Jugendfußball

TV Stuhr und TSG Seckenhausen gehen getrennte Wege

Nach sechs gemeinsamen Jahren werden beide Vereine in der kommenden Saison nicht mehr im Jugendbereich zusammenarbeiten. Der Schritt zur Trennung ging von der TSG aus.
28.05.2019, 19:07
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Von Thorin Mentrup
TV Stuhr und TSG Seckenhausen gehen getrennte Wege

Jesso Luca Wehrhahn feierte mit der JSG Stuhr den Meistertitel in der B-Junioren-Bezirksliga. Den Startplatz in dieser Spielklasse bekommt zur neuen Saison der TV Stuhr.

Thorin Mentrup

Stuhr/Seckenhausen. Die B-Juniorenfußballer der JSG Stuhr wirkten etwas verhalten, als sie nach dem 8:3-Sieg über die JSG Samtgemeinde Niedernwöhren/Enzen und der Meisterschaft in der Bezirksliga für die Kameras jubelten. Vielleicht weil sie wussten, dass es das letzte Mal sein wird, dass sie gemeinsam einen Titel feiern. Denn die JSG, unter deren Banner neun Mannschaften von der D- bis zur B-Jugend spielen, wird am Saisonende aufgelöst. Dann werden der TV Stuhr und die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst ihre Jugendteams in allen Altersklassen erstmals seit 2013 wieder eigenständig ins Rennen schicken.

Den Landesligaaufstieg wird die Meistermannschaft nicht wahrnehmen, genauso wenig wie das C-Juniorenteam, dessen Titel in der Bezirksliga nur noch Formsache ist. Das war beschlossene Sache, ehe das Ende der Jugendspielgemeinschaft eingeläutet wurde. Dieser Schritt ging von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst aus. „Der Hauptgrund war, dass die Identifikation mit dem Verein fehlt“, sagt Hauke Janssen, Fußballabteilungsleiter. Dass den Seckenhausern in den vergangenen Jahren zu wenige Spieler vom Jugend- in den eigenen Seniorenbereich aufgerückt sind, daraus machte die neue Spartenleitung nie einen Hehl. Den Entschluss, die JSG auf den Prüfstand zu stellen, habe man den Stuhrern am Tag nach der Wahl mitgeteilt und versprochen, innerhalb von vier Wochen eine Entscheidung zu treffen, sagt Janssen. Im März fielen dann die Würfel: Die TSG kündigte ihren Ausstieg an. „Das haben wir nicht von oben herab entschieden“, holte sich die Spartenleitung laut Janssen die Meinung von den Jugendtrainern ein. „In unserem Verein gab es keine negativen Rückmeldungen.“

Auf Stuhrer Seite kam die Entscheidung nicht gut an. „Wir wurden überrascht“, sagt Jan-Erik Freuchen. Auch vielen Eltern sei der Entschluss sauer aufgestoßen. „Das kann niemand verstehen, egal ob aus Seckenhausen oder Stuhr.“ Bei den B-Junioren etwa werde ein Erfolgsteam auseinandergerissen. „Das ist für niemanden schön“, findet Freuchen. Ein Team mehrerer Ehrenamtlicher arbeitet daran, den Jugendbereich beim TVS zukunftsfähig zu machen. Auf das Angebot, Talente mit Gastspielrecht bei der TSG spielen zu lassen, gehen die Stuhrer nicht ein. „Das wollen wir nicht“, betont Freuchen. Der Verein will die Scheidung nach sechs Jahren Jugendfußball-Ehe für einen Neuanfang nutzen. „Wir stehen personell gut da“, sieht Freuchen den Verein gerüstet. Nur eine C-Jugend gebe es (noch) nicht. Das Ziel sei, „mit unseren Möglichkeiten so hoch zu spielen wie möglich“. Der Spaß dürfe aber nicht zu kurz kommen. Und die TSG? „Wir wollen ein Miteinander schaffen, da ist die Liga untergeordnet“, erklärt Janssen, der eine JSG in Zukunft – auch mit Stuhr – nicht ausschließt. „Da muss man dann die aktuelle Situation sehen. Erst einmal sind wir aber gut aufgestellt.“

Bis zur neuen Saison werden beide Vereine die letzten Gespräche führen. Es geht um die Scheidungsmasse, also Materialien wie Bälle und Leibchen. Der Rest scheint geklärt. Die Bezirksliga-Plätze etwa werden aufgeteilt: Seckenhausen bekommt den in der C-, Stuhr den in der B-Jugend. Der aktuellen U17-Mannschaft bleibt noch ein gemeinsamer Auftritt gegen den TuS Sulingen. Danach gehen die Spieler wie TSG und TVS getrennte Wege.

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