Langlauf Tour-Flucht: Olympia wichtiger als Preisgeld

Toblach. Massen-Flucht von der Tour de Ski statt Run auf das Rekord-Preisgeld: Die Acht-Etappen-Tour der Skilangläufer erlebte einen so noch nicht gekannten Ausstieg von Athleten.
06.01.2010, 13:00
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Toblach. Massen-Flucht von der Tour de Ski statt Run auf das Rekord-Preisgeld: Die Acht-Etappen-Tour der Skilangläufer erlebte einen so noch nicht gekannten Ausstieg von Athleten.

Bevor der fünfte Tagesabschnitt mit der Premiere einer Ort-zu-Ort- Etappe von Cortina d 'Ampezzo nach Toblach begann, waren von 95 in die Tour gestarteten Herren nur noch 65 dabei. Bei den Damen bewarben sich noch 57 von ursprünglich 83 Athletinnen um den Tagessieg. Das deutsche Team war im bisherigen Verlauf der Tour von 18 auf sechs Starter geschrumpft.

«Olympia hat absoluten Vorrang. Wenn jemand kränkelt, ist er definitiv draußen», hatte Bundestrainer Jochen Behle bereits vor der Tour angekündigt. Bei Steffi Böhler (Ibach) zog er das sofort durch, als sie nach der zweiten Etappe in Oberhof Anzeichen einer Erkältung gezeigt hatte. Die anderen Damen gingen, um ihr Formtief mit Blick auf Vancouver in einem Trainingslager zu überwinden.

Doch die Deutschen bilden keine Ausnahme. Unter anderem traten Tour-Spitzenreiter Emil Jönsson (Schweden), der Vierte Maxim Wilegschanin (Russland), der Siebte Eldar Rönning (Norwegen) und Mitfavorit Alexander Legkow (Russland) nicht mehr an. Bei den Damen verabschiedete sich die zweimalige Tour-Siegerin Virpi Kuitunen (Finnland) ebenso wie Prag-Siegerin Natalja Korosteljewa (Russland).

Sie alle verzichten mit Blick auf Olympia auf die 100 000 Euro Preisgeld, die dem Sieger winken, und auf unglaublich viele Weltcup- Punkte. Die Gewinner gehen mit 400 Zählern aus der Tour - die halbe Miete auf dem Weg zum Gesamtsieg.

«Natürlich ist das nicht gerade schön. Aber es muss jeder selbst wissen. Die großen Namen werden bis zum Ende bleiben», meinte Tour- Erfinder Jürg Capol gelassen. Der Langlauf-Race-Direktor des Weltverbandes FIS hatte in diesem Jahr seine eigenen Vorgaben über Bord geworfen. Ursprünglich wollte er in Olympia-Jahren nur eine Sechs-Etappen-Tour veranstalten. «Wir haben ein Produkt entwickelt, das man nicht jedes Jahr verändern sollte. Es muss sich einbürgern, dass die Tour de Ski acht Tagesabschnitte hat», begründete er sein Vorgehen.

Allerdings hatte es von Athleten und Trainern leise Kritik gegeben, da die diesjährige Tour im zweiten Abschnitt knüppelharte Prüfungen hat und es auch nach der Tour keine Ruhephasen gibt. In den drei Wochen bis zum Beginn der Winterspiele stehen noch drei Weltcup- Veranstaltungen auf dem Programm. Die Beteiligung dürfte nach Lage der Dinge äußerst gering sein. (dpa)

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