Korbballerinnen des TSV Barrien stehen vor einer unerwarteten Rückkehr in die Bundesliga Überraschungsteam überrascht sich selbst

Barrien. Wer hätte das gedacht? Vergangene Saison wären die Korbballerinnen des TSV Barrien beinahe in die Bezirksoberliga abgestiegen, exakt ein Jahr später klopfen sie nun an die Tür zur Bundesliga. Die Entscheidung über den Aufstieg fällt am morgigen Sonntag, wenn ab 10 Uhr in der KSG Brinkum der letzte Spieltag in der Niedersachsenliga ansteht.
05.03.2011, 05:00
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Von Christine Leska-Ottensmann

Barrien. Wer hätte das gedacht? Vergangene Saison wären die Korbballerinnen des TSV Barrien beinahe in die Bezirksoberliga abgestiegen, exakt ein Jahr später klopfen sie nun an die Tür zur Bundesliga. Die Entscheidung über den Aufstieg fällt am morgigen Sonntag, wenn ab 10 Uhr in der KSG Brinkum der letzte Spieltag in der Niedersachsenliga ansteht.

Dann treffen die Barrierinnen auf den SV Brake II und den FC Gessel-Leerßen. Erstere stehen bereits als Meister fest, dürfen als Zweitvertretung aber nicht in die Bundesliga aufsteigen. Genau so ergeht es dem derzeitigen Tabellenzweiten TuS Sudweyhe II. Erster Anwärter ist daher der TSV Barrien (19 Punkte), gefolgt vom TSV Ingeln-Oesselse (17). Der muss morgen allerdings ebenfalls gegen den Meister SV Brake II antreten.

Trainer Manfred Otto weiß gar nicht, wie ihm geschieht. "Diese Entwicklung kommt für uns alle ziemlich überraschend", gesteht er. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr waren die Barrierinnen auf dem letzten Platz gelandet und hätten eigentlich den Gang in die Bezirksoberliga antreten müssen. Doch die Zweitvertretung des TSV, die Vizemeister in der Bezirksoberliga wurde, nahm einige Wochen später erfolgreich an den Aufstiegsspielen zur Niedersachsenliga teil und trat dann den erkämpften Platz an die eigene Erste ab.

Neuzugänge besten integriert

In dieser Saison sollte der Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft werden. "Insgesamt hielt ich im Vorfeld Platz fünf oder sechs für angemessen", verriet Otto. Im Vordergrund stand für ihn erst einmal die schnelle Integration der drei Neuzugänge. Vom Bezirksoberligisten TSV Okel, der sein Frauenteam auflösen musste, waren Nina Früchtenicht und Jana Buchecker nach Barrien gewechselt. "Mit den beiden sind wir ein ganzes Stück größer geworden, was uns vor allem in der Deckung einen Vorteil bringt. Vorher hatte ich eine gute, aber kleine Mannschaft", erklärt der Übungsleiter.

Dritter Neuzugang war Kristin Rumpsfeld, die der Jugend des TSV Weyhe-Lahausen entstammt. "Kristin ist zwar eher klein, dafür aber sehr flink und flexibel", lobt Otto. Das Trio wurde von der Mannschaft herzlich aufgenommen und konnte sich schnell integrieren. "Alles ist sehr harmonisch. Wir haben wirklich einen sehr guten Teamgeist. Der war selten so gut wie in dieser Saison", freut sich der Trainer.

Der Teamgeist ist der eine, Kondition und Schnelligkeit der andere Schlüssel zum Erfolg. "Meine Spielerinnen sind sehr lauf- und konterstark. Die Hälfte unserer Treffer fiel nach Gegenstößen", verrät Otto. Mit den insgesamt 181 Körben in 16 Partien zeigt er sich sehr zufrieden: "Das ist für Barrier Verhältnisse eine sehr hohe Quote." Weiterhin erfolgreichste Korbwerferin ist Vanessa Meier, obwohl sie ebenso wie Kristin Rumpsfeld mitten im Abiturstress steckt.

Eine Kleinigkeit gibt es aber doch noch, die verbessert werden könnte. "Das ist die taktische Disziplin. Die Umsetzung der Vorgaben gelingt uns nicht immer. Zudem müssen wir in einigen Situationen cleverer werden. Aber das hat auch mit mangelnder Erfahrung zu tun", nimmt Otto sein Team (Altersdurchschnitt: 22 Jahre) in Schutz.

So ist es auch zu erklären, dass die Barrierinnen mal mit vier, mal mit null Punkten von einem Spieltag heimkehrten. "In der Entwicklung waren wir nicht so stabil. Es fehlte die Konstanz", weiß Otto und ver-weist auf die ausgeglichene Liga: "Brake ist das Ausnahmeteam. Aber dahinter stehen viele gleichwertige Teams. Eine Prognose war immer recht schwer, denn oftmals kam es auf die Tagesform an."

Die stimmte bei den Barrierinnen ein wenig häufiger als bei den anderen, so dass nun die Krönung einer schon jetzt erfolgreichen Saison ansteht. "Unser Ziel haben wir erreicht. Alles Weitere ist Zugabe. Natürlich wollen wir die Chance jetzt nutzen und nach zwei Jahren in die Bundesliga zurückkehren. Aber wenn es nicht klappt, ist keiner böse", betont Otto.

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