Mit dem 34-jährigen Routinier verlässt ein ganz wichtiger Spieler den Fußball-Landesligisten aus Ritterhude

TuSG verliert Necati Uluisik an den Bremer SV

Ritterhude. Es ist schon ein wenig kurios. Da profitiert ausgerechnet der in der Hinrunde so schwer enttäuschende Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe vom großen Chaos bei Bremen-Ligist Bremer SV – findet dort einen neuen Trainer und neue Spieler.
18.01.2018, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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TuSG verliert Necati Uluisik an den Bremer SV
Von Tobias Dohr

Ritterhude. Es ist schon ein wenig kurios. Da profitiert ausgerechnet der in der Hinrunde so schwer enttäuschende Fußball-Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe vom großen Chaos bei Bremen-Ligist Bremer SV – findet dort einen neuen Trainer und neue Spieler. Und die starke TuSG Ritterhude, die als Aufsteiger eine kaum für möglich gehaltene Hinserie in der Landesliga Lüneburg gespielt hat, verliert am Ende dieses ziemlich verrückten „Bäumchen-wechsel-Dich“-Spiels in der Fußballszene nun tatsächlich einen ihrer besten Spieler.

Necati Uluisik wird die TuSG nach nur einem halben Jahr wieder verlassen und sich dem nach wie vor ambitionierten Traditionsklub aus dem Bremer Westen anschließen. Der BSV hatte infolge des Spielerstreiks bekanntermaßen einen großen Aderlass – und muss den Kader nun entsprechend qualitativ auffüllen, um die selbst gesteckten Ziele nicht vollkommen aus den Augen zu verlieren. Auch Ritterhudes Trainer Julian Geils bestätigte den Transfer: „Es ist noch nicht alles geklärt zwischen den Vereinen, aber der Wechsel wird über die Bühne gehen.“

Uluisik trainiert bereits beim Bremer SV mit, soll dort in der Rückserie offenbar die Rolle des spielenden Co-Trainers übernehmen und perspektivisch vielleicht sogar mal den Cheftrainerposten. Doch diese fernen Zukunftsvisionen waren nicht der entscheidende Grund für Uluisik. Vielmehr ging es dabei um existenzielle Dinge der Gegenwart. Der 34-jährige dreifache Familienvater arbeitet nämlich in der Flüchtlingshilfe, genauer gesagt für die Lothar-Kannenberg-Akademie. Die musste bekanntlich im vergangenen November Insolvenz anmelden. „Necatis Arbeitsstelle ist deshalb ernsthaft in Gefahr“, informiert Geils. Da kam das Angebot des Bremer SV deshalb gerade recht, um Uluisik zumindest eine gewisse Sicherheit zu geben. „Da muss man dann einfach auch Verständnis für haben, es gibt wichtigere Dinge als Fußball. So ein Angebot war für Necati schwer auszuschlagen“, ergänzt Geils.

Und da die TuSG das lukrative BSV-Angebot nicht mitgehen wollte und konnte, war relativ schnell klar, dass Uluisik seine Zelte in Ritterhude nach nur einem halben Jahr wieder abbrechen würde. „Sportlich und menschlich ist das natürlich ein ganz herber Verlust für uns“, sagt Geils. Zwar setze er große Hoffnungen in Neuzugang Dario Cordes, der in den ersten Einheiten einen „richtig starken Eindruck“ (Geils) gemacht habe. Und mit Denis Mukolla und Mirko Gatz hat der TuSG-Coach noch zwei weitere Sechser in seinem Kader. Doch waren es ja vor allem die höherklassige Erfahrung und das Alter, warum Geils Necati Uluisik unbedingt im Kader haben wollte. Und der zentrale Mittelfeldmann erfüllte die in ihn gesteckten Erwartungen dann auch, gab dem unerfahrenen Team immer wieder die nötige Stabilität.

„Natürlich sind Dario Cordes und Denis Mukolla noch nicht so weit wie Necati“, sagt Geils, „aber so eine Situation ist manchmal auch eine wichtige Chance für die Mannschaft und einzelne Spieler.“ Am Ende, so lässt der TuSG-Coach durchblicken, habe er auch versucht, sich innerlich auf solch einen Wechsel einzustellen: „Wer die Vita von Necati kennt, der muss ehrlicherweise auch immer damit rechnen, dass so etwas passiert. Das ist gar nicht böse gemeint, aber es ist einfach so.“ Nachdem Uluisik im Sommer 2002 aus der A-Jugend in den Herrenbereich kam, lief er für insgesamt 14 verschiedene Vereine auf (Quelle: transfermarkt.de). Und von Sommer 2013 bis 2014 übrigens auch schon einmal eine Saison lang für den Bremer SV.

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