Grün-Gold-Club holt Weltmeister-Titel Triumph beim Tanzsport-Krimi

Mit einem knappen Sieg für den Grün-Gold-Club Bremen endete die Weltmeisterschaft der Lateinformationen in der ÖVB-Arena vor fast 5000 Zuschauern. Es war ein ungeheuer spannender Wettkampf.
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Triumph beim Tanzsport-Krimi
Von Ruth Gerbracht

Mit einem knappen Sieg für den Grün-Gold-Club Bremen endete die Weltmeisterschaft der Lateinformationen in der ÖVB-Arena Bremen vor fast 5000 begeisterten Zuschauern. Es war ein ungeheuer spannender Wettkampf.

Erschöpft und nach Luft ringend warteten sie wie zwei Boxer nach einem harten Fight in den gegenüberliegenden Ecken auf die finale Wertung. Die russische Lateinformation DueT Perm hatte nach einem großartigen Finale bei der Weltmeisterschaft in der ÖVB-Arena mit nachträglich nach unten korrigierten 36,857 von 38 möglichen Punkten ein deutliches Zeichen gesetzt.

Doch würde das reichen, um nach Platz zwei im Vorjahr nun den ersehnten Titel zu gewinnen? Für die Mannschaft des Grün-Gold-Club Bremen, die mit ihrer Choreografie „Voices, Noises, Melodies“ die Zuschauer in der mit knapp 5000 Zuschauern ausverkauften ÖVB-Arena vor Begeisterung von den Sitzen riss, bedeutete das Warten auf der anderen Seite eine einzige Quälerei. Dann, endlich, die Erlösung: Mit 37,175 Punkten holte sich die Lateinformation zum fünften Mal in Folge den Weltmeistertitel – äußerst knapp, aber verdient.

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Wischte Trainer Roberto Albanese sich bereits zur Eröffnung der WM beim Erklingen der Nationalhymne vor Rührung und Nervenanspannung die Tränen aus den Augen, brach der Erfolgscoach nach Aufleuchten der Wertung komplett zusammen. Er, der mit soviel Leidenschaft, Kreativität und tänzerischer Begeisterung seine Mannschaft immer wieder zu Höchstleistungen antreibt, weinte hemmungslos.

"Es war ein überwältigendes Turnier"

Die Tränen der Erleichterung und der unbändigen Freude darüber, mit seinem neuen tänzerischen und musikalischen Konzept auch international überzeugt zu haben, wollten nicht aufhören zu fließen. „Ich bin einfach nur glücklich und sehr, sehr stolz, heute mit acht Neulingen ein WM-Finale getanzt zu haben, als wenn sie schon drei oder vier hinter sich hätten“, meinte ein nach Fassung ringender Roberto Albanese. „Es war ein überwältigendes Turnier."

Dass es an diesem Weltmeister-Tag gerade zwischen diesen beiden Mannschaften ein harter Kampf werden würde, zeichnete sich von Beginn an ab. Nach einer eher verhaltenen Vorrunde lag die Grün-Gold-Formation zunächst noch hinter der russischen Konkurrenz zurück. Die Formation aus DueT Perm machte dem Titel ihrer Choreografie „Race“ alle Ehre und beeindruckte bereits zu Beginn mit ihrer spektakulären und rasanten Show. „Wir müssen hier das Maximum geben“, erklärte Trainer Viktor Kulbeda, „wenn wir den Favoriten vor eigenem Publikum schlagen wollen.“

Aber schon in der Zwischenrunde wendete sich das Blatt zugunsten der Deutschen. Die Grün-Gold-Formation, die in der neuen Saison immerhin acht neue Tänzer integrieren musste, zog nach einer sensationellen Leistung an der Konkurrenz vorbei. Obwohl der Vorsprung am Ende ein wenig zusammengeschmolzen war: Es reichte. Der Bremer Titelverteidiger gab den Sieg nicht mehr aus der Hand. Der russische Coach nahm es gelassen. „Bremen ist der weltbeste Schauplatz für solche Meisterschaften. Das Publikum ist ausgesprochen fair und wer hier gewinnt, ist wirklich der Beste.“

Sieg der Grün-Gold-Formation war knapp

So begeisternd die russische Choreografie auch wirkte – es wurde ein bisschen zu wenig getanzt. Das Potenzial haben die Tänzer und Tänzerinnen zweifelsfrei, doch die Darbietung zielt mehr auf spektakuläre Showelemente ab. Das jedoch war am Ende ausschlaggebend für den – wenn auch knappen – Sieg der Grün-Gold-Formation. Sie gewann ihren insgesamt achten WM-Titel aufgrund der immensen Qualität, mit der die Tänzer und Tänzerinnen ihre enorm anspruchsvolle Choreografie präsentierten.

Perfekt getanzt. Von der Finger- bis zur Fußspitze sind sie alle in Bewegung, elegant, schnell und musikalisch. Und deshalb verwundert es nicht, dass das Bremer Team gerade in den Wertungskategorien „Bewegung zur Musik“ sowie „Choreografie und Präsentation“ die entscheidenden Punkte zum Sieg holte.

Aber was so leicht auf dem Parkett aussah, war das Ergebnis einer harten Vorbereitung und eines strapaziösen Tages. „Es war so mega anstrengend, weil wir wussten, wie stark die Konkurrenz ist“, meinte eine glückliche Tabea Horstmann. Und auch ihr Teamkollege Sebastian Schwind war nach der höchst emotionalen Siegerehrung nur noch erleichtert. „Wir wussten, dass wir im Finale noch mal explodieren mussten und das ist uns gelungen.“ Die Tänzer und Tänzerinnen durften sich zu Recht vom Publikum feiern lassen, sie genossen den fulminanten Applaus der Zuschauer als Belohnung für einen tanzsportlichen Krimi, der auch für die Geschichte des Formationssport ein Novum brachte. Noch niemals zuvor war es einer Lateinformation gelungen, fünf Mal in Folge Weltmeister zu werden.

Albanese leistet innovative und kreative Arbeit

Daran jedoch hatte zunächst keiner gedacht. Für Roberto Albanese, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Dienstjubiläum als Formationstrainer feiert, bedeutete der erneute Titelgewinn zunächst eine weitere Bestätigung seiner innovativen und kreativen Arbeit. „Wir müssen vor allem den starken Russen etwas Außergewöhnliches entgegensetzen. Das ist die einzige Chance, gegen sie zu gewinnen“, hatte der Coach schon im Vorfeld der WM gesagt. Mit seiner Choreografie „Voices, Noises, Melodies“ ist Roberto Albanese einmal mehr ein tänzerisches Glanzstück gelungen, an dem sich die Konkurrenz messen lassen muss.

Gelungen war allerdings auch die Rückkehr der Formationsgemeinschaft Bochum/Velbert auf dem internationalen Parkett. Sechs Jahre lang hatte die Mannschaft nicht mehr an Welt- oder Europameisterschaften teilgenommen. Am Sonnabend in Bremen meldete sich das Team eindrucksvoll zurück. Die Bronzemedaille war der Lohn für einen souveränen Auftritt. „Ich kann noch gar nicht beschreiben, wie es sich anfühlt, wieder gegen die weltbesten Teams anzutreten“, meinte eine überglückliche Trainerin Astrid Kallrath. „Vor allem für meine Mannschaft freut es mich unendlich. Das ist ein tolles Team und sie haben so hart für diesen Tag gearbeitet.“

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Und nicht nur der russische Coach lobte den Tanzsport-Schauplatz Bremen in den höchsten Tönen; auch die Velberter Trainerin war begeistert. Obwohl Rivalen um nationale und internationale Platzierungen, fühle sie sich hier in der Heimat des Grün-Gold-Club bestens aufgehoben und außerordentlich fair behandelt. Dementsprechend fand dann Sportsenatorin Anja Stahmann die passenden Schlussworte: „Der Tanzsport ist eine super Werbung für Bremen, und wir sollten ihn noch mehr fördern.“ Jens Steinmann, Vorsitzender des ausrichtenden Clubs, wird es nur zu gerne gehört haben.

1. Grün-Gold-Club Bremen (GER) 37,175 2. Duet Perm (RUS) 36,857 3. FG Bochum - 1. TSZ Velbert (GER) 34,8 4. Vera Tyumen (RUS) 34,714 5. Moon Dance (MGL) 32,486 6. TSC Schwarz Gold Wien (AUT) 31,329

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