Stühlerücken sondergleichen beim ATSV Thomas Brüns coacht die Oberligatruppe

Scharmbeckstotel. Der Rücktritt von Coach Wilfried Schnaars, Co-Trainer Michael Petri und Manager Gero Hawranke hatte den ATSV Scharmbeckstotel in schwere Turbulenzen versetzt. Doch jetzt steht ein neuer Kapitän auf der Kommandobrücke.
01.10.2010, 09:00
Lesedauer: 2 Min
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Thomas Brüns coacht die Oberligatruppe
Von Werner Maaß

Scharmbeckstotel. Der Rücktritt von Coach Wilfried Schnaars, Co-Trainer Michael Petri und Manager Gero Hawranke hatte den ATSV Scharmbeckstotel in schwere Turbulenzen versetzt. Doch jetzt steht ein neuer Kapitän auf der Kommandobrücke: Der Trainer der zweiten Frauen-Mannschaft, Thomas Brüns, rückt eine Etage hoch und übernimmt den strauchelnden Fußball-Oberligisten.

Thomas Brüns war sicherlich die wichtigste Personalie, doch es gab in den vergangenen Tagen noch zahlreiche weitere Neu- und Umbesetzungen, nachdem der Verein vor rund sechs Wochen durch die Demission der nahezu kompletten Führungsriege schwer erschüttert worden war. Thomas Brüns nimmt mit Sven Durlach gleich seinen Co-Trainer aus der ATSV-Landesligatruppe mit hoch in die Oberliga. Als neue Manager fungieren Heiko Grotheer sowie Günter Müller, der zuletzt für die ATSV-Herren und davor viele Jahre als Manager beim SV Blau-Weiß Bornreihe tätig war. Bleibt noch der freie Trainerposten in der zweiten Frauenmannschaft: Dieter Schindler wird Nachfolger von Thomas Brüns. Schindler war vor zwei Jahren Manager beim ATSV II, Schindler kennt sich in der Szene bestens aus. Derweil wurde Stefan Schellhase beim ATSV II vom Torwart- zum Co-Trainer befördert.

Kaum ein Stein steht noch auf dem anderen, kaum ein Trainer oder Funktionär hat bei diesem beispiellosen Verschiebebahnhof im ATSV seinen ursprünglich angestammten Posten behalten. Genau genommen ist es nur Bianca Meyer, die Co-Trainerin in der Ersten war, ist und bleibt.

Oberstes Ziel der neuen Führungsmannschaft ist nun: Es muss schleunigst wieder Ruhe einkehren nach den turbulenten Wochen. Der Schnitt erfolgt am Sonntag nach den beiden Heimspielen der Zweiten gegen den MTV Barum (13 Uhr) sowie der Ersten im Pokal gegen Ahlerstedt (15 Uhr). Brüns wird am Sonntag noch den ATSV II coachen, für die Erste zeichnet letztmalig Kapitän Stefanie Raudisch verantwortlich, ehe sie sich wieder ganz auf ihr Engagement als Spielerin konzentrieren kann.

Thomas Brüns gab einen Einblick, wie schwer sich der Verein und er selbst mit seiner Beförderung zum Oberligacoach getan hatten. 'Ich stand schließlich bei der zweiten Damen im Wort. Wir mussten zunächst für die Mannschaft einen Nachfolger finden, das war die Grundvoraussetzung, dass ich die Erste übernehme', sagte Brüns, der auf 'sechs tolle Jahre bei der Zweiten' zurückblickt. Brüns wurde mit dem Team dreimal Meister und schaffte den Durchmarsch von der Kreisklasse bis in die Landesliga. Für die Saison 2011/2012 hatte Brüns einen Wechsel als Coach in den Herrenbereich ins Auge gefasst. Doch das ist nach der Übernahme des Trainerpostens in der Frauen-Oberligatruppe derzeit kein Thema mehr. 'Mein Vorgänger Wilfried Schnaars hat 16 Jahre lang beim ATSV ganz ausgezeichnete Arbeit geleistet. Es ist für mich eine Herausforderung, diese Arbeit fortzusetzen', sagte der 44 Jahre alte Inhaber einer Zeitarbeitsfirma.

Nun gilt es, das Leck geschlagene Oberligaschiff wieder flott zu kriegen. So ganz einfach dürfte das nicht werden, die personellen Probleme sind immens. Vor allem das abrupte Karriereende der Top-Torjägerin Janina Gawehn (siehe untenstehender Bericht) trifft den ATSV bis ins Mark. Der mit nur 17 Spielerinnen ohnehin äußerst knapp bemessene Oberligakader ist durch das Ausscheiden von Janina Gawehn sowie den längeren Ausfall von Marie-Luise Hannemann auf 15 Spielerinnen geschrumpft - inklusive zweier Torfrauen. Brüns zieht Jasmin Kandziora somit hoch in den Kader der Ersten. 'Mehr Verschiebungen sind derzeit nicht geplant. Die Mannschaften bleiben so wie sie sind. Bis nach der Saison', sagte Brüns.

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