Fußball-Kreisligist Harpstedter TB Trotz 0:8-Niederlage das Ziel erreicht

Harpstedt. Der Harpstedter Stürmer Roman Seibel brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: "Bei denen geht alles etwas schneller." Als er dies sagte, hatte er gerade 0:8 (0:5) gegen die U23 von Werder Bremen verloren.
07.07.2011, 05:00
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Trotz 0:8-Niederlage das Ziel erreicht
Von Christoph Bähr

Harpstedt. Der Harpstedter Stürmer Roman Seibel brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: "Bei denen geht alles etwas schneller." Als er dies sagte, hatte er gerade 0:8 (0:5) gegen die U23 von Werder Bremen verloren. Das Testspiel am Dienstagabend zwischen dem Fußball-Kreisligisten Harpstedter TB und dem Profinachwuchs aus der 3. Liga war also die erwartet klare Angelegenheit. Besonders in der ersten Hälfte boten die Bremer den 550 Zuschauern auf dem Schulsportplatz flüssige Kombinationen und sehenswerte Tore.

Bereits in der 7. Minute fiel der schönste Treffer des Abends: Nach einer kurz ausgeführten Ecke schlenzte Werders Mittelfeldspieler Florian Nagel den Ball vom Rand des Strafraums in den Torwinkel. Auch der zweite Treffer der Bremer war technisch anspruchsvoll: Nagels Direktabnahme aus rund 20 Metern Torentfernung schlug flach im Harpstedter Gehäuse ein (12.). Als dann Max Wegner (24.), Niklas Hörber (26.) und Andreas Schön (28.) das Ergebnis innerhalb weniger Minuten auf 5:0 geschraubt hatten, war der Bremer Torhunger erst einmal gestillt. "In der ersten Hälfte war das Tempo schon ziemlich hoch. Man hat gesehen: Werder wollte und sollte", zeigte sich HTB-Trainer Marc Wulferding beeindruckt. Dennoch habe seine Mannschaft gut dagegengehalten.

Beinahe wäre sogar der ersehnte Ehrentreffer für die Gastgeber gefallen: Nach einem schnell vorgetragenen Konter fand eine Flanke HTB-Torjäger Seibel, der im Strafraum frei zum Schuss kam, jedoch etwas zu hoch zielte (15.). "Schade, dass der nicht reinging", ärgerte er sich nach dem Spiel. Hätte Seibels Volleyschuss den Weg ins Bremer Netz gefunden, die Chronik zum 100-jährigen Bestehen der Harpstedter Fußballsparte, die am Spielfeldrand verkauft wurde, hätte wohl noch um ein Kapitel ergänzt werden müssen. Doch so blieb die Überraschung aus und Werder ging mit einer 5:0-Führung in die Halbzeitpause.

Als die Bremer wieder aufs Feld kamen, sahen sie sich elf neuen Gesichtern gegenüber: Harpstedts Trainer Wulferding hatte einmal komplett durchgewechselt. Im Verlauf der zweiten Hälfte brachte er sogar noch drei weitere Akteure, sodass insgesamt 25 Harpstedter zum Einsatz kamen. "Jeder sollte dabei sein", erklärte Wulferding. Auch das gehört eben zu diesen Testspielen zwischen Freizeitfußballern und hochklassigen Mannschaften: Für die einen ist es ein Erlebnis, von dem sie noch an diversen Stammtischabenden erzählen werden, für die anderen ist es eine "angenehme Abwechslung zum Trainingsalltag", wie Werder-Trainer Thomas Wolter das Gastspiel in Harpstedt nannte.

Dass der Ex-Nationalspieler seine Mannschaft derzeit im Training fordert, war in der zweiten Halbzeit zu sehen. Die Kombinationen der Bremer U23, die aktuell mehrere wichtige Spieler für das Trainingslager der Profi-Mannschaft auf Norderney abstellen muss, liefen immer schleppender, die Torchancen wurden seltener. "Der Geist war willig, aber das Fleisch war schwach", fasste Wolter den zweiten Durchgang zusammen. Somit reichte es für die Bremer nur noch zu Treffern von Kevin Behrens (65.), Artur Degtjarenko (66.) und Hörber (74.). Die Harpstedter beschränkten sich in Hälfte zwei aufs Verteidigen und kamen nicht mehr gefährlich vor das gegnerische Tor. Wie schon HTB-Torhüter Christoph Mädler in Hälfte eins zeichnete sich immerhin Schlussmann Carsten Niester im zweiten Durchgang durch einige Paraden aus.

Trainer Marc Wulferding war am Ende mit seiner Mannschaft zufrieden: "Wir haben nicht zweistellig verloren. Mit dem Ergebnis können wir gut leben." Für sein Gegenüber Thomas Wolter hielten sich die sportlichen Erkenntnisse aus dem Testkick in Grenzen. Ihm war ein anderer Aspekt des Gastspiels viel wichtiger: "Wir haben uns den Werder-Fans im Umland gezeigt. Auch das ist eine wichtige Aufgabe für uns." Wulferding hingegen konnte einige Schlüsse aus der Partie ziehen: "Man sah schon, wer bei uns leistungsmäßig etwas abfiel." Dennoch stand auch für den Harpstedter Trainer der sportliche Aspekt nicht im Vordergrund: "Wir sind vor allem froh, dass so viele Zuschauer da waren und dass wir unseren Spielern solch ein besonderes Erlebnis bieten konnten."

Das Spiel gegen Werders U23 war zudem der Höhepunkt in der Festwoche zum 100-jährigen Bestehen der HTB-Fußballsparte. Diese geht nun heute mit einem Familiennachmittag weiter. Ab 15.30 Uhr ist das DFB-Mobil in Harpstedt zu Gast. Für 19.30 Uhr ist ein Spiel der A-Jugend angesetzt. Am Freitag findet ab 16 Uhr ein Turnier für E-Junioren statt, ehe um 19.30 Uhr ein Nachtturnier für Herrenmannschaften beginnt. Den Abschluss der Festwoche bildet am Sonnabend die Harpstedter Fleckenmeisterschaft für Freizeitkicker, die ab 11.30 Uhr ausgetragen wird.

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