Der siebenjährige Keno Stemmler gilt als Ausnahmetalent im Badminton und spielt bereits in der U13-Konkurrenz Überflieger träumt von den Sternen

Keno Stemmler ist erst sieben Jahre alt, spielt in diesem Jahr aber schon in der Badminton-Konkurrenz der unter 13-Jährigen mit. Bereits im Alter von zwei Jahren stellte der Ganderkeseer, der für den TuS Heidkrug antritt, seine außerordentliche Begabung unter Beweis, als er sich mit seinem Vater Mike Stemmler im heimischen Garten die Federbälle zuspielt
10.01.2013, 05:00
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Von Merle Osterthun

Keno Stemmler ist erst sieben Jahre alt, spielt in diesem Jahr aber schon in der Badminton-Konkurrenz der unter 13-Jährigen mit. Bereits im Alter von zwei Jahren stellte der Ganderkeseer, der für den TuS Heidkrug antritt, seine außerordentliche Begabung unter Beweis, als er sich mit seinem Vater Mike Stemmler im heimischen Garten die Federbälle zuspielt

Ganderkesee. "Wenn ich groß bin, spiele ich Badminton im Fernseher", sagt Keno Stemmler. Im Fernseher? "Na bei Olympia", erklärt er wie selbstverständlich. Ganz schön ehrgeizige Zukunftspläne. Doch bei dem enormen Talent, mit dem der Siebenjährige gesegnet ist, scheint eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 nicht total utopisch. Denn Keno spielt für sein Alter in der Tat außergewöhnlich gut. So gut, dass er bei Turnieren nur noch gegen Ältere – die meisten von ihnen sind elf oder zwölf Jahre – antritt.

"Alles andere würde keinen Sinn machen. Gleichaltrigen lässt Keno keine Chance", erklärt sein Vater Mike, der selbst Badminton-Trainer beim TSV Ganderkesee ist. Auch im Training bei seinem Verein TuS Heidkrug spielt Keno nur gegen deutlich ältere Spieler. Drei bis vier Mal in der Woche trainiert der Zweitklässler. Angst vor den wesentlich größeren Gegnern hat Keno nicht. "Ich habe mir selbst ausgesucht, da zu spielen", sagt er. Mittlerweile dürften aber seinen Kontrahenten etwas die Knie zittern, wenn sie gegen den Ganderkeseer antreten müssen. Denn Keno liegt in der NBV-Rangliste mit 293 Punkten nicht nur in seiner Altersklasse U9 mit großem Abstand auf Rang eins – sogar in der U11-Konkurrenz würde er mit dieser Punktzahl Platz drei einnehmen.

Zum Badminton kam Keno durch seinen Vater. "Seit seiner Geburt war er oft mit in der Halle bei meinen Turnieren und hat sich alles genau angeguckt", erklärt Mike Stemmler. Irgendwann probierte das Ganderkeseer Talent es dann selbst, und mit gerade einmal zweieinhalb Jahren war Keno bereits so weit, sich die Federbälle mit seinem Vater zuzuspielen. Weitere zweieinhalb Jahre später – mit fünf – trat er in Großenkneten bei seinem ersten Turnier, einem C-Ranglistenwettbewerb, an. Dort musste sich der Ganderkeseer in der U11-Konkurrenz, an der sonst fast nur Kinder der Jahrgänge 2000 und 2001 teilnahmen, erst im Finale geschlagen geben und wurde Zweiter.

"Kraft ist Technik", antwortet Mike Stemmler auf die Frage, warum Keno trotz körperlicher Unterlegenheit so gut bei den Älteren mithalten kann. "Wenn man die Bewegungsabläufe drauf hat, ist es relativ egal, ob man groß oder klein, kräftig oder schwach ist. Und Keno hat im taktischen Bereich schon einiges drauf. Außerdem besitzt er ein gutes Feingefühl, ist sehr schnell und kann kämpfen", erklärt der Trainer des TSV Ganderkesee. All diese Fähigkeiten kann der Zweitklässler am kommenden Sonnabend wieder bei einem C-Ranglistenturnier in Wildeshausen unter Beweis stellen.

Wenn Keno so weiter trainiere, werde er seinem Sohn mit elf oder zwölf Jahren unterliegen, ist sich Mike Stemmler sicher. In diesem Alter würde Keno – vorausgesetzt er spielt dann noch so herausragend wie momentan – auch vom Deutschen Badminton-Verband gefördert und in ein Talentteam aufgenommen werden. So weit denkt der Zweitklässler selbst aktuell freilich noch nicht. "Ich möchte es in diesem Jahr unter die ersten Drei bei den unter 13-Jährigen schaffen", gibt er als Ziel aus. Mike Stemmler ist sich ohnehin nicht sicher, ob er sich eine Karriere als Profisportler für seinen Sohn wünscht. "Wenn Keno wirklich professionell Badminton spielen möchte, dann muss er spätestens in der achten Klasse auf ein Sportinternat wechseln, und vorbei wäre es mit der Kindheit", erklärt er.

Das Ganderkeseer Ausnahmetalent hegt derzeit neben dem Auftritt im Fernseher sowieso ganz andere Zukunftspläne: "Wenn ich richtig groß bin, werde ich Steuermann in einer Rakete."

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