Bezirksliga: Manuel Celik überragt beim 2:0-Heimerfolg gegen Eintracht Wiefelstede Tur Abdin bleibt dran im Abstiegskampf

Delmenhorst. Durch eine sehr disziplinierte Mannschaftsleistung mit einem überragenden Manuel Celik an der Spitze hat der SV Tur Abdin weiter alle Chancen im Abstiegskampf der Fußball-Bezirksliga.
12.05.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ralf Kilian

Delmenhorst. Durch eine sehr disziplinierte Mannschaftsleistung mit einem überragenden Manuel Celik an der Spitze hat der SV Tur Abdin weiter alle Chancen im Abstiegskampf der Fußball-Bezirksliga. Mit dem hochverdienten 2:0 (1:0)-Erfolg im Nachholspiel gegen Eintracht Wiefelstede verkürzten die Delmenhorster den Rückstand zum rettenden Ufer auf einen Punkt. Tur Abdin kann die Liga aus eigener Kraft halten, weil die Mannschaft noch ein Spiel mehr als der FC Hude hat und am nächsten Spieltag das Duell mit dem direkt vor ihr platzierten FC Rastede ansteht. Auch Wiefelstede droht noch mal unten reinzurutschen, die Harmlosigkeit der Ammerländer am Mittwochabend war beängstigend. „Zunächst zählen für uns nur die drei Punkte gegen einen mittlerweile wieder direkten Konkurrenten“, bewertete Interimstrainer Daniel Yousef den Dreier ruhig.

Während der 90 Minuten war Yousef alles andere als ruhig, dirigierte seine Mannschaft permanent. Das half seinem Team offenbar: Die Gäste arbeiteten sich keine einzige echte Torchance heraus. Abdin hatte dagegen mehr als ein halbes Dutzend klare Einschussmöglichkeiten. „Das war natürlich keine hundertprozentige Chancenverwertung von uns, aber darauf will ich jetzt nicht herumreiten“, meinte Yousef. Die Abdiner betrieben einen hohen Laufaufwand, weswegen es ihnen im Abschluss etwas an Kraft und daraus resultierend an Präzision mangelte. Insbesondere Celik war nie zu bremsen, nahm es ständig mit mehreren Kontrahenten auf und ging nach Ballverlust sofort ins Gegenpressing. Dieser Wille zu verteidigen hatte im bisherigen Saisonverlauf oft gefehlt. 81 Gegentore sprechen eine klare Sprache.

Gegen Wiefelstede zeichnete sich früh ab, dass Abdins kontrollierte Offensive ein Erfolgsrezept sein würde. Yousefs Bedenken wurden schnell zerstreut: „Wir hatten gegen Stenum ein tolles Spiel gemacht. Deshalb hatte ich ein bisschen Bammel, dass die Jungs überheblich sein könnten.“ Aus einer sicheren Deckung um Anführer Paul Leis heraus wurden immer wieder schnelle Angriffe gestartet. Die Qualität der Chancen von Habib Kilic (3.), Artjom Prieb (7.) und Johannes Artan (9./Außennetz) wurde Stück für Stück gesteigert, bis sich Manuel Celik auf links energisch gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und auf Marcel Maus zurücklegte, der den Ball mit links aus 13 Metern zum 1:0 unter die Latte knallte (14.).

Das gab zunehmend Sicherheit, Abdin variierte seine Spielweise mit viel Ballbesitz einerseits und langen Bällen auf die schnellen Artan und Celik andererseits und beherrschte die Partie. Celik traf nach 26 Minuten nur den Außenpfosten, auch Artan und Prieb hätten erhöhen können. Wiefelstedes Offensivbeitrag bestand aus einem 16-Meter-Schüsschen von Nicolas Heibült (34.) – und das blieb bis zum Ende der einzige Schuss aufs Tor, obwohl sich die Gäste nach Wiederanpfiff um mehr Druck bemühten. „Da haben wir etwas zu viel Raum gelassen“, meinte Yousef. Diese Phase dauerte jedoch nur kurz: In der 57. Minute holte Celik gegen drei Gegner einen Freistoß heraus und zirkelte ihn aus halbrechter Position ins kurze Eck – 2:0.

In der Folgezeit mussten die Zuschauer statt um die Punkte eher um einen Spielabbruch fürchten, weil das Flutlicht auf dem Stadion-Nebenplatz kaum heller war als die Laternen auf der Düsternortstraße. Aber Schiedsrichter Malec Mohammad reichten die dürftigen Lichter aus, um weiterspielen zu lassen und Wiefelstedes Kapitän Fabian Laue nach 71 Minuten etwas überzogen wegen wiederholten Foulspiels vom Platz zu stellen. Dadurch wurde die Überlegenheit Abdins noch klarer, Prieb und Artan hätten nachlegen können (73./74.). In der Schlussminute gab es noch eine Dreifachchance für Johannes Artan (zweimal) und Michael Sen. Einziges Manko an diesem Abend aus Delmenhorster Sicht war die verpasste Chance, das schwache Torverhältnis zu verbessern. Trotzdem geht Yousef „sehr entspannt“ in die letzten drei Runden.

SV Tur Abdin - SV Eintracht Wiefelstede 2:0 (1:0) SV Tur Abdin: Riechers - Kilic, Meyer, Seibel (87. G. Celik) , Maus, Pries, Mutlu (54.Tezel), M. Celik (90. Sen), Artan, Leis, Demir Tore: 1:0 Maus (14.), 2:0 M. Celik (58.) Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Fabian Laue (Wiefelstede, 71.) RKI
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