Jugendhandball-Bundesliga

TV Oyten bezwingt den großen THW Kiel ein weiteres Mal

Sie haben es wieder getan: Die Jungs des TV Oyten bezwingen erneut den THW Kiel in der heimischen Pestalozzihalle.
17.02.2019, 18:17
Lesedauer: 2 Min
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TV Oyten bezwingt den großen THW Kiel ein weiteres Mal
Von Florian Cordes
TV Oyten bezwingt den großen THW Kiel ein weiteres Mal

Nach 60 spannenden Minuten gegen den THW Kiel kannte der Jubel bei den Handballern des TV Oyten keine Grenzen mehr.

Björn Hake

Oyten. Wenn ein Handballer eine Zeitstrafe erhält, dann aber jubelnd das Feld verlässt, hat dies durchaus Seltenheitswert. Doch auf genau diese Art und Weise ist am Sonntag Chris Ole Brandt vom Feld gegangen. Kurz vor Schluss wurde der Rückraumspieler des TV Oyten mit einer Zeitstrafe auf die Bank geschickt. Dass sich Brandt so freute, hatte aber weniger mit der Strafe zu tun. Er jubelte, weil zu diesem Zeitpunkt klar war, dass seine Mannschaft gewinnen wird. Der Gegner war kein geringerer als der THW Kiel. Wie in der Vorsaison hat der Jugendhandball-Bundesligist aus Oyten den Nachwuchs des deutschen Rekordmeisters vor eigenem Publikum bezwungen. Nach 60 Minuten stand es 29:25 (13:14) für die „Vampires“.

Dass der Jubel nach dem Schlusspfiff aufseiten der Gastgeber keine Grenzen kannte, ist hinfällig zu erwähnen. Spieler, Trainer und Betreuer lagen sich in den Armen. Im Vorfeld der Partie wollte im Lager des TVO niemand daran glauben, dass die Sensation aus der Vorsaison wiederholt werden könnte. Allen voran Thomas Cordes, der vor der Begegnung davon sprach, dass man nicht so vermessen sein solle, mit einem weiteren Sieg gegen den großen THW Kiel zu rechnen. Als es dann aber doch geschehen war, konnte der Trainer des TVO sein Glück kaum fassen. „Natürlich freue ich mich, dass wir das Ding aus dem letzten Jahr wiederholen konnten“, jubelte Cordes. „Aus der Situation heraus, in der wir uns zuletzt waren, ist es nicht selbstverständlich, dass wir gegen Kiel gewinnen.“

Thomas Cordes sprach damit die Begegnung aus der Vorwoche an, als der TV Oyten deutlich beim BSV 93 Magdeburg das Nachsehen hatte. „Es ist stark, wie die Jungs die Ärmel hochgekrempelt und das Spiel gegen Kiel hinten raus für sich entschieden haben“, lobte der Coach, der nach der Saison bekanntlich seinen Platz räumt. Im Grunde wäre schon jetzt der perfekte Zeitpunkt für das Saisonende. „Bloß nicht“, sagte Cordes mit einem breiten Grinsen. „Jetzt wollen wir noch ein paar Punkte mehr holen.“

Während die Oytener ihren zweiten Coup gegen die „Zebras“ ausgiebig feierten, schlich ein Mann mit gesenktem Kopf durch die Pestalozzihalle – THW-Coach Christian Sprenger. Der ehemalige deutsche Nationalspieler war mit dem Vorhaben nach Oyten gekommen, mit seiner Sieben der Favoritenrolle gerecht zu werden. Schließlich kämpfen die Kieler noch um ein Ticket zur Deutschen Meisterschaft. Mit der Niederlage beim kleinen TVO hat das Sprenger-Team einen ordentlichen Dämpfer erhalten. Der Coach der Gäste benötigte ein paar Augenblicke, bis er Worte zu dem Geschehenen fand – und diese kamen mit einem ziemlichen angefressenen Ton aus ihm heraus. „Oyten hat sich gut reingekämpft und daher auch verdient gewonnen“, lobte Sprenger den Sieger. „Wir haben uns zu viele Fehler in der entscheidenden Phase geleistet.“

Dabei lief für den Favoriten zunächst alles nach Plan: Nach acht Minuten führte der THW mit drei Toren Unterschied. Jesper Schmidt, Sohn des ehemaligen Badeners Martin Schmidt, hatte für die Schleswig-Holsteiner zum 5:2 getroffen. Die Gastgeber blieben in der Folge aber dran und lagen zur Pause nur mit einem Treffer zurück. Was sich in den zweiten 30 Minuten abspielen sollte, damit hatten wohl die wenigsten Zuschauer gerechnet: Die Cordes-Sieben übernahm das Kommando und ließ sich vom THW nicht mehr bremsen.

Besonders waren es in Durchgang zwei Torhüter Mattis Köhlmoos und Linksaußen Hannes Grittner, die mit ihren Leistungen der Partie den Stempel aufdrückten. Köhlmoos zeigte etliche Parade, während Grittner gegen Ende die entscheidenden Tore erzielte. Und so wurde sie tatsächlich Wirklichkeit – die Sensation 2.0.

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