Schnelle Gegentore: Heimspiel gegen Rehden schon nach einer Viertelstunde verloren / Rathjen muss früh raus TSV Ottersberg beginnt zu zaghaft

Ottersberg. Nach vier Meisterschaftsspielen ohne Niederlage haben die Oberliga-Fußballer des TSV Ottersberg am Sonntagnachmittag ihren Meister gefunden. Nach zwei frühen Gegentoren - Stürmer Mehmet Koc traf in der fünften und 15. Minute doppelt - mussten sie im Heimspiel gegen den über weite Strecken im Stil einer Spitzenmannschaft auftretenden BSV Rehden eine 0:2 (0:2)-Niederlage quittieren.
26.09.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ehrhard Müller

Ottersberg. Nach vier Meisterschaftsspielen ohne Niederlage haben die Oberliga-Fußballer des TSV Ottersberg am Sonntagnachmittag ihren Meister gefunden. Nach zwei frühen Gegentoren - Stürmer Mehmet Koc traf in der fünften und 15. Minute doppelt - mussten sie im Heimspiel gegen den über weite Strecken im Stil einer Spitzenmannschaft auftretenden BSV Rehden eine 0:2 (0:2)-Niederlage quittieren.

"Das Ergebnis geht in Ordnung", stellte der im Verlauf der ersten Halbzeit mächtig in Rage gekommene Ottersberger Coach Axel Sammrey fest. Gleichzeitig tröstete er sich und seine Schützlinge. "Rehden wird um die ersten fünf Tabellenplätze mitspielen. Ich erwarte die Mannschaft nächste Saison in der Regionalliga." Das vierte Saisonspiel vor eigenem Publikum nahm jedoch nicht nur wegen der frühen Koc-Treffer einen ungünstigen Verlauf aus Ottersberger Sicht. Der BSV Rehden betrieb von der ersten Minute an einen läuferisch hohen Aufwand und ging obendrein körperbetont und oftmals bis an den Rand der Legalität ans Werk. Mit dem Ergebnis, dass der Ottersberger Mannschaft nach Ansicht von Sammrey der "Schneid abgekauft" wurde. Gab der Trainer zu: "Was den Körpereinsatz betrifft, haben wir Lehrgeld bezahlt." Vor allem an den kräftig gebauten Innenverteidigern Manuel Meyer und Michael Wessel sowie dem in einem 4-4-2-System mit Mittelfeldraute als Sechser aufgelaufenen Maarten Schops gab

es für die auch gedanklich langsameren Ottersberger Spieler zunächst ein Vorbeikommen.

So konnte die Heimelf in der ersten Halbzeit lediglich durch Eckbälle, vier an der Zahl, und Freistöße für etwas Gefahr vor dem Rehdener Kasten von Torwart René Dammerow sorgen. In der Regel kamen die Bälle jedoch zu ungenau, und der TSV Ottersberg konnte nicht einen zwingenden Torabschluss verzeichnen. Das änderte sich erst nach dem Seitenwechsel wenigstens etwas. Inzwischen deutlich couragierter, eroberte sich der TSV Ottersberg mehr Spielanteile, Dammerow musste sich aber auch in dieser Phase nicht einer ernsthaften Prüfung unterziehen. Es dauerte bis zur 62. Minute, bis Alexander Neumann die erste nennenswerte Torchance der Heimmannschaft erzwang. Sein Drehschuss strich am Tor vorbei.

Rehdens Coach Jürgen Stoffregen hatte sich in der Halbzeit dazu entschlossen, das System zu ändern. Er opferte seinen Zehner Christian Schiffbänker (fortan im linken Mittelfeld) und brachte mit dem früheren Werder-Profi Francis Banecki einen zweiten zweikampfstarken Mann für das zentrale defensive Mittelfeld. Der Rekonvaleszent und wuchtige Allrounder des BSV Rehden schlug mehrere gut getimte Pässe in die Spitze vor allem aber trug er zu mehr Stabilität im Zentrum seiner Mannschaft bei. "Der Situation geschuldet", erklärte Rehdens Trainer Baneckis Einwechslung, der den hochaufgeschossenen Ottersberger Spielmacher Sebastian Koltonowski als Gefahrenherd ausgemacht hatte. Stoffregen: "Wir haben nach 20 Minuten zunehmend die Lufthoheit verloren, und Francis ist ein kopfballstarker Spieler." Wie der Ex-Profi auf der Rehdener Trainerbank bemerkte, sei er im Endeffekt "heilfroh" über den Dreier auf dem Ottersberger Wümme-Sportplatz. "Hier werden noch einige Mannschaften Punkte lassen."

Der TSV Ottersberg hat gestern nicht nur die drei Zähler, sondern aller Voraussicht nach auch Christian Rathjen verloren. Am Freitagabend in Bückeburg droht ihm ein ernsthaftes Torwartproblem. Obwohl der Ex-Bassener während der vergangenen Woche wegen einer Muskelverletzung ein ärztliches Trainingsverbot bekommen hatte, lief er gegen Rehden mit der Startelf auf - bat aber schon nach einer Viertelstunde um seine Auswechslung. Tjaven Hülsemeyer, zu Saisonbeginn die Ottersberger Nummer vier, löste Rathjen ab (27.), handelte sich leichtsinnigerweise eine Gelbe Karte ein (43.), blieb gegen einen in der zweiten Halbzeit den 2:0-Vorsprung weitestgehend verwaltenden BSV Rehden aber ohne große Herausforderungen.

Rathjen hatte sich bereits am frühen Mittag mit Sammrey und Torwarttrainer Detlef Meyer getroffen, um nach einem Belastungstest zu entscheiden, ob sein Einsatz Sinn mache. Der Keeper gab grünes Licht, machte in der Anfangsphase des Spiels jedoch eine so unglückliche Bewegung, dass die Verletzung wieder schmerzhaft zurückkehrte. "In erster Linie Pech für Christian", stellte Sammrey fest, der seinem Torhüter aber keinen "falschen Ehrgeiz" bescheinigen wollte.

Huhn für zwei Wochen gesperrt

Auch gegen den VfL Bückeburg wird Innenverteidiger Alexander Huhn dem TSV Ottersberg fehlen. Wegen seiner Roten Karte in Lüneburg schon gestern Nachmittag nicht einsatzberechtigt, muss er auch am Freitagabend noch zwangspausieren. Huhn hat eine zweiwöchige Sperre bekommen. Die Begründung: ein sogenanntes Fußvergehen.

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