Frauen-Oberliga: Hude schlägt Wilhelmshaven 35:24 / Zetzmann trifft nach Belieben Torfabrik lahmgelegt

Wer ist hier eigentlich die offensivstärkste Mannschaft der Handball-Oberliga? Diese Frage stellte sich beim Heimspiel der HSG Hude/Falkenburg gegen die als torhungrig geltende HSG Wilhelmshaven zwangsläufig. Für die Treffer sorgten nicht etwa die Gäste, sondern die Huderinnen. Allen voran Mareike Zetzmann, die ihr Team zum 35:24 (15:13)-Sieg führte.
23.02.2015, 00:00
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Torfabrik lahmgelegt
Von Christoph Bähr

Wer ist hier eigentlich die offensivstärkste Mannschaft der Handball-Oberliga? Diese Frage stellte sich beim Heimspiel der HSG Hude/Falkenburg gegen die als torhungrig geltende HSG Wilhelmshaven zwangsläufig. Für die Treffer sorgten nicht etwa die Gäste, sondern die Huderinnen. Allen voran Mareike Zetzmann, die ihr Team zum 35:24 (15:13)-Sieg führte.

Es waren fast 50 Minuten gespielt, als den wackeren Trommler der Trotz packte. „Ohne uns wär’ hier gar nichts los“, brüllte der Mann in die Halle am Huder Bach. Vollkommen unrecht hatte er damit nicht, denn die wenigen Anhänger der HSG Wilhelmshaven sorgten gestern tatsächlich für reichlich Stimmung, auch dank ihrer dröhnenden Trommel. Ihrer Mannschaft helfen konnten sie damit aber nur bedingt: Die HSG Hude/Falkenburg zeigte den Wilhelmshavenerinnen klar die Grenzen auf und gewann mit 35:24 (15:13). „Wir wollten etwas für unser Torverhältnis tun, das ist uns dank einer super zweiten Halbzeit gelungen“, sagte Hudes Trainer Thorsten Stürenburg zufrieden.

Viele Treffer erzielen – eigentlich ist das die Sache des Tabellenfünften Wilhelmshaven, der mit 512 Toren den besten Angriff der Liga stellt. Dass sie in der Offensive über großes Potenzial verfügen, bewiesen die Gäste allerdings nur in der Anfangsphase. Die Huderinnen wirkten vor rund 100 Zuschauern zunächst schläfrig, verloren viele Bälle, und die Wilhelmshavenerinnen setzten sich auf 4:1 ab (4.). Danach wachten die Gastgeberinnen allerdings auf und konterten nach Ballgewinnen der 6:0-Deckung wiederholt rasant. Nach solch einem schnellen Angriff und einem schönen Pass von Franziska Bohlken gelang Nadja Albes das 4:4 (8.). Es dauerte allerdings noch bis zur 25. Minute, ehe die Huderinnen erstmals in Führung gingen: Albes traf zum 13:12. Zur Pause stand es 15:13 für den Tabellenzweiten.

„Wir haben gemerkt, dass die Wilhelmshavenerinnen langsamer wurden. In der Halbzeit habe ich gesagt, dass wir auf die Lücken gehen müssen“, sagte Stürenburg. Seine Spielerinnen setzten die Vorgaben um, ganz besonders Mareike Zetzmann, die in der zweiten Hälfte eine Galavorstellung bot. Gleich zu Beginn sorgte die wurfstarke Rückraumspielerin mit drei Toren in Folge dafür, dass die Gastgeberinnen auf 18:13 davonzogen. 14 Tore sollte Zetzmann am Ende auf dem Konto haben. Dass sie phasenweise in Manndeckung genommen wurde, ignorierte die Huderin einfach. Alle acht Siebenmeter verwandelte Zetzmann zudem souverän. Die bedauernswerten Wilhelmshavener Torhüterinnen Bianca Eilers und Larissa Ricklefs wechselten sich immer wieder ab, auch nur in die Nähe des Balles kam aber keine von ihnen.

„Mareike Zetzmann war ganz stark, sowohl im Wurf als auch im Anspiel“, lobte Stürenburg. Die Matchwinnerin selbst wollte dagegen nicht viele Worte über ihre Leistung verlieren: „Es geht nicht darum, viele Tore zu werfen. Es geht nur darum, zu gewinnen.“ Daran, dass die Huderinnen das Feld als Siegerinnen verlassen würden, bestand schon frühzeitig kein Zweifel mehr. Erst in der 38. Minute gelang den Wilhelmshavenerinnen ihr erstes Tor im zweiten Durchgang zum 14:21. „Dass wir gegen den besten Angriff nach der Pause nur elf Gegentreffer zugelassen haben, freut mich sehr“, betonte Stürenburg.

Den Gästen, die nur wenige Alternativen auf der Bank hatten, ging nun die Kraft aus. Nach schönem Zusammenspiel mit Zetzmann warf die ebenfalls überzeugende Jessica Galle das 23:16 (40.). Über 29:20 (51.) steuerten die Huderinnen einem klaren Heimsieg entgegen, dabei hatten sie das Hinspiel mal gerade mit 25:23 gewonnen. „Gegen die Wilhelmshavenerinnen ist es sonst immer sehr knapp, aber dieses Mal waren sie früh platt“, sagte Zetzmann. Einen kleinen Wermutstropfen gab es allerdings für Hude/Falkenburg: Spielmacherin Franziska Bohlken sah nach ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte (57.). Sehr zum Unverständnis von Thorsten Stürenburg: „Franziska hat für anderthalb Fouls drei Strafen kassiert. Sie hätte ein ganz starkes Spiel machen können, doch ich musste sie wegen der unberechtigten Pfiffe immer wieder draußen lassen.“

Bei allem Ärger war der Coach aber insgesamt zufrieden, zumal er auch über das Ergebnis des großen Rivalen im Titelkampf informiert war. Da der Spitzenreiter VfL Stade gestern beim VfL Oldenburg II „nur“ mit 24:17 gewann, holten die Huderinnen in Sachen Torverhältnis etwas auf. Die Meisterschaft abgeschrieben hat Mareike Zetzmann ohnehin nicht, obwohl der Tabellenführer weiterhin einen Minuspunkt weniger aufweist als Hude. Sie betonte: „Die Saison ist noch lang.“

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