2. Basketball-Regionalliga TSV Lesum-Burgdamm braucht Schützenhilfe

Lesum. Der zu Saisonbeginn hoch gehandelte TSV Lesum-Burgdamm ist drei Spieltage vor Saisonende im Abstiegskampf der 2. Basketball-Regionalliga West der Herren verwickelt. Die Tabellenkonstellation sorgt dafür, dass sich die Nordbremer zwischen Glaube und Hoffnung bewegen.
25.03.2011, 05:00
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Von Jens Pillnick

Lesum. Der zu Saisonbeginn hoch gehandelte TSV Lesum-Burgdamm ist drei Spieltage vor Saisonende tief im Abstiegskampf der 2. Basketball-Regionalliga West der Herren verwickelt. Die Tabellenkonstellation sorgt dafür, dass sich die Nordbremer zwangsläufig zwischen Glaube und Hoffnung bewegen.

Den Glaube daran, in den noch ausstehenden Begegnungen zwei- oder dreimal das Feld als Sieger zu verlassen. Die Hoffnung darauf, dass die im Kampf um den Klassenerhalt ebenfalls verstrickten Teams der BG '89 Rotenburg/Scheeßel und TK Hannover noch eins, besser zwei ihren Spiele verlieren. Denn fest steht: Aus eigener Kraft kann der TSV Lesum-Burgdamm bei einem Punkt Rückstand auf das mitgefährdete Duo den rettenden neunten Rang nicht erreichen. Bei Punktgleichheit im Abschlussklassement würde Lesum allerdings jeweils vorne liegen.

"Wir haben es nicht in eigener Hand. Jetzt zählt es, Spiele zu gewinnen und Daumen zu drücken, dass die anderen Punkte lassen", beschreibt Lars Kaniok, der mit Danny Herbst das Spielertrainer-Duo bildet, die Situation. Und Kaniok glaubt, dass Lesum auf jeden Fall bereit für die vor Spannung knisternde Endphase ist und zunächst einmal Siege gegen den Vorletzten Quakenbrück und Schlusslicht Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB II schaffen wird.

"Ich hoffe, dass Hameln nicht entscheidend wird", setzt Kaniok auf eine Entwicklung zugunsten der Lesumer vor dem finalen Spieltag. Soll heißen: Einer der beiden direkten Konkurrenten müsste zweimal verlieren. Und was, wenn das Spiel in Hameln Endspielcharakter hat? "Um solche Spiele zu bestreiten, machen wir doch letztlich unseren Sport", sieht Kaniok auch in der Rattenfängerstadt Siegchancen.

Reelle Siegchancen hatten sich die Lesumer beim Saisonstart im September übrigens gegen den Großteil der Liga ausgerechnet und sich selbst auf einer nahen Position hinter dem Spitzenduo angesiedelt. Doch es kam ganz anders - Stand heute weist die Tabelle die Lesumer als Drittletzten mit nur fünf Siegen aus 19 Partien aus. "Wir haben uns überschätzt und den zeitlichen Aufwand unterschätzt", sucht Lars Kaniok nach einer Erklärung für den unerfreulichen Saisonverlauf. "Vor zwei Jahren haben die meisten Spieler zeitlich noch mehr investieren können."

Dass wenigstens ein gesicherter Mittelfeldplatz verfehlt wurde, macht Kaniok an einigen aus seiner Sicht unnötig verlorenen Partien wie zweimal gegen Braunschweig und bei BSG Bremerhaven fest. Nun soll das am vergangenen Wochenende locker gewonnene Rückspiel gegen die Seestädter als Wendepunkt herhalten.

Lesums Topscorer Jörg von Döllen setzt nach zuvor acht Niederlagen am Stück auf einen "Schub", warnt aber davor, den 107:62-Sieg zu überschätzen, denn der sei gegen eine Rumpfmannschaft ohne Trainer Pflicht gewesen: "Es sollte jetzt keiner ausflippen." Seinen Optimismus nimmt von Döllen vielmehr daher, dass "seit ein paar Wochen viel besser trainiert wird und die Stimmung gut ist."

Sich und seinen Mannschaftskameraden gibt der 29-Jährige mit auf den Weg, "jetzt nur von Spieltag zu Spieltag zu gucken. Wenn man sich zu viele Gedanken macht, dann ist der Kopf nicht mehr frei". Frei war der Kopf seiner Meinung nach gleich nach dem ersten Spieltag schon nicht mehr. Die 70:117-Packung beim Bürgerfelder TB bezeichnete er als "Schlag ins Genick". Nach einer Vorbereitung mit wenig personeller Kontinuität hagelte es Niederlagen - zunehmend auch unglückliche. "Wenn man unten drin steht, hat man in engen Spielen kein Glück", scheut sich von Döllen nicht, diese in allen Sportarten gerne benutzt Weisheit zur Erklärung heranzuziehen. Und er scheut sich auch nicht, die ehemals ambitionierten Saisonziele zu bestätigen: "Von den Namen her dachte ich, dass wir oben mitspielen könnten. Von Rang drei an schien mir alles erreichbar." Nun ist der TSV Lesum-Burgdamm vom Tabellenende aus betrachtet Dritter und strampelt ums sportliche Überleben.

Gerüchte, wonach der TSV Lesum-Burgdamm - egal in welcher Spielklasse - vor dem personellen Zerfall stehe, wollten Lars Kaniok und Jörg von Döllen nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil. "Ich habe Lust weiterzumachen. Der einzige, von dem ich weiß, dass er uns verlassen wird, ist Danny Herbst, der einen neuen Job in Frankfurt hat", erklärte Lars Kaniok. Eine Einschätzung, die Jörg von Döllen bestätigte. Einer Bestätigung, dass er in Lesum bleiben werde, kommt dies aber nicht gleich.

Wie im vergangenen Jahr kündigt der Zwei-Meter-Mann an, sich wieder erst spät entscheiden zu wollen. Zunächst stünde nach Beendigung der Basketball-Saison für ihn nämlich ein neues Projekt im Vordergrund. Der 29-Jährige will sich intensiv auf sein Marathon-Debüt vorbereiten - und das soll am 2. Oktober beim swb-Marathon in Bremen erfolgen.

Mit entsprechenden Laufeinheiten kann Jörg von Döllen am 10. April beginnen: Dann nämlich steht spätestens fest, ob der TSV Lesum-Burgdamm den Kampf gegen den Abstieg gewonnen hat oder künftig in der Oberliga beheimatet ist.

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