Fußball

TSV Okel: Mit viel Leidenschaft zum Punktgewinn

Ein weiterer Punkt im Abstiegskampf: Der TSV Okel holt in der Fußball-Bezirksliga ein 1:1 gegen den formstarken TuS Sudweyhe.
17.11.2019, 19:11
Lesedauer: 3 Min
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Von Von Sven Hermann
TSV Okel: Mit viel Leidenschaft zum Punktgewinn

Okels Rico Volkmann (am Ball) nutzte den Patzer von Sudweyhes Keeper Jannik Theiß aus und traf zum 1:0.

Braunschädel

Okel. Was mit viel Kampfgeist und mitreißender Leidenschaft alles möglich ist, bewiesen die Fußballer des TSV Okel im Aufeinandertreffen der Bezirksliga mit dem favorisierten TuS Sudweyhe.War der Neuling im Hinspiel beim 1:8 noch hoffnungslos unterlegen, so sicherte er sich jetzt einige Monate später beim 1:1 (0:0) einen wertvollen Punktgewinn im Abstiegskampf. Und es war sogar noch mehr drin. Keine Frage, der TSV Okel hat seit dem verpatzten Saisonstart einen Riesenschritt gemacht.

„Es war mehr drin“, sagte beispielsweise Okels Mittelfeldakteur Jörn Kastens kurz nach Spielschluss. Und Rechtsverteidiger Marlon Reyher entgegnete sogar: „Es fühlt sich an wie eine Niederlage.“ Eine Minute vor dem Abpfiff hatten es die Gastgeber tatsächlich in der Hand, einen Sieg zu landen, scheiterten jedoch bei einer turbulenten Dreifachchance. Zunächst köpfte Clemens Backhaus den Ball nach einer Ecke von Rico Volkmann an den Pfosten, der Nachschuss von Marvin Zwiebler wurde dann abgeblockt. Beim dritten Versuch rutsche Jörn Kastens das Leder über den Spann. „Wir haben uns Chancen herausgespielt. Im Vergleich zum Anfang der Saison haben wir einen großen Schritt gemacht. Das hätte niemand gedacht. Wer hier herkommt, muss sich auf etwas gefasst machen“, ergänzte Kastens nicht ohne Stolz. Wobei der erste Abschnitt an die Gäste aus Sudweyhe ging, die sich leichte Vorteile erspielten. Ein Schuss von Maik Behrens rauschte nur knapp am rechten Pfosten vorbei (6.). Zehn Minuten später versuchte es Sudweyhes Linksverteidiger Calvin Helms, doch auch dessen Schuss landete knapp neben dem Tor. Ein Freistoß von Behrens landete anschließend über dem Tor (17.). Nach einer Hereingabe von Jan-Ove Bäker versuchte es Angreifer Stephen Bohl mit der Hacke, doch auch dieses Mal landete das Leder im Toraus (24.). Die größte Möglichkeit der Gäste vereitelte Okels Torwart Lucas Feldmann, der einen Schuss von Behrens über die Latte lenkte (34.).

Doch die Okeler kämpften leidenschaftlich gegen spielerisch überlegenen Sudweyher an und zogen das heimische Publikum in ihren Bann. Unmittelbar nach der Halbzeit beförderte Marvin Zwiebler den Ball gefährlich vor das Gästetor, doch keiner seiner Mitspieler war zur Stelle. Kurze Zeit später bewies Okels Offensivkraft Rico Volkmann einmal mehr seine große Schlitzohrigkeit. TuS-Torhüter Jannik Theiß wollte den Ball sauber herausspielen anstatt zu klären und patzte. Volkmann luchste ihm das Leder ab, behielt die Übersicht und traf ins leere Tor (51.). „Kein Vorwurf an Jannik. Er ist ein überragender Torwart und hat uns in anderen Situationen im Spiel gehalten. Es ist unser Plan, dass er als spielender Torwart mit zum Spielaufbau beitragen soll. Da passiert so etwas schon mal“, kommentierte TuS-Coach Benjamin Jacobeit. Zwei dieser Szenen, die Jacobeit meinte, spielte sich dann in der 68. und 74. Minute ab. Dabei lenkte der Schlussmann zunächst einen Schuss von Rico Volkmann mit den Fingerspitzen zur Ecke ab. Dann setzte sich Zwiebler durch und tauchte frei vor Theiß auf, der die Kugel mit einem Reflex zur Ecke lenkte. Dazwischen traf Jendrick Meissner fast noch ins eigene Tor (70.). Reichlich turbulent ging es zwischen der 77. und 80. Minute zu. Okels Torhüter Lucas Feldmann foulte Stephen Bohl und der Unparteiische Mirel-Ioan Arghir zeigte zum Entsetzen der Gastgeber auf den Elfmeterpunkt. Bohl trat selbst an und scheiterte dabei an Feldmann (77.). Doch der Stürmer machte seinen Fehler sofort wieder wett. Nach einer Ecke von Jason-Mark Traemann sprintete er in Richtung kurzen Pfosten und köpfte das Leder ein (78.). Mit der nächsten Entscheidung brachte Referee Arghir das Okeler Publikum dann endgültig gegen sich auf. Nach einem Schubser von Calvin Helms fiel Zwiebler, doch dieses Mal verzichtete der Schiedsrichter auf den Elfmeterpfiff, was wütende Proteste des Okeler Publikums zur Folge hatte. Doch der Okeler Anhang trieb seine Elf sogar mit Okel-Sprechchören weiter nach vorne. Fast hätten die Spieler ihre treue Anhängerschaft in der besagten 89. Minute noch belohnt, doch das Glück stand den Platzherren bei der abschließenden Dreifachchance nicht zur Seite. „Wir wussten, dass es hier nicht einfach wird. In der ersten Hälfte waren wir klar spielüberlegen, im zweiten Abschnitt haben wir dann unsere Struktur verloren. Doch die Mannschaft hat sich in diesem Hexenkessel astrein verhalten, hat alles, was von der Seitenlinie aus reingeworfen wurde, ausgeblendet“, lobte Jacobeit. „Diese Emotionalität macht Okel aus. Wir haben viel Kampf und Leidenschaft reingelegt, immer wieder Pressingsituationen hergestellt und gezeigt, dass wir mithalten können“, kommentierte Okels Trainer Lutz Schröder.

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