Tennis Tennis-Vater Federer im Finale gegen Murray

Melbourne. Mit erdrückender Dominanz hat Roger Federer die Finalträume von Jo-Wilfried Tsonga zerstört und ist bei den Australian Open in sein 22. Grand-Slam-Finale gestürmt.
29.01.2010, 12:20
Lesedauer: 2 Min
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Melbourne. Mit erdrückender Dominanz hat Roger Federer die Finalträume von Jo-Wilfried Tsonga zerstört und ist bei den Australian Open in sein 22. Grand-Slam-Finale gestürmt.

Ohne Gnade fertigte der Rekord-Champion aus der Schweiz den bedauernswerten Franzosen ab, der nach den beiden ersten Fünfsatz- Matches seiner Karriere mit den Kräften am Ende war. 6:2, 6:3, 6:2 waren in Melbourne nach 88 Minuten die nüchternen Zahlen, die unvollkommen ausdrücken, wie überlegen der 15-malige Grand-Slam-Triumphator gegen den Finalisten von 2008 war.

«So zu gewinnen, ist besonders schön», sagte Federer. Souverän machte er das, was nötig war und gestattete seinem Gegenüber nicht den Hauch einer Chance. Kaum eine knifflige Situation hatte der Eidgenosse zu überstehen, der seine Rekordjagd ohne ersichtliche Schweißausbrüche überstand. «Wenn man den ersten Satz gewonnen hat, ist das schon ein Bonus in solch einem wichtigen Match», meinte er.

Im Endspiel freilich dürfte Federer ein anderes Kaliber gegenüber stehen. Andy Murray ist wie er in bestechender Form und hat auf dem Weg in sein zweites Major-Finale nur einen Satz abgegeben. Wie vor zwei Jahren in Flushing Meadows treffen sich die beiden wieder in einem großen Finale. Damals machte der Weltranglisten-Erste in drei klaren Sätzen kurzen Prozess - wie am Freitag mit Tsonga.

Doch Federer ist gewarnt, denn der 22-jährige Murray hat von zehn Vergleichen sechs gewonnen - die letzten beiden allerdings verloren. «Andy ist ein armer Kerl», sagte Federer im Sieger-Interview auf dem Center Court der Rod-Laver-Arena, und die 15 000 Zuschauer hatten weiter allen Grund zum Lachen. «Die Briten warten seit 150 000 Jahren auf einen Grand-Slam-Titel. Und immer erwarten sie ihn von Andy.»

Jung-Vater Federer hatte Lust zum Plaudern nach dem einseitigen Spiel und erzählte: «Hartes Training, so wie Lendl? Nein, das ist nichts für mich. Ich liege auf der Couch und achte auf die Kinder.» Seine Zwillingstöchter halten den «Majestro» in Atem, aber sie helfen ihm offensichtlich auch, seinem Beruf noch konzentrierter nachzugehen. Während andere Spieler stundenlang chatten oder vor ihren Konsolen sitzen und Spiele spielen, spielt Federer mit seinen sechsmonatigen Mädchen und wechselt Windeln. Als erster Vater nach Graf-Ehemann Andre Agassi 2003 kann er die Australian Open gewinnen.

«Alles, was ich tue, ist, auf die Kinder aufzupassen», scherzte Federer. Die Rekorde purzeln dennoch. Das Match gegen Tsonga war bereits sein 23. Grand-Slam-Halbfinale - ohne Unterbrechung. Eine beeindruckende Leistung, die in Wimbledon 2004 begann. Seither hat Federer nicht nur kein Grand Slam verpasst, sondern sogar immer wenigstens die Runde der besten Vier erreicht. Mehr als zehn Semifinal-Teilnahmen am Stück hat kein anderer Profi geschafft. (dpa)

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