Fußball

TV Stuhr belohnt sich in letzter Sekunde

Der TV Stuhr gleicht in der Fußball-Bezirksliga spät aus zum 1:1-Unentschieden beim TuS Sudweyhe.
13.10.2019, 19:44
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Jannis Klimburg
TV Stuhr belohnt sich in letzter Sekunde

Zur rechten Zeit am rechten Ort: Stuhrs Daniel Horeis (links) traf spät zum 1:1-Endstand.

Michael Braunschädel

Sudweyhe. So wirklich dran glauben wollte Stuhrs Trainergespann Christian Meyer und Stephan Stindt nicht mehr. Zwar gaben seine Schützlinge im zweiten Durchgang den Ton an, doch ein Treffer wollte nicht gelingen. Bis zur 90. Spielminute. Nach einer Bilderbuch-Flanke von Jenno Bülders verwertete Daniel Horeis etwas glücklich zum 1:1 (0:1)-Endstand beim TuS Sudweyhe.

Doch im ersten Durchgang waren die Bezirksliga-Fußballer des TV Stuhr noch nicht wirklich auf dem Rasen. „Gedanklich waren wir gefühlt woanders“, bemängelte auch Meyer. Der TuS Sudweyhe dagegen wirkte viel wacher, giftiger in der Zweikämpfen. So war es keine Überraschung, dass die Grün-Weißen in Führung gingen. Und das nach einem katastrophalen Fehler der Gäste. Anstatt das Spielgerät einfach zum eigenen Keeper zu spielen, vertändelte Bennett Hansen leichtfertig den Ball. Stephen Bohl schnappte sich das runde Leder, ließ einen Gegenspieler aussteigen, um dann zum 1:0 zu treffen (6.). Vereinzelt setzten die Hausherren die Defensivreihe des TV Stuhr im Aufbauspiel unter Druck, sodass die Rot-Weißen nur lange Bälle schlagen konnten.

Es entwickelte sich in Folge ein Sudweyher Sturmlauf. Die Gastgeber erspielten sich Chance um Chance, weil der TV Stuhr seinen Gegner aber auch teilweise dazu einlud. So zum Beispiel gab man beim Sololauf von Robin Engelhardt nur Geleitschutz. Sein Versuch klatschte aber nur an den Außenpfosten (13.). Wenig später war der bullige Stürmer wieder an einem gefälligen Angriff beteiligt. Diesmal legte er für Bohl auf, der jedoch aus kürzester Distanz vergab. Bei der nachfolgenden Ecke scheiterte ebenfalls Jendrick Meissner mit seinem Kopfball (19.). „Wir hätten das 2:0 einfach nachlegen müssen bei den vielen Chancen, die wir hatten“, ärgerte sich Sudweyhes Coach Benjamin Jacobeit. Die einzig nennenswerte Gelegenheit für die Stuhrer in Halbzeit eins besaß Dimitri Steen. Sein Stürmerkollege Torben Drawert setzte sich mit seiner immensen Geschwindigkeit auf dem rechten Flügel durch, doch seine scharfe Hereingabe konnte Steen dann nicht über die Linie drücken (30.). „Wir haben uns total schwer getan, weil Sudweyhe in den Zweikämpfen viel robuster agiert hat“, so Meyer zum ersten Durchgang.

Stuhr mit Schwung aus der Kabine

Das kurze Donnerwetter von Meyer in der Kabine schien gefruchtet zu haben. Viel konzentrierter und mit einer komplett anderen Körpersprache als noch zuvor kamen die Gäste aus der Kabine. Von nun an sahen die Zuschauer ein Spiel auf ein Tor. Denn beim TuS Sudweyhe lief nicht mehr viel zusammen, die Ballsicherheit aus dem ersten Abschnitt war verschwunden. Zwar kombinierten sich die Rot-Weißen nun gefällig nach vorne, doch oftmals fehlte die Präzision beim letzten Pass. So zum Beispiel, als sich Drawert mittels einer schnellen Drehung über links durchtankte und dann einen freien Mann im Zentrum suchte. Doch gleich zwei Mitspieler liefen zu früh rein, verpassten somit das Zuspiel. „Wir sind nicht mehr wirklich in die Pressingsituationen gekommen“, seufzte Jacobeit und merkte auch, dass seine Jungs in die eigene Hälfte gedrängt wurden. Der TV Stuhr war nun am Drücker, wusste seine Überlegenheit aber noch nicht in Tore umzumünzen. Im Abschluss zeigten sich die Gäste viel zu harmlos. So verzogen Steen, Drawert, Bülders sowie Daniel Horeis gleich im Minutentakt. Die Abschlüsse aus der zweiten Reihe waren allesamt zu unpräzise.

Daniel Horeis steht goldrichtig

Doch als fast keiner mehr damit rechnete, zappelte der Ball im Netz. Kapitän Fabian Bischoff sah auf der rechten Seite Bülders, der komplett blank stand. Der Rechtsverteidiger nahm das Spielgerät einmal kurz mit und schlug eine präzise Flanke. Diese fand in der Mitte Horeis, der mit etwas Glück zum 1:1-Endstand verwertete. „Ich kann den Jungs absolut keinen Vorwurf machen, denn sie haben bis zum Schluss gekämpft. Daher können wir mit dem einen Punkt ganz gut leben“, konstatierte Jacobeit. Sein Gegenüber Meyer zeigte sich mit dem einen Zähler einverstanden: „Wenn der Ausgleich zehn Minuten früher fällt, können wir das Ding vielleicht sogar noch gewinnen. Aber so geht das Remis insgesamt schon in Ordnung.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+