Tennis Trotz Niederlage: Comeback macht Haas Hoffnung

Paris. Das Comeback-Spiel verloren, aber Zuversicht gewonnen: Exakt 15 Monate nach seinem letzten Einzel-Auftritt ist Tommy Haas mit einer Niederlage auf die Tennis-Tour zurückgekehrt.
23.05.2011, 17:30
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Paris. Das Comeback-Spiel verloren, aber Zuversicht gewonnen: Exakt 15 Monate nach seinem letzten Einzel-Auftritt ist Tommy Haas mit einer Niederlage auf die Tennis-Tour zurückgekehrt.

Dass sein geschundener Körper den Härtetest gegen den Türken Marsel Ilhan über 2:57 Stunden bestand, stellte den 33-Jährigen trotz des Erstrunden-Ausscheidens bei den French Open zufrieden. "Ich denke schon, dass es sich gelohnt hat. Es war ein gutes Gefühl, mal wieder bei einem richtigen Match auf dem Platz zu stehen", sagte Haas in Paris nach dem 4:6, 6:4, 6:7 (1:7), 4:6 gegen seinen zehn Jahre jüngeren Kontrahenten.

"Ich muss jetzt abwarten, wie der Körper reagiert", meinte Haas, der die geplanten Starts bei den Masters-Events in Madrid und Rom vor dem zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres wegen erneuter Rückenbeschwerden hatte absagen müssen. "Ich hoffe, dass ich jetzt wieder richtig in den Tour-Rhythmus reinkomme. Und dann muss ich im Oktober oder November sehen, ob ich noch mithalten kann, oder ob es Zeit ist, eine Entscheidung zu treffen und etwas anderes zu machen."

Haas ließ sich bei seiner mit großer Spannung erwarteten Rückkehr erst einmal Zeit. Geschlagene zehn Minuten musste sein türkischer Kontrahent auf dem Platz Nummer 17 in der Sonne warten, ehe der Deutsche um 11.10 Uhr durch die kleine Seitentür den Platz betrat. Ganz in weiß gekleidet, die dunkle Mütze rückwärts auf dem Kopf, schritt der Wahl-Amerikaner über die rote Asche.

Aufmunternder Applaus der Zuschauer begleitete Haas auf dem Weg zu seinem ersten Einzel seit dem 23. Februar 2010, als er in Delray Beach in der ersten Runde gescheitert war. Danach folgten Operationen an Hüfte und Ellenbogen, doch das noch stets in ihm schlummernde Tennis-Virus sowie die Geburt seiner Tochter Valentina ließen ihn hart an der Genesung arbeiten. "Ich möchte, dass sie mich noch einmal auf dem Platz sieht", sagte Haas.

Dass es die einstige Nummer zwei der Welt mit dem zweiten Comeback nach langer Verletzungspause wirklich ernst meint, daran ließ der mehrmals an der Schulter operierte Haas auf dem engen Außenplatz im Schatten des gewaltigen Court Suzanne Lenglen keinen Zweifel. Während sein einstiger Weggefährte Nicolas Kiefer sich für den Rückzug aus dem Profisport entschied, rannte und rackerte Haas in Paris wie früher über den Sand. Mit einem Service-Winner eröffnete er die Partie und schloss das erste Aufschlagsspiel mit einem Ass ab.

Danach merkte man dem Familienvater aber an, dass er rund 60 Wochen nicht mehr unter Wettkampfbedingungen auf dem Platz gestanden hatte. "Ich war oft einen Schritt zu spät", räumte Haas ein. Nach rund 45 Minuten musste er den ersten Satz abgeben, sein Kampfgeist war damit aber erst so richtig geweckt. Mit dem dritten Satzball glich der in Florida lebende Routinier zum 1:1 aus.

Doch Ilhan dachte gar nicht daran, seinem prominenten Widersacher bei dessen Rückkehr einen Sieg zu schenken. Zugleich zeigten die Strapazen der Partie bei Haas Wirkungen. "Nach zweieinhalb Sätzen war ich ganz schön platt", gestand der 33-Jährige, beim Stand von 5:6 ließ er sogar kurz den Arzt kommen, weil "ich mich schlapp fühlte".

An Aufgabe dachte Haas aber auch nach dem im Tiebreak verlorenen dritten Satz nicht. Im vierten Durchgang warf Haas noch einmal alles rein, doch es reichte nicht. Nach 177 Minuten landete eine Vorhand des Deutschen im Aus. Die Fans verabschiedeten ihn dennoch mit großem Applaus. "Als Sportler ist man natürlich enttäuscht, wenn man verliert. Dennoch war es ein gutes Gefühl", bilanzierte Haas. (dpa)

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