Asendorf Tipps von den Großen der Zunft

Asendorf. Sie hätte nur allzu leicht weiche Knie kriegen können. Schließlich stand Julia Schanz nicht irgendwelchen Tanzsportgrößen gegenüber, sondern den Weltmeistertrainern Horst Beer und Roberto Albanese. Doch die 24-Jährige blieb ganz locker.
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Tipps von den Großen der Zunft
Von Malte Bürger

Asendorf. Sie hätte nur allzu leicht weiche Knie kriegen können. Schließlich stand Julia Schanz nicht irgendwelchen Tanzsportgrößen gegenüber, sondern den Weltmeistertrainern Horst Beer und Roberto Albanese. Doch die 24-Jährige blieb ganz locker. "Ich kannte die beiden bereits von einigen Turnieren und wusste, dass sie ganz nett sind." Und mit diesem Wissen war die Ausbildung zur C-Lizenz-Trainerin unter den fachkundigen Augen der Experten kein Nervenspiel. Auch sonst erfüllte Julia Schanz die Vorgaben mit Bravour, bestand die Prüfungen und hatte die Lizenz in der Tasche. Ein Umstand, von dem auch die Formationstänzer der Landjugend Asendorf profitieren, wo Schanz künftig das Trainerteam verstärkt.

Die gebürtige Russin blickt trotz ihres noch recht jungen Alters bereits auf jede Menge Erfahrung zurück. Mit sechs Jahren begab sie sich in ihrer Heimat erstmals aufs Parkett - und zwar mit so viel Begeisterung und Leidenschaft, dass sie später in der höchsten russischen Liga als Formationstänzerin im Einsatz war. "Es ist sehr wichtig richtig früh anzufangen, wenn man hochklassig tanzen möchte", erzählt sie. Ein Aspekt, den sie auch immer bei ihrer Arbeit als Trainerin für Kindertanz vermittelt hat. "Allerdings fehlen häufig die Jungen, die wollen lieber Fußballspielen. Das ist sehr schade."

Vor drei Jahren verschlug es Julia Schanz dann nach Bremen, um ihr Germanistik- und Pädagogik-Studium fortzusetzen. Und neben ihrer Liebe zum Tanzen traf sie so mit Stephan Schanz eine weitere Liebe - ihren heutigen Ehemann. Dieser kümmert sich seit diesem Jahr um die Geschicke der Asendorfer. Zuvor war er selbst als Tänzer in diversen Bremer Formationen erfolgreich, coachte außerdem sieben Jahre lang verschiedene Formationen des TTC Gold und Silber Bremen. Zuletzt war er dann beim Latein-A-Team des TSC Schwarz-Gold Göttingen tätig. "Dort ist dann auch der Kontakt zu Steffen Beste von den Asendorfern entstanden", erläutert Schanz. "Auf einem Turnier hat er mitbekommen, dass ich gar nicht aus Göttingen, sondern hier aus der Ecke komme."

Steigerung um 200 Prozent

Und so wurde ein wenig verhandelt, schließlich sagte Schanz zu. "Ich kenne die Asendorfer natürlich von den Turnieren und weiß, dass ganz viel Potenzial in den Tänzern steckt. Leider ist das bisher kaum ausgeschöpft worden." Das habe sich nun jedoch grundlegend geändert. "Im Vergleich zum Sommer hat die Formation inzwischen bestimmt einen Sprung um 200 Prozent nach vorn gemacht." Daher gelten für die im Februar beginnende Landesliga-Saison auch etwas erhöhte Ambitionen. "Wir wollen andere Plätze belegen als zuletzt. Für die erste Saison wollen wir erstmal ins große Finale der besten sechs Formationen kommen. Wenn wir das nicht schaffen, wäre ich schon richtig enttäuscht", gesteht er.

Derzeit tanzen zehn Herren im Alter von 18 bis 30 Jahren im Asendorfer A-Team, hinzu kommen 15 Damen. Außerdem wird ein mit vier Herren und neun Damen besetztes B-Team aufgebaut. Und genau für diese Gruppen bereichert nun auch Julia Schanz die Übungseinheiten. "Ich möchte mit der Mannschaft das tänzerisch-technische Niveau deutlich steigern", erzählt sie. Allein deswegen hätten sich die Strapazen des Lizenzerwerbs auch gelohnt. "Das waren anstrengende Monate, insbesondere in den letzten Wochen hat mich die Ausbildung viel Zeit gekostet. Aber ich habe auch viel gelernt und freue mich darauf, dieses neue Wissen im Training anzuwenden." Und wer möchte nicht weltmeisterliche Tipps bekommen?

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