Fußball-Bezirksliga TSG Seckenhausen-Fahrenhorst gewinnt gegen Hoya

Seckenhausen. Ein wenig herrschte verkehrte Welt auf der Anlage der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. Die Bezirksliga-Fußballer der SG Hoya hatten sich nach dem Abpfiff am Mittelkreis formiert und stimmten singend und tanzend die begehrte 'Humba' an. Dabei hatten sie verloren.
30.08.2010, 02:31
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TSG Seckenhausen-Fahrenhorst gewinnt gegen Hoya
Von Malte Bürger

Seckenhausen. Ein wenig herrschte verkehrte Welt auf der Anlage der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst. Die Bezirksliga-Fußballer der SG Hoya hatten sich nach dem Abpfiff am Mittelkreis formiert und stimmten singend und tanzend die begehrte 'Humba' an. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Platzherren zum Großteil bereits vor dem strömenden Regen in Sicherheit gebracht und wärmten sich in der Kabine auf - dabei hatten eigentlich sie einen Grund zum Jubeln: schließlich gewannen die Seckenhauser mit 3:2 (1:2).

Aber genau diese vertauschten Rollen setzten sozusagen das i-Tüpfelchen auf das zuvor Gesehene. Jens Meyer, Trainer der SG Hoya, war während der gesamten 90 Minuten ständig bemüht, den Teamgeist in seiner Aufstiegsmannschaft zu wecken, um so mögliche spielerische Defizite zu kompensieren.

So wurde in Seckenhausen das Mittelfeld lieber zügig und mit weiten Bällen überbrückt, um dem Gegner nicht zu viel Angriffsfläche zu bieten. Mit Erfolg. Die TSG entfaltete nur selten ihr gefürchtetes Offensivspiel, hatte aber dennoch die Begegnung unter Kontrolle.

Bis zur 17. Minute. Hussein Hussein wollte einen Freistoß aus der eigenen Hälfte befördern, bediente jedoch Hoyas Lars Mrowczynski, der noch ein paar Meter lief und dann trocken ins untere linke Eck traf. Nach einer halben Stunde dann der nächste Rückschlag für die Platzherren, Keeper Jens Klusmeyer stürmte zu ungestüm aus seinem Tor und holte den vorherigen Torschützen von den Beinen - Strafstoß.

Jens Meyer konnte gar nicht hinsehen, als sein Schützling Timm Hormann zum Punkt marschierte. 'Der hat letzte Woche schon verschossen', murmelte er. Doch dieses Mal zielte er genauer, die Gäste führten mit 2:0.

'Spielerisch war das ganz wenig von uns', urteilte TSG-Trainer Wilco Freund. 'Uns ist es nicht gelungen, in die Tiefe zu spielen oder das Spiel breit zu machen.' Dennoch mühte sich seine Elf zum Anschlusstreffer. Ein Freistoß von Julian Michel wurde von einem gegnerischen Abwehrspieler unhaltbar ins Netz abgefälscht (40.). 'Für die Halbzeitansprache war das natürlich ganz wichtig', meinte Freund später.

Und seine Kabinenpredigt fand offene Ohren. Innerhalb von vier Minuten im zweiten Durchgang hatten die Seckenhauser das Ergebnis gedreht. Zunächst traf Fabian Timmermann nach einer feinen Körpertäuschung (48.), anschließend war Eike Müller per Kopf nach einer Ecke zur Stelle (50.). 'Dieses Spiel konnten wir heute nur über den Kampf gewinnen', bilanzierte Wilco Freund, 'und es ist gut für die Mannschaft zu wissen, dass sie auch so zu Erfolgen kommen kann.'

Bis die drei Punkte dann aber letztlich unter Dach und Fach waren, mussten die TSG-Kicker noch einige bange Momente überstehen. Nur Sekunden vor dem Schlusspfiff tauchte Hoyas Alexander von Behr vor Keeper Klusmeyer auf, brachte das Leder aber auch bei drei direkt aufeinanderfolgenden Versuchen nicht am Schlussmann vorbei.

Und Jörg Meyer? Der sang und tanzte am Ende mit seinen Spielern, wenngleich ihm eigentlich nur geringfügig nach Spaß zumute war. 'Wir sind wieder einmal vom Schiedsrichter ganz klar benachteiligt worden', urteilte er über den Unparteiischen. In der Tat hatte Steffen Leseberg (Rodewald) nicht seinen besten Tag erwischt, jedoch auf beiden Seiten zum Teil für skeptische Blicke gesorgt. So feierten letztlich doch die Gastgeber - wenn auch in der wärmenden Umkleidekabine.

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