mehr andere Spieler treffen als bei einem Punktspiel, wenn man das Ganze unter dem Infektionsschutz beleuchtet“, lässt Dennis Bokelmann wissen.

Wenn man dann noch bedenke, dass die Mannschafts-Meldegebühren nicht erstattet werden und der Verband bei Turnieren, die Vereine veranstalten würden, aber ja auch noch mitverdient, dann bekomme das Ganze schon einen faden Beigeschmack. „Von daher bin ich auf jeden Fall enttäuscht. Aber es ist jetzt nicht mehr zu ändern. Und für uns steht über allem, dass wir überhaupt zu zweit Tennis spielen dürfen. Dafür sind wir nach wie vor unendlich dankbar“, betont Bokelmann. Die tiefe Dankbarkeit darüber, seinen Sport nach wie vor ausüben zu dürfen, spürt auch Volker Sarstedt vom TSV Lesum-Burgdamm. „Ich empfinde es sogar als absolutes Privileg“, verrät der Mannschaftsführer der Herren-50-Formation in der Bezirksklasse. Er wolle deshalb auch lieber den kleinen Finger behalten, als nach der ganzen Hand, sprich nach Punktspielen, zu greifen.

„Die Zeit wäre auch langsam knapp geworden. Wir bereiten uns deshalb nun auf den Sommer vor“, berichtet der 52-Jährige. Dieser halte die Entscheidung des Tennisverbandes auch für richtig. „Die Entscheidung ist sachgerecht. Darüber herrscht in meiner Mannschaft auch nahezu Konsens“, versichert Sarstedt. Zum TSV-Aufgebot gehören auch vier Spieler, die die 60-Jahre-Marke bereits überschritten haben. Doppel-Spezialist Gerhard Gilbert ist sogar bereits 74 Jahre alt.

„Um Risikogruppen zu schützen, finde ich die Entscheidung deshalb völlig in Ordnung“, sagt Volker Sarstedt. Und noch wisse niemand so genau, welche Auswirkungen die Virus-Mutationen auf die Corona-Pandemie haben werden. Seine Mannschaft wolle auf jeden Fall nicht zur Verbreitung des Virus durch Punktspiele beitragen. „Dennoch hätten wir gerne alle gespielt“, so der 52-Jährige. Trotzdem habe seine Mannschaft es sogar als Erleichterung empfunden, dass ihr der Verband die Entscheidung abgenommen habe.

Dies gilt auch für die Herren 40 des TSV Lesum-Burgdamm in der Verbandsklasse. „Wir hatten schon vorher die Diskussion innerhalb der Mannschaft, ob wir überhaupt an den Punktspielen teilnehmen wollen und standen dabei kurz davor, uns freiwillig zurückzuziehen“, teilt TSV-Kapitän Peter Fischer mit. Deshalb sei er auch nicht besonders traurig über die Saisonabsage für den Altersklassenbereich.

„Die An- und Abreise zu den Punktspielen wäre ansonsten schon sehr kompliziert geworden. Auch vor Ort in der Halle hätte es Komplikationen gegeben. Deshalb ist es schon besser so, dass die Punktspiele nicht stattfinden“, urteilt der 54-Jährige, der sich gerne auch für das Herren-50-Team des Klubs angemeldet hätte. Doch die vier erstplatzierten Akteure einer Mannschaft aus der Verbandsklasse und aufwärts dürfen nicht für eine weitere Formation mehr nennen. „Jetzt setzen wir auf die Sommersaison. Bereits in der vergangenen Freiluft-Saison haben wir in einer abgespeckten Form daran teilgenommen“, lässt Peter Fischer wissen. An der frischen Luft herrschten noch andere Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Pandemie. „Deshalb war die Entscheidung des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen auch eine gute Lösung“, befindet Fischer. Auch der Mannschaftsführer von Lesums Herren-30-Formation in der Bezirksklasse, Olaf Janßen, bringt Verständnis für die Entscheidung des Verbandes auf.

„Acht verschiedene Haushalte zusammen in einer Räumlichkeit werden wir in der Corona-Pandemie so schnell ohnehin nicht mehr erleben“, prophezeit der 30-Jährige. Dieser setzte aber ebenfalls große Hoffnungen in die kommende Sommerserie. „Einen Einfluss auf die Entscheidungen des Verbandes haben wir aber ohnehin nicht“, urteilt Janßen. Andere Altersklassenteams wie die Herren-40-Formation des Beckedorfer TC in der Landesliga oder die Herren-40-Mannschaft des TV Grohn in der Verbandsklasse sowie das Grohner Herren-55-Team in der Oberliga hatten sich schon vorher von sich aus vom Punktspielbetrieb im Winter verabschiedet.

Dem haben sich auch irgendwann die Beckedorfer Damen in der Verbandsklasse sowie das zweite Herrenteam des BTC in der Bezirksklasse angeschlossen. Die erste BTC-Formation gastiert hingegen am 21. Februar zum Auftakt in der Verbandsliga beim TC Grün-Weiß Rotenburg II.

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