Cheerleader der Firebirds sammeln die nächsten Medaillen ein und arbeiten weiter an ihrem großen Traum

Topplatzierungen trotz kleiner Wackler

Braunschweig. Es lief noch nicht alles perfekt, doch Nicole Balz wollte nicht allzu kritisch mit ihren Schützlingen ins Gericht gehen. Die Uphuserin trainiert gemeinsam mit ihrem Mann Alexander die Cheerleader der ASC Bremen Firebirds, wo sich ebenfalls mehrere Akteure aus dem Kreis Verden tummeln.
03.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Topplatzierungen trotz kleiner Wackler
Von Malte Bürger
Topplatzierungen trotz kleiner Wackler

Hoch hinaus in Braunschweig: Die Formation Wings of Fire schaffte es bei der Regionalmeisterschaft auf Rang zwei. Der absolute Saisonhöhepunkt soll dann im Mai folgen. Die Qualifikation für eine Großveranstaltung in Orlando/Florida ist längst geschafft, nun müssen noch die finanziellen Voraussetzungen für die Reise erfüllt werden.

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Braunschweig. Es lief noch nicht alles perfekt, doch Nicole Balz wollte nicht allzu kritisch mit ihren Schützlingen ins Gericht gehen. Die Uphuserin trainiert gemeinsam mit ihrem Mann Alexander die Cheerleader der ASC Bremen Firebirds, wo sich ebenfalls mehrere Akteure aus dem Kreis Verden tummeln. Mehr als 2300 Sportler waren jetzt in 113 Teams bei der Regionalmeisterschaft Nord in Braunschweig unterwegs – darunter vier Formationen aus der Hansestadt. „Letztlich war nicht alles fehlerfrei, aber wir als Trainer waren dennoch glücklich mit dem Erreichten“, sagte Balz. Am Ende gab es zwei Mal Silber und ein Mal Bronze.

Ziemlich enttäuschend verlief der Auftritt in der Löwenstadt allerdings für die Peewees, die jüngsten Cheerleader der Firebirds. Sie kamen in der Klasse „Cheer Level 1“ nicht ohne Patzer durch ihre Präsentation, was für reichlich Punktabzug sorgte. „Durch eine kurzfristige Änderung des Regelwerks waren sie auch etwas nervös“, wusste Nicole Balz zu berichten. So stand letztlich eine Benotung von 3,49 Zählern zu Buche, was den unangenehmen 24. und damit letzten Platz bedeutete. „Die schönen Medaillen, die sie am Ende dennoch erhalten haben, konnten immerhin ein wenig trösten“, sagte die Trainerin. Der Sieg ging nach Schleswig-Holstein, und zwar an das Team HCA Peewee Red von der SSG Rot-Schwarz Kiel (7,82).

Wesentlich besser kamen in der Volkswagenarena die beiden Juniorformationen Firestorm XS und Wings of Fire zurecht. Erstere startet im „Junior Allgirl Level 3“, also als reines Mädchen-Ensemble im Alter von elf bis 15 Jahren. Der Pflichtteil gelang bereits fehlerfrei, anschließend begeisterten die jungen Bremerinnen das Publikum mit einer zweieinhalb Minuten langen Kür. „Da gab es viele neue Elemente und ein sogenanntes Teamtumbling“, sagte Nicole Balz. „Es ist eigentlich nicht üblich, dass das gesamte Team das gleiche Turnelement zeigt.“ Eine kleine Schwäche gab es bei der Pyramide, auch ein Wurfelement gelang nicht ganz so sicher. „Das hat sicherlich Punkte gekostet, aber die Vize-Regionalmeisterschaft und die erneute Landesmeisterschaft stimmten uns Trainer und auch die Aktiven so glücklich, dass die beiden Fehler leicht verziehen wurden“, sagte die Uphuserin. „Besonders die Sauberkeit der Elemente und Formationen hat mich beeindruckt.“ In der Endabrechnung waren lediglich die Wedel Skylights vom SC Rist Wedel als Erste noch besser positioniert.

Die Formation Wings of Fire starteten war als gemischtes Team mit zwei Jungen in der Klasse „Jugend Coed Level 4“ unterwegs. „Neue Regeln im Bereich Pyramiden und Stuntauf- und abgänge forderten im Vorfeld bei uns Trainern die gesamte Kreativität“, erklärte Balz. Diesen Ideenreichtum wollten die Sportler letztlich auch in Braunschweig auf die Matte bringen. Zwar gab es einen kleinen Stuntpatzer im Pflichtteil, ansonsten überzeugte das Team aber durch die Basics, die sogenannten Motions und den Einsatz von Hilfsmitteln, um das Publikum zu animieren„, sagt die Trainerin. “In den Küren waren es vor allem die Turnelemente, die sich im höchsten Level des Jugendbereichs einordneten. Auch die Pyramiden wurden fehlerfrei absolviert. „Bei einem Wurfelement stimmte leider das Timing nicht und ein Stunt sollte nicht stehen. Diese Fehler kosteten dann Punkte zu Platz eins“, sagte Nicole Balz. Hinter den Mystical Delights Cheerleadern aus Oldenburg gab es so Rang zwei bei der Regionalmeisterschaft und den Bremer Landestitel. „Das war ein optimaler Start im neuen Verband und die Hoffnung auf die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft im Mai in Hamburg bleibt bestehen“, sagte die Trainerin.

Die Wings of Fire verfolgen aber noch ein anderes Ziel. Durch ihren Sieg im vergangenen November bei den European Open hat sich das Team für ein Großereignis in Orlando/Florida qualifiziert. Einziges Problem: Die Reise in die USA muss noch finanziert werden. Auf der Internetplattform Betterplace hat der Verein daher eine eigene Seite eröffnet, um noch ein paar Spenden zu sammeln. „Ein Mal auf der Meisterschaftsmatte stehen in dem Land, wo das Cheerleading herkommt und sich mit Teams aus aller Welt messen – das ist unser Traum“, erklärte Nicole Balz. „Wir verwenden jeden Euro, der gespendet wird, für die Erfüllung dieses Traums. Es soll niemand aus finanziellen Gründen zu Hause bleiben müssen.“

In Braunschweig hat derweil das Seniorteam BFC Firestorm mit einem dritten Platz den guten Auftritt der Bremer abgerundet. In der Klasse „Senior Limited Coed Level 5“, in der höchstens vier Männer pro Gruppe erlaubt sind, schnitten lediglich die siegreichen Black Panthers des TSV Holm und das Team HSC Starforce der TSG Bergedorf besser ab. „Auch hier wurden der Pflichtteil und eine Kür nicht ganz fehlerfrei absolviert“, sagte Nicole Balz, „doch das Team kann ebenfalls noch auf die DM-Qualifikation hoffen.“

„Es soll niemand aus finanziellen Gründen zu Hause bleiben müssen.“ Nicole Balz
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