Bremerhavener TV 05 will vom Bremer Tennisverband nach Niedersachsen wechseln Umstrittener Abgang

Bremen. Im Tennisverband Nordwest rumort es mächtig. Zum einen, weil der Niedersächsische Tennisverband die Spielkooperation mit den Bremern gekündigt hat.
11.02.2016, 00:00
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Umstrittener Abgang
Von Ruth Gerbracht

Im Tennisverband Nordwest rumort es mächtig. Zum einen, weil der Niedersächsische Tennisverband die Spielkooperation mit den Bremern gekündigt hat. Die Niedersachsen hatten sich zum Ziel gesetzt, den kleinen Tennisverband komplett zu übernehmen. Die Bremer jedoch wollten kooperieren, aber trotzdem eigenständig bleiben und nahmen die Kündigung der Niedersachsen in Kauf. Schließlich habe man auch vor der Kooperation einen ansprechenden Spielbetrieb hinbekommen. Das würde auch zukünftig so sein.

Nun aber droht weiteres Ungemach. Auf der Homepage des Niedersächsischen Tennisverbands (NTV), Region Aller-Oste-Wümme, wird der Bremerhavener Tennisverein von 1905 in diesen Tagen als neues Verbandsmitglied herzlich begrüßt. Das hat für eine Menge Irritation in der Tennisszene gesorgt. Schließlich gehört Bremerhaven eindeutig zum Tennisverband Nordwest. Und dass ein Verein so einfach den Verband wechseln kann, war bislang nicht bekannt.

Ein echter Paukenschlag also für die Bremer Tennisspieler und ein Novum in der Geschichte. Schließlich hat die Satzung des NTV einen solchen Wechsel bislang gar nicht zugelassen. Jeder Verein muss auch seinen Hauptsitz in Niedersachsen vorweisen, um dort Mitglied zu sein. Warum es im Fall Bremerhaven doch funktioniert, beschreibt Esko Unger, Sportwart des Bremerhavener Tennisvereins: „Die Niedersachsen werden ihre Satzung dementsprechend ändern.“ Also alles kein Problem? Zumindest glaubt man in Bremerhaven, dass die Angelegenheit rechtlich einwandfrei und Widerspruch zwecklos ist.

Trotzdem ist auch der Bremerhavener Sportwart, wie er zugibt, ein wenig gespalten in dieser Angelegenheit. Allerdings habe man eine Umfrage bei den am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften und Trainern im Verein gemacht, und die Mehrheit habe sich schließlich für einen Wechsel nach Niedersachsen ausgesprochen, räumt er ein. „Die Interessen unserer Tennisspieler haben eindeutig Vorrang“, erklärt Unger. Ohne die Kooperation mit den Niedersachsen könnten mindestens zwei der Bremerhavener Teams nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen, da es im Tennisverband Nordwest keine Staffeln in ihrer jeweiligen Altersklasse gibt, begründet der Sportwart die Entscheidung. Vor allem auch die Trainer hätten sich für den Verbandswechsel ausgesprochen, da man spielerisch in Niedersachsen mehr Möglichkeiten hätte.

Beim Bremer Tennisverband ist die Enttäuschung vor allem über die Kurzfristigkeit der Bremerhavener Entscheidung groß. Dort hatte man gehofft, dass die Vereine erst einmal die Sommersaison im eigenen Verband abwarten würden. „Anschließend hätte man immer noch diskutieren können, ob die Einteilungen passen, ob die Anfahrtswege zumutbar sind“, erklärt der Sportwart des Bremer Tennisverbandes, Uwe Meyer. Allerdings sieht Meyer die rechtliche Lage noch als ungeklärt. „Über diesen Wechsel wird auf jeden Fall noch zu reden sein“, erklärt Meyer, nicht nur in juristischer Hinsicht, letztlich auch auf der Mitgliederversammlung des Verbandes am 19. März.

Vielleicht aber könne man sich auch noch auf einen Kompromiss einigen, so der Verbandssportwart. Zum Beispiel, wenn nicht alle Bremerhavener Mannschaften am Spielbetrieb in Niedersachsen teilnehmen würden, sondern nur diejenigen, für die es in Bremen keine Staffel gebe. „Vielleicht gibt es ja auch Teams, die lieber in Bremen spielen“, sagt Meyer und verweist auf die Mitgliederversammlung beim Bremerhavener Tennisverein am 7. März. Da könnte vielleicht ja noch was passieren.

Davon geht man in Bremerhaven jedoch nicht aus. Für Sportwart Esko Unger ist mit dem Mehrheitsvotum der angesprochenen Vereinsspieler alles geklärt. „Die Mitgliederversammlung hat mit der Entscheidung nichts mehr zu tun“, sagt der Sportwart. Da wäre auch die Vereinssatzung eindeutig, versichert er. „Deshalb sind wir überzeugt, auch rechtlich alles richtig gemacht zu haben“, erklärt Unger. Das jedoch will man im Tennisverband Nordwest so noch nicht hinnehmen. Schließlich geht es auch um die Tennisspieler, die im Bremer Verband das Recht auf einen vielseitigen Spielbetrieb haben.

Auch überregional vertreten

Der Bremerhavener Tennisverein 05 gehört zu den mitgliederstärksten Vereinen im Tennisverband Nordwest. Die Mitgliederzahl ist mit 385 angegeben. Insgesamt 14 Mannschaften sind für den Spielbetrieb in der Wintersaison 2015/2016 gemeldet. Aber auch überregional ist der Verein sportlich stark vertreten. Nach kurzfristigen Abenteuern in der 1. Tennis-Bundesliga sind die Topakteure aus Bremerhaven mittlerweile fester Bestandteil der 2. Bundesliga.

RUG

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