Einsatz von Pascal Hinrichs kann die 26:28-Niederlage des SV Grambke-Oslebshausen nicht verhindern

Überraschungs-Comeback verpufft

Oslebshausen. Das anschließende Weihnachts-Mannschaftsessen im Oslebshauser Restaurant „Phönix“ war für die Landesliga Handballer des SV Grambke-Oslebshausen nicht das erhoffte gute Omen. Die Gelb-Blauen stiegen im Abstiegskampf mit ihrer 26:28 (13:15)-Niederlage bei der HSG Delmenhorst II nicht wie insgeheim gewünscht wie der sagenumwobene Phönix aus der Asche hervor.
06.12.2018, 00:00
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Von Olaf Kowalzik
Überraschungs-Comeback verpufft

Auch die überraschende Rückkehr von Pascal Hinrichs konnte die Niederlage des SV Grambke-Oslebshausen nicht verhindern.

OLAF KOWALZIK BREMEN +494216447123 und Olaf Kowalzik, Olaf Kowalzik

Oslebshausen. Das anschließende Weihnachts-Mannschaftsessen im Oslebshauser Restaurant „Phönix“ war für die Landesliga Handballer des SV Grambke-Oslebshausen nicht das erhoffte gute Omen. Die Gelb-Blauen stiegen im Abstiegskampf mit ihrer 26:28 (13:15)-Niederlage bei der HSG Delmenhorst II nicht wie insgeheim gewünscht wie der sagenumwobene Phönix aus der Asche hervor.

Davon war aber auch nicht unbedingt auszugehen, da die Delmenhorster Oberliga-Reserve mit nunmehr 7:1 Punkten in Folge einen klasse Lauf hingelegt hat und nur so vor Selbstvertrauen strotzt. Ganz im Gegenteil zum Tabellenvorletzten aus Grambke-Oslebshausen, der mit 1:17 Zählern in Folge nicht nur in höchster Abstiegsgefahr schwebt, sondern auch dringend ein Erfolgserlebnis braucht.

Der SVGO-Interimstrainer Marcel Hägermann senkte nach dem Abpfiff die Stimme. „Das Ergebnis ist schade, da wir hier einen Punkt verdient gehabt hätten.“ Seine Spieler hatten nämlich bei den Niedersachsen mit 21:19 und 24:23 in Front gelegen, danach fielen sie jedoch auf 24:26 zurück und kamen nicht mehr näher als bis auf einen Treffer heran (25:26/26:27). „Wir sind eben nicht mehr damit vertraut, mit Führungen umzugehen“, erklärte Hägermann.Seine Mannschaft legte zwar gegenüber der Heimleistung gegen Sulingen noch eine Schippe drauf, am Ende fehlte jedoch der kühle Kopf und auch ein bisschen das nötige Quäntchen Glück.

Dafür überraschte der SVGO mit dem Einsatz seines Spielmachers Pascal Hinrichs, der sich nach einem komplizierten Nasenbruch eigentlich erst gegen Ende der Rückrunde frühestens wieder als einsatzfähig angesehen hatte. „Er war mit mir noch einmal gemeinsam zum Arzt gegangen, von dem wir ausdrücklich die Spielfreigabe bekommen haben“, lüftete Marcel Hägermann das Geheimnis um das Comeback seines Haupttorschützen (42 Saisontore). Dadurch erhielt Steven Hinrichs im linken Rückraum eine gewaltige Entlastung, während Nino Feldermann die Vakanz auf Linksaußen beheben konnte.

Genauso erfreulich ist die Entwicklung der Abwehr im Hägermann-Team. Die hatte vor seinem Amtsantritt vor eineinhalb Wochen im Schnitt 32 Tore kassiert, jetzt waren es zum zweiten Mal exakt 28 Gegentreffer. In der vergangenen Saison waren es in Delmenhorst gar 47 gewesen.

„Wir reden viel miteinander und rennen aus unserer 6:0-Deckung nicht mehr so oft raus“, lüftete der 29-Jährige das Geheimnis um die Steigerung in der einstigen Problemzone, die er gezwungenermaßen ohnehin von der 5:1-Variante auf die defensivere Formation zurückgezogen hatte. Dort erledigte der aus der Reserve aushelfende Sven Stegemann einen tollen Job, neben dem Igor Hergert auf der Halbposition ebenso gut verteidigte.

Es half aber alles nichts. Die kampfstarken Gäste legten durch Igor Hergert ein 4:1 vor, der auch zum 8:4 traf (12.). „Danach haben wir zu kopflos gespielt und wollten lieber schöne Tore werfen, anstatt effektiv zu sein“, monierte der SVGO-Coach. Nach dem 12:11 von Kamil Arkulary fielen die Bremer zur Pause auf 13:15 zurück, der Ausfall von Arkulary beim 16:17 mit einer aufgeplatzten Lippe war für die Gäste schließlich Gift. „Wir haben zu linkslastig gespielt“, analysierte Hägermann. Am Ende war es vor allem der treffsichere HSG-Rechtsaußen Jonte Windels, der den Gästen denn durchaus verdienten Punkt klaute. Siebenmal traf der Linkshänder gegen SVGO-Keeper Michael Mulinski, darunter der alles entscheidende Dreher 14 Sekunden vor Ultimo zum 28:26-Endstand.

Trotzdem befindet sich das Hägermann-Team auf einem hoffnungsvollen Weg. Allerdings hat es dessen nächste Aufgabe in sich, da es am Sonntag um 16 Uhr beim Tabellenvierten HSG Stuhr antreten muss. Der wird vom früheren Grambker Zweitligaspieler Sven Engelmann trainiert und macht sich mit nur zwei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze Hoffnungen auf den Verbandsliga-Aufstieg.

Der SVGO muss dagegen aufpassen, dass bei ihm der Kontakt zum unteren Mittelfeld nicht frühzeitig abreißt. Der Relegationsplatz ist von ihm zwar nur einen Punkt entfernt, dafür beträgt der Abstand zum rettenden Ufer aber schon vier Pluspunkte, auf dem der Platzinhaber SV Beckdorf II aber auch noch ein Nachholspiel zu absolvieren hat.

SV Grambke-Oslebshausen: Mulinski; Feldermann, Lange, Arkulary (4) , Rüttjerott, S. Hinrichs (8/4), P. Hinrichs (6), Hergert (3/2), Behrmann (3/1), Stegemann (1), Schmidt (1), Evrard.

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