Für den SV Tur Abdin kann es im Bezirksliga-Abstiegskampf noch einmal eng werden / Heute Spiel in Bockhorn Trügerische Sicherheit

Der Klassenerhalt schien bereits gesichert zu sein, doch am vergangenen Wochenende ist die Lage für den SV Tur Abdin plötzlich wieder bedrohlich geworden. Der Delmenhorster Fußball-Bezirksligist verlor, während die Konkurrenten punkteten. Aus den verbleibenden vier Spielen braucht Abdin nun wohl mindestens vier Zähler, der Anfang soll heute Abend beim BV Bockhorn gemacht werden.
21.05.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Trügerische Sicherheit
Von Christoph Bähr

Der Klassenerhalt schien bereits gesichert zu sein, doch am vergangenen Wochenende ist die Lage für den SV Tur Abdin plötzlich wieder bedrohlich geworden. Der Delmenhorster Fußball-Bezirksligist verlor, während die Konkurrenten punkteten. Aus den verbleibenden vier Spielen braucht Abdin nun wohl mindestens vier Zähler, der Anfang soll heute Abend beim BV Bockhorn gemacht werden.

Seine Mannschaft hatte stark gespielt, doch Andree Höttges war sauer. Der Schiedsrichter hatte seine Pfeife nach dem Abpfiff noch im Mund, da war der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Tur Abdin schon auf halbem Weg in die Kabine. Nicht die 1:3-Niederlage gegen den Tabellenzweiten TuS Obenstrohe habe ihn geärgert, betonte Höttges gestern, „sondern, dass bei dem einen oder anderen private Dinge vorgehen“. Gemeint ist Stammtorhüter Mikel Kirst: Der Bayern-Fan verpasste die Partie, weil er einerseits angeschlagen war und andererseits beim DFB-Pokalfinale in Berlin weilte. „Dass er dort hinfährt, kann ich gut verstehen. Aber vielleicht hätte er etwas früher zurückkommen können“, meinte Höttges.

Im heutigen Nachholspiel beim BV Bockhorn (19.30 Uhr) und in den restlichen drei Saisonpartien erwartet der Coach volle Konzentration von seiner Mannschaft, denn es könnte für Tur Abdin im Abstiegskampf noch einmal brenzlig werden. Nach zehn Punkten aus vier Begegnungen hatten schon alle Zeichen auf Rettung gestanden, doch dann kam das vergangene Wochenende. Tur Abdin überzeugte gegen Obenstrohe zwar, verlor aber. Kirst-Vertreter Daniel Sen leitete die Pleite mit einem schlimmen Fehler ein. „Ihm mache ich keinen Vorwurf. Er hat sich zur Verfügung gestellt, obwohl er einen Bandscheibenvorfall hatte“, betonte Höttges. Trotzdem war die Niederlage bitter, denn die drei Mannschaften, die den Delmenhorstern tabellarisch im Nacken sitzen, punkteten. Vier Zähler beträgt der Vorsprung von Tur Abdin auf den ersten Abstiegsplatz 14 jetzt nur noch.

Mit Nordenham ist zu rechnen

Manager Edib Özcan hat das Restprogramm der Konkurrenten schon genau studiert. „Ich will keinem Angst machen, aber wir müssen ein Auge darauf haben“, sagte er. Das Schlusslicht TV Jahn Delmenhorst ist bereits abgestiegen, für den Vorletzten SV Eintracht Wiefelstede stehen die Chancen ebenfalls schlecht, denn ihn erwarten noch drei schwierige Auswärtspartien. Den 1. FC Nordenham muss Tur Abdin dagegen auf der Rechnung haben. Der 14. hat noch drei Heimspiele und überzeugte zuletzt beim 4:1-Erfolg über den TSV Abbehausen. Der 13. STV Voslapp bestreitet seine zwei ausstehenden Partien ebenfalls auf eigenem Platz, eine davon am Freitagabend gegen Tur Abdin. „Wenn wir dort gewinnen, sind wir durch“, blickte Höttges voraus.

Zwei Punkte sprechen zudem eindeutig für die Delmenhorster: Sie haben erst 26 Partien absolviert, die wenigsten aller Teams, und sie verfügen über ein ausgezeichnetes Torverhältnis. „Wir müssen einfach unsere Aufgaben erledigen, dann brauchen wir nicht auf die anderen zu gucken“, betonte Höttges. Auf Schützenhilfe könne Tur Abdin ohnehin nicht hoffen, sagte Özcan. „Es gibt in der Schlussphase der Saison immer einige mysteriöse Ergebnisse. Wenn die Liga dich nicht haben will, sorgt sie dafür. Aber wir haben zum Glück alles in der eigenen Hand.“

Im heutigen Duell mit dem Fünften Bockhorn hofft der Manager auf ein Unentschieden, während sich parallel dazu Nordenham und Wiefelstede im direkten Duell die Punkte gegenseitig abnehmen. An das Hinspiel gegen Bockhorn erinnern sich die Delmenhorster allerdings nur ungern. Erst setzte es eine 1:4-Pleite, dann wurde der Schiedsrichter nach dem Schlusspfiff auf dem Stadion-Parkplatz bedroht. Zur Strafe bekam Tur Abdin vom Sportgericht drei Punkte abgezogen – Zähler, die jetzt im Abstiegskampf schmerzlich vermisst werden. Wer genau im Rückspiel in Bockhorn auflaufen kann, weiß Höttges indes noch nicht. „Welche Schichtarbeiter frei bekommen, entscheidet sich kurzfristig“, sagte er. Große Änderungen im Vergleich zum Obenstrohe-Spiel plant der Abdin-Trainer aber nicht. Nur Kirst soll voraussichtlich zwischen die Pfosten zurückkehren.

Ein Erfolgserlebnis heute Abend wäre auch wichtig, um den Delmenhorstern Planungssicherheit zu geben. Da der Klassenerhalt nicht gesichert sei, ziehe sich einiges noch hin, schilderte Höttges. Der Coach selbst will aber höchstwahrscheinlich weitermachen. „Meine Tätigkeit war von vornherein für mindestens anderthalb Jahre geplant“, sagte Höttges, der die Mannschaft in der Winterpause übernahm. Auch die Spieler wollen bleiben: Laut Manager Özcan haben bis auf zwei oder drei Akteure alle für die kommende Spielzeit zugesagt – unabhängig von der Ligazugehörigkeit.

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