Tennis

Der Tennissport legt vor

Einen Sommer ohne Punktspiele wird es im Tennis nicht geben. Etwas anders als gewohnt wird die Saison dennoch vonstatten gehen.
25.05.2020, 17:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Christine Leska-Ottensmann
Der Tennissport legt vor

Die Tennisspieler dürfen Punktspiele bestreiten, so auch Björn Linke und der FTSV Jahn Brinkum. Gut möglich aber, dass die Herren-30-Mannschaft zurückzieht.

Jonas Kako

Syke. Im Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) wird es auch im Sommer Punktspiele für Damen, Herren, Altersklassen und Jugend geben. Dies habe das Präsidium mit dem Verbandsbeirat und unter Einbeziehung der Sportwarte der zwölf Regionen im TNB einstimmig beschlossen, betonte der Verband auf seiner Homepage. Zudem wurde ein Fünf-Punkte-Plan zur Durchführung der Punktspiele kommuniziert. Damit ist Tennis auf Amateurebene die erste Sportart, die trotz der Corona-Krise mit dem Ligabetrieb startet.

Am Sonntagabend bestand die Möglichkeit, im Facebook-Livestream über das Format „Vereine im Dialog online“ Fragen an den Präsidenten Raik Packeiser, den Vizepräsidenten Wettkampfsport Jörg Kutkowski und Geschäftsführer Michael Wenkel zu stellen. „Wir haben uns diese Entscheidung natürlich nicht leicht gemacht. Wir haben wirklich alle Optionen geprüft, alle Möglichkeiten und Varianten durchgecheckt, auf die unterschiedlichsten Kriterien überprüft – auf gesundheitliche, wirtschaftliche, sportpolitische, juristische und organisatorische. Wir sind der Auffassung, dass dieses Vorgehen, das wir jetzt entwickelt haben, das fairste und beste ist und alle gut damit leben können“, betonte Packeiser. „Wir wissen, dass wir keine Entscheidung treffen konnten, mit der alle 140 000 Tennisspielerinnen und Tennisspieler aus Niedersachsen und Bremen zu 100 Prozent einverstanden sind. Aber wir glauben, dass das, was wir entwickelt haben, wirklich für alle gut ist, den Herausforderungen gerecht wird und für einen guten und seriösen Punktspielbetrieb umsetzbar ist.“

Für diese Sommersaison sind 6500 Mannschaften im TNB gemeldet. Für sie gilt folgender Fünf-Punkte-Plan:

1. Die Punktspielserie 2020 wird als Übergangssaison gewertet. Es wird keine Auf- und Absteiger geben. Nur wenn im Sommer 2021 in der nächsthöheren Spielklasse ein Staffelplatz frei ist und die geographischen Umstände passen, ist ein Aufstieg möglich. Die erspielten Ergebnisse werden aber uneingeschränkt für die Ranglisten und Leistungsklassen gewertet.

2. Mannschaften können sich bis zum 1. Juni ohne Ordnungsgeld vom Punktspielbetrieb abmelden. Wenn eine Mannschaft nach dem 1. Juni zurückzieht, werden 50 Prozent des regulär festgelegten Ordnungsgeldes erhoben. Die Mannschaften behalten auch bei einem Rückzug ihren Platz in der aktuellen Spielklasse. Die Höhe der Mannschaftsmeldegebühren bleibt zu 100 Prozent bestehen. Das Ziel ist, die derzeitigen Staffeln und den Spielplan zu erhalten. Anpassungen erfolgen, wenn in einer Staffel weniger als vier Mannschaften starten.

3. Für die Doppel wird eine Situationsanalyse bis spätestens zum 7. Juni durchgeführt. Dann wird final entschieden, ob mit oder ohne Doppel in die Saison gestartet wird. Nach derzeitigem Stand werden die Punktspiele voraussichtlich ohne Doppel gespielt. Sollte im Laufe der Saison die Abstandsregel geändert oder aufgehoben werden, werden Doppel in Abstimmung mit den Sportwarten der Regionen und durch Beschluss des Präsidiums zugelassen.

4. Namentliche Nachmeldungen sind bis zum 5. Juni möglich (Das betrifft zum Beispiel Spieler und Spielerinnen, deren Team zurückgezogen wird. Sie können dann in einer anderen Mannschaft ihres Vereins spielen.). Ein Lizenzwechsel (Spielen für einen anderen Verein) ist dagegen nicht möglich.

5. Zudem betonte Raik Packeiser, dass im Laufe dieser Woche ein spezielles Hygienekonzept ausgearbeitet werde, welches vor Ort eingehalten werden muss. Der TNB werde es laufend an die Vorgaben der Landesregierung anpassen und an die Vereine kommunizieren. Auch die Wettspielordnung wird partiell angepasst, um eine ordnungsgemäße Durchführung der Übergangssaison unter den im Fünf-Punkte-Plan genannten Kriterien zu gewährleisten.

Mit dem Plan ist beispielsweise Andreas Möhring, Abteilungsleiter Tennis im FTSV Jahn Brinkum, zufrieden. „Ich finde die Regelungen gut. Unter den gegebenen Voraussetzungen ist das die perfekte Lösung“, sagt er. Aus seinem Verein werden dennoch viele Mannschaften zurückziehen. „Ich habe für jeden Verständnis. Für die Spieler, die spielen wollen, werden wir auch eine Lösung finden“, betont er.

In der Regional- und der Nordliga gibt es eine andere Regelung: Die Vereine haben nur noch bis zu diesem Dienstagabend Zeit, Mannschaften zurückzuziehen. In diesem Fall müssen sie kein Ordnungsgeld entrichten. Die zurückgezogene Mannschaft steigt nicht ab. Alle Teams, die ab dem 27. Mai zurückgezogen werden, dagegen schon. Weitere Absteiger wird es dann nicht geben. In den Regionalligen der Damen, Herren und Herren 30 erhalten die Gruppensieger das Recht auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Gruppensieger der Nordligen haben darüber hinaus das Recht, gegen den Vertreter der Ostliga ein Relegationsspiel zum Aufstieg in die Regionalliga zu bestreiten.

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