Fußball-Kreisliga TSV Ganderkesee siegt nach doppeltem Rückstand

Der TV Jahn Delmenhorst kassiert spät das entscheidende 2:3 und muss in der Fußball-Kreisliga einen Rückschlag hinnehmen.
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Von Ralf Kilian

„Kaputt, aber gewonnen“: So einfach fiel das Fazit von Stephan Schüttel, Trainer des TSV Ganderkesee, nach dem 3:2 (1:2)-Heimsieg in der Fußball-Kreisliga gegen den TV Jahn Delmenhorst aus. Eine Woche nach der 0:8-Klatsche bei Herbstmeister SV Atlas Delmenhorst II („Da dachte ich, die Jungs schwitzen nicht mal.“) war Rehabilitation angesagt. Die lieferte der TSV Ganderkesee im zweiten Durchgang. Fabian Mucker sezierte mit Zuckerpässen, die zwei Tore einleiteten, die Jahn-Defensive. Damit zeigte sich erneut die Ausgeglichenheit der Liga hinter Atlas und vor den vier Abstiegskandidaten.

Jahn hätte auf einen Punkt am zweiten Platz dranbleiben können und sich für nächsten Sonnabend ein echtes Spitzenspiel gegen den Tabellenführer bescheren können. „Das Ding müssen wir in der ersten Halbzeit klarmachen“, ärgerte sich Coach Arend Arends. Zweimal gingen die Violetten in Führung, mussten aber schlussendlich auch den vielen Ausfällen Tribut zollen. „Wir hatten die halbe zweite Herren auf dem Platz, dafür haben wir ein gutes Spiel gemacht. Man kann nicht verlangen, dass alle Abläufe sitzen“, gab sich Arends milde. So wurde mit zunehmendem Spielverlauf deutlich, dass es Sturmspitze Marc Pawletta an Unterstützung fehlte.

Ganderkesee wollte trotz der Regenfälle unbedingt spielen. „Darauf haben wir im Training hingearbeitet, wir wollten das durchziehen. Am Donnerstag sind nach dem Training einige vom Platz gekrochen“, blickte Schüttel auf eine harte, aber letztlich produktive Trainingswoche zurück. Die hohe Intensität wurde von der ersten Sekunde ins Spiel übertragen, wobei die Gäste ebenfalls keinen Zentimeter preisgaben. Die Zweikämpfe wurden sofort mit offenem Visier geführt, dabei hatten die Jahner einige gute Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte.

Pawlettas Flachschuss (13.) war der Auftakt einer überlegen geführten halben Stunde der Delmenhorster. Byron Garcia rettete auf der Linie (17.) und TSV-Keeper Marvin Ksiezyk parierte gegen Pawletta (18.). Bester Mann beim TV Jahn über die gesamten 90 Minuten war der A-Jugendliche Gabriel Hirsz, der aus seiner Rechtsverteidigerposition sehr viel machte und immer wieder anschob. Zur Führung brauchte es allerdings einen Eckball von Okan Özcan, den Pascal Sroka per Kopf zum 1:0 versenkte (29.). Ganderkesee hatte bis dahin nur eine, wenn auch sehr gute, Möglichkeit durch Bjarne Walkenhorst herausgekontert (19.). Doch nach Steilpass von Mucker auf Walkenhorst vernaschte Ganderkesees Nummer 32 zwei Gegenspieler und schob zum 1:1 ein (34.). Jahn antwortete mit Diagonalpass von Gradtke auf Pawletta, der den eingelaufenen Hirsz bediente – 1:2 (43.).

Das war verdient, doch keine 60 Sekunden nach dem Seitenwechsel schon wieder Geschichte. Kevin Kalinowski foulte Walkenhorst gleich zweimal im Sechzehner, da hatte Schiri Frank Dobroschke keine andere Wahl als auf den Punkt zu zeigen. Benny Latwesen ließ sich das Geschenk nicht nehmen und verwandelte zum 2:2 (46.). Der starke Walkenhorst hätte die Partie schon drehen können (47.), auf der Gegenseite rettete sein Kapitän Sascha Reepel in allerhöchster Not auf der Linie gegen Pawletta (55.). Die Gäste erkämpften sich ihre Feldüberlegenheit zurück, doch Pawletta (59./63.), Tim Krawczyk (68.) und besonders Marcel Maus (73.) vergaben vielversprechende Ansätze.

Ganderkesees Konter wurden in der Schlussviertelstunde immer präziser. Jahn-Keeper Edward Keiser musste gegen Lukas Löffler und Byron Garcia (75.) glänzend reagieren und hätte mit einer weiteren Glanztat fast das TSV-Siegtor verhindert. Mucker hatte Garcia mit 30-Meter-Pass überragend eingesetzt. Garcia scheiterte zunächst an Keiser, verwandelte aber den Abpraller zum 3:2 (81.). Danach hätte insbesondere Latwesen (86./91.) zwingend erhöhen müssen. „Wir vergeben Chancen, da wäre ich am liebsten nach Hause gegangen“, zitterte sich Schüttel zum Sieg. Kollege Arends ärgerte sich – „das hätten wir gewinnen können“ – und blickte voraus: „Gegen Atlas haben wir jetzt das einfachste Spiel der Saison vor der Brust.“

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