Fußball Trainer Walter: „Es ist wieder hip, zum HSV zu gehen“

Fünf Siege in Serie, Platz eins in der Tabelle - der HSV ist auf dem Spielfeld zum Spaßfaktor geworden. Jetzt kommt Traditionsclub Kaiserslautern.
06.10.2022, 15:33
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Der Hamburger SV ist auf Rekordjagd. Gewinnt er am Samstag um 20.30 Uhr (Sport 1, Sky) sein Heimspiel in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern, hat er vollbracht, was ihm zuletzt 1979 gelungen war: sechs Punktspielsiege in Serie. Damals schafften die Hamburger das unter dem Kommando von Trainer Branko Zebec. Am Ende wurden sie deutscher Meister. „Schön“, sagte Trainer Tim Walter am Donnerstag, „aber Statistiken interessieren mich nicht.“ Immerhin bestätigte der 46-Jährige: „Wir haben jetzt fünf Siege in Folge und zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind.“

Dass die Rekordserie 43 Jahre zurückliegt, zeigt ihren Seltenheitswert. Für den HSV könnte ein neuerlicher Sechser-Pack ein gutes Omen in seiner fünften Zweitliga-Saison sein. Der Rautenclub rangiert derzeit mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz an der Tabellenspitze und will seine stabilen Leistungen auch gegen den FCK fortsetzen. „Wir freuen uns auf jedes Spiel“, meinte Walter und versprach „viel Wille, viel Energie und vor allem Geschlossenheit.“

Die Gäste haben seit fünf Spielen nicht verloren, aber auch nicht gewonnen. Nach fünf Unentschieden in Serie sind sie Tabellensiebte. „Für'n Aufsteiger stehen sie richtig gut da, richtig stabil“, lobte Walter die Pfälzer. Diese haben sogar drei Tore mehr als die Hamburger geschossen, aber auch schon zehn mehr kassiert. Schnelles Umschaltspiel und Standards sind die Schokoladenseiten der Lauterer. „Aufgrund der Historie ist es zu Recht ein Topspiel“, befand Walter.

Da muss der Fan aber schon lange graben, um auf die gemeinsame Vergangenheit zu stoßen. Im März 2012 standen sich beide Teams letztmals gegenüber. Damals in der 1. Liga. Es gab ein 1:0 für den HSV auf dem Betzenberg. Der letzte Sieg der Lauterer datiert aus dem September 2004 (2:1). 88 Mal kreuzten sich die Wege der Bundesliga-Gründungsmitglieder in der deutschen Eliteliga. In der 2. Liga ist das Wiedersehen hingegen eine Premiere.

„Es ist wieder hip, zum HSV zu gehen“, lobte Walter sein Team und auch die Begeisterung der Zuschauer. Erstmals in dieser Saison wird das Volksparkstadion mit seinen 57 000 Plätzen ausverkauft sein. „Die 2. Liga zieht“, beteuerte der HSV-Trainer. „Wir haben gezeigt, dass wir Spaß machen.“

Walter sieht eine deutliche Entwicklung seines Teams in dieser Saison. „Am Anfang hatten wir schon Probleme“, meinte er. Personalplanungen, Transferspekulationen hatten Unruhe und Ungewissheit ausgelöst. Mit Geschlossenheit und einem „extremen Teamgeist“ habe sich die Mannschaft gefangen und zu einem verschworenen Haufen gemacht. „Jeder gibt Gas, jeder will spielen“, schwärmte Walter. „Dieser Funke springt auf die Zuschauer über.“

An dieser Einheit können auch die Querelen in der Führung des Vereins nicht kratzen. „Wir nehmen die Nebengeräusche wahr, lassen sie aber nicht an uns heran. Wir gehen unverdrossen unseren Weg weiter und merken, dass die Fans ihn mitgehen“, sagte Walter stolz.

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