Fußball-Landesliga TuS Heidkrug verliert gegen Ex-Torhüter

Delmenhorst. Der TuS Heidkrug verliert in der Landesliga-Partie gegen den VfB Oldenburg II mit 3:0. Der Oldenburger Torhüter David Lohmann hat seinen Kasten gegen seine ehemaligen Mitspieler sauber gehalten.
29.08.2011, 05:00
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TuS Heidkrug verliert gegen Ex-Torhüter
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Was sich gestern kurz nach dem Abpfiff auf dem Platz am Bürgerkampweg abspielte, hatte Symbolcharakter: Der Oldenburger Torhüter David Lohmann lief trotz Regens strahlend über den Rasen und begrüßte alte Bekannte am Spielfeldrand, seine ehemaligen Kollegen vom TuS Heidkrug verschwanden dagegen schnell in der Kabine. Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte wurde für den 22-Jährigen zu einem vollen Erfolg: Lohmann hielt seinen Kasten sauber und gewann mit dem VfB Oldenburg II die Fußball-Landesliga-Partie gegen seinen Ex-Club mit 3:0 (2:0).

Entscheidend waren dabei gleich die ersten 20 Minuten des Spiels, in denen die Gastgeber vor rund 150 Zuschauern drei große Chancen zur Führung liegen ließen. Nach einer Balleroberung von Marvin Osei wurde zunächst ein Schuss von TuS-Stürmer Patrick Klenke gerade noch abgeblockt (8.). Dann folgten die Minuten des David Lohmann. Erst rettete er gegen den frei auf ihn zulaufenden Dariusch Azadzoy (9.), dann verhinderte der Torhüter mit einer starken Fußabwehr ein mögliches Tor von Kevin Radke (15.). "Ich bin froh, dass wir da nicht in Rückstand geraten sind. Dann wäre es in Heidkrug sehr schwer geworden", sagte Lohmann.

Heidkrugs Trainer Ralf Faulhaber haderte hingegen mit der schlechten Chancenverwertung seiner Mannschaft: "Wären wir 1:0 in Führung gegangen, wäre das Spiel sicher anders gelaufen. Dann hätten wir voll auf Konter spielen können." Doch es kam anders: Mit ihrer ersten guten Torgelegenheit in der 19. Minute gingen die Gäste sofort 1:0 in Führung. Der pfeilschnelle Dionissios Ipsilos entwischte der TuS-Deckung und traf den Pfosten, Niklas Fasshauer verwertete den Abpraller. Die Oldenburger hätten jeden Fehler eiskalt bestraft, stellte Faulhaber anerkennend fest. "Gegen die werden noch ganz andere Mannschaften schlecht aussehen. Die Niederlage wirft uns nicht um." Zwar überzeugten die Oldenburger durchaus mit großer taktischer Disziplin und schnellem Spiel in die Spitze, doch oft machten es die Heidkruger den Gästen auch zu einfach. So etwa beim zweiten Treffer der VfB-Reserve: Erst ging der Ball im Mittelfeld leichtfertig verloren, dann verließ TuS-Torhüter Mikel Kirst seinen Strafraum,

um zu klären, trat jedoch über den Ball. Ipsilos bedankte sich und schob mühelos zum 2:0 für die Gäste ein (26.). Faulhaber machte seinem Torhüter jedoch keinen Vorwurf: "Solche Fehler passieren. Dafür hat Mikel danach noch mehrmals großartig gerettet." Damit spielte der TuS-Trainer unter anderem auf eine Szene in der 44. Minute an, als Kirst mit dem Fuß gegen den wieder einmal durchgebrochenen VfB-Stürmer Ipsilos rettete.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Heidkruger bereits mit einem Spieler mehr auf dem Feld. Der offenbar übermotivierte Oldenburger Stürmer Marco Prießner, der wie Lohmann aus Delmenhorst stammt, hatte Philip Stephan überhart umgegrätscht und dafür vom souveränen Schiedsrichter Mike Hartmann (Osnabrück) zurecht die Rote Karte gesehen (30.). Aus der numerischen Überlegenheit schlugen die Heidkruger jedoch kein Kapital. "Dass wir einer mehr waren, konnte man kaum erkennen", gab Faulhaber zu. Woran das gelegen habe, könne er sich nicht erklären.

Unerklärlich war auch die hohe Anzahl der Fehlpässe im Heidkruger Spiel nach vorne, die der VfB-Reserve immer wieder Konterchancen ermöglichten. Eine davon nutzte der eingewechselte Andre Jädtke gegen die aufgerückte TuS-Defensive zum 3:0 für die Gäste (74.). Gerade über die linke Abwehrseite der Gastgeber kamen die Oldenburger bei ihren Angriffen oft zum Zug, was auch daran lag, dass Trainer Faulhaber seine Startelf auf zwei Positionen umstellen musste. Rechtsverteidiger Ron-Martin Klenke und Offensivakteur Miguel Trocha fehlten krank. Dafür rückte Gerry Klenke auf die linke Seite der Viererkette, und Sven Apostel musste im ungewohnten linken Mittelfeld ran. Azadzoy spielte im Zentrum. "Einige Spieler aus der zweiten Reihe sind noch nicht so weit. Deshalb mussten wir die Ausfälle durch Umstellungen kompensieren", berichtete Faulhaber. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch TuS-Kapitän Patrick Finke: Der Innenverteidiger musste mit Verdacht auf eine Muskelverletzung gegen Tobias

Döpkens ausgewechselt werden (50.).

Somit war es ein schwarzer Nachmittag für den TuS Heidkrug, der in einigen Szenen auch Pech hatte. Zum Beispiel in der 89. Minute, als Patrick Klenke nach einem verunglückten Lohmann-Abwurf noch seine Chance bekam, aber nur den Pfosten traf. Obwohl das Spiel zu diesem Zeitpunkt längst entschieden war, zeigte sich der Oldenburger Torhüter sehr erleichtert darüber, dass dieser Ball nicht im Tor landete. Den Grund verriet er nach dem Spiel: "Ich hatte mit Patrick Klenke gewettet, dass ich zu null spiele." Lohmann darf sich nun auf eine Einladung zum Essen von seinem früheren Mitspieler freuen.

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