Bezirksliga: Hude verspielt im Heimspiel gegen Stenum eine 2:0-Führung, siegt am Ende aber dennoch mit 3:2 Üzüm krönt Möhlenbrocks Einstand

Hude. Der Ball hatte kaum das Netz berührt, da setzte Torben Liebsch auch schon zu einem beherzten Sprint an – kurz auf dem Absatz kehrt gemacht, und dann schnurstracks geradeaus. Es dauerte nur wenige Meter, da war klar, wer das Ziel von Liebsch' Jubellauf war: sein neuer Trainer, Lars Möhlenbrock.
19.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Hude. Der Ball hatte kaum das Netz berührt, da setzte Torben Liebsch auch schon zu einem beherzten Sprint an – kurz auf dem Absatz kehrt gemacht, und dann schnurstracks geradeaus. Es dauerte nur wenige Meter, da war klar, wer das Ziel von Liebsch' Jubellauf war: sein neuer Trainer, Lars Möhlenbrock. Dieser hatte den Fußball-Bezirksligisten FC Hude erst in der Vorwoche vom entlassenen Steffen Janßen übernommen und feierte am Sonntag einen Einstand nach Maß. Mit 3:2 (2:0) setzte sich seine neue Mannschaft im Heimspiel gegen den VfL Stenum durch – Liebsch' wunderbarer Freistoßtreffer inklusive Torjubel mit dem Coach war da nur der Anfang eines äußerst unterhaltsamen Nachmittags.

Und so kam es, dass ein sichtlich erleichterter Lars Möhlenbrock nach dem Schlusspfiff feststellen durfte: „Ich bin total zufrieden mit meinem Einstand. Vor allem in der ersten Hälfte haben die Jungs meinen Plan zu 110 Prozent umgesetzt.“ Beiden Mannschaften war in der Anfangsphase allerdings reichlich Verunsicherung anzumerken gewesen. Schließlich hatte Aufsteiger Hude gerade erst das Trainer-Theater hinter sich gebracht, und auch Stenum war alles andere als berauschend in die Saison gestartet. Da verwunderte es nicht, dass für den ersten Höhepunkt der Partie eine Standardsituation herhalten musste – diese hatte es dann allerdings gleich in sich. In der 33. Minute sprang Stenums linkem Verteidiger Jonas Dittmar am Strafraumeck der Ball an den Arm, und Schiedsrichter Eike-Frank Decker (Bad Zwischenahn) entschied nach einem Hinweis seiner Assistentin auf Freistoß. „Das war kein Freistoß“, ärgerte sich Gäste-Trainer Thomas Baake, „der Schiedsrichter hat es ja nicht mal selbst gesehen“. Torben Liebsch war das herzlich egal: Hudes Nummer 10 zirkelte den Ball gefühlvoll mit links über die Mauer ins Tor.

Stenum schaffte es im ersten Durchgang nicht, ein konstruktives Offensivspiel aufzuziehen. Die zahlreichen Flanken, die die Gäste von links und rechts in den Strafraum schlugen, fanden einfach keine Abnehmer. Als es in der 43. Minute nach einem verheißungsvollen Angriff der Gäste aussah, kam es plötzlich ganz anders: Stenum vertändelte den Ball, und wenig später bugsierte ihn Hudes Torjäger Julian Arciszewski an Torhüter Marco Scheffler vorbei – 2:0.

Vor Beginn der zweiten Hälfte kamen die Stenumer deutlich früher auf den Platz zurück als ihr Gegner, und dass sich die Baake-Elf für den zweiten Durchgang etwas vorgenommen hatte, wurde dann auch sehr schnell deutlich. Bereits in der 47. Minute brachte Mathias Gaster den Ball von links scharf vor das Huder Tor, wo ihn Julian Dienstmaier am zweiten Pfosten zum Anschlusstreffer verwertete – 1:2. Hudes Schlussmann Philipp Witte sah bei dem Gegentreffer nicht gut aus, da die Kugel in seiner Torwartecke einschlug. Die Gäste wollten nun mehr und drängten auf den Ausgleich. In der 53. Minute war Lukas Schwieters schon an Witte vorbei, schob den Ball aus spitzem Winkel allerdings neben das Tor. 60 Sekunden später zielte Schwieters dann genauer. Im gegnerischen Strafraum drehte sich der Techniker mit dem Ball am Fuß geschickt um die eigene Achse und schloss mit links knallhart ab – 2:2. „Es ist wirklich toll, wie sich meine Mannschaft nach dem Rückstand zurückgekämpft hat. Nur leider fallen wir danach ins alte Phlegma zurück“, sagte Baake.

Wieder war es ein Freistoß, der für Stenum Folgen hatte. Getreten hatten ihn diesen Mal Hudes Innenverteidiger Leon Wiebezieck, und auf Umwegen landete die Kugel bei Tolga Üzüm, der sie aus kurzer Distanz per Kopf über Scheffler hinweg zum 3:2 ins Tor hob (62.). Kurios: Üzüm hatte zwei Minuten zuvor bereits um seine Auswechslung gebeten. „Er hatte einen Schlag abbekommen und wollte raus“, berichtete Möhlenbrock, den seinen Siegtorschützen direkt nach dessen Treffer vom Platz holte. In der Schlussphase verteidigten die Hausherren ihren knappen Vorsprung wacker. Stenums beste Chance auf den erneuten Ausgleich ließ Stürmer Viktor Stetinger in der 77. Minute liegen, als er vollkommen frei vor Witte scheiterte. Für den unrühmlichen Höhepunkt der Partie sorgte dann noch Dittmar, der sich wegen Nachtretens gegen Arciszewski von Referee Decker die Rote Karte abholte (90.+1). Eine harte, aber vertretbare Entscheidung.

„In meinen Augen hat das glücklichere Team gewonnen“, sagte Thomas Baake, dessen Mannschaft am kommenden Wochenende spielfrei hat. Für Lars Möhlenbrock und Hude geht es zum Tabellendritten VfB Oldenburg II. Der Neu-Coach gab noch bekannt, dass Patrick Holleboom, Sven Hörnlein, Norman Holzenkamp und Thilo Frölich den FCH verlassen haben.

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