Neuer Teil von „Bremen läuft 10“

„Und wenn ich zu Fuß ins Ziel gehe“

Karina Sempf macht mit beim Projekt „Bremen läuft 10“ der Stiftung Bremer Herzen. Nach zehnwöchiger Vorbereitung steigt am Sonntag das große Finale: Die Teilnehmer laufen im Bürgerpark zehn Kilometer.
26.10.2018, 20:04
Lesedauer: 2 Min
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„Und wenn ich zu Fuß ins Ziel gehe“
Von Olaf Dorow
„Und wenn ich zu Fuß ins Ziel gehe“

Karina Sempf trainiert seit August für den Zehn-Kilometer-Lauf.

Frank Thomas Koch

Hallo Frau Sempf, die zehn Kilometer am Sonntag, die schaffen Sie doch jetzt locker, oder?

Karina Sempf: Ich hoffe. Bin zur Zeit etwas angeschlagen.

Oh, was ist los?

Im linken Fuß, da habe ich eine Sehnenentzündung am Knöchel. Die zwingt mich zu jetzt schon zwei Wochen Pause. Ich bin dann gleich zum Arzt, da gab es erst mal eine kleine Spritzenkur.

Dann gehen Sie jetzt sozusagen mit dem Los vieler Leistungssportler ins Rennen, die oft mit Verletzungen zu kämpfen haben?

Als ich das neulich mit Mareike Max in der Zeitung gelesen habe (Werders Hochspringerin, die sich mit Fußproblemen herumplagt, d. Red.), da habe ich mich schon ein bisschen wiedergefunden. Obwohl Mareike Max im Gegensatz zu mir ja nun Leistungssport macht.

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Haben Sie sich vielleicht zu viel zugemutet?

Das will ich nicht unbedingt sagen. Solche Rückschläge hatte ich auch früher immer mal wieder. Und die zwei Wochen zuvor war ich im Urlaub auf Gran Canaria. Da ging es mir gut, ich hab normal meine Läufe gemacht. Im Endeffekt wird das aber wohl schon eine Überbelastung gewesen sein. Dass es am neuen Schuhwerk liegt, hat mein Orthopäde eigentlich ausgeschlossen.

Sie wollen dennoch laufen am Sonntag?

Ich bin beim Sportarzt Karsten Wichmann, der ja selbst Triathlon macht, in guten Händen. Er hat das ganz gut in den Griff bekommen. Ich habe es mir fest vorgenommen zu laufen am Sonntag. Und ich bin überzeugt: Das schaffe ich.

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Gibt’s eine Art Rennplan?

Es sind mit Start und Ziel Marcusbrunnen viermal eine 2,5-Kilometer-Runden im Bürgerpark. Und ich hoffe, sie alle durchlaufen zu können. Ich muss gucken, ob das mit dem Tempo so passt. Am Anfang lässt man sich ja gerne mal mitreißen. Insgesamt werden es bei zwölf Gruppen wohl über 200 Teilnehmer sein am Sonntag.

Haben Sie sich eine Zeit vorgenommen, in der Sie die zehn Kilometer schaffen wollen?

Ja, habe ich. 1:15 bis 1:20 h, das wäre schön.

Das peilen Sie trotz der Trainingspause an?

Doch, doch. Da kann der Schweinehund eigentlich noch so groß sein, da müsste schon sonst was passieren, dass ich aufgebe. Wenn ich an den Start gehe, dann muss ich ins Ziel kommen. Und wenn ich zu Fuß ins Ziel gehe. Ich will ankommen.

Frau Sempf, können Sie mal die Karina Sempf, die vor zehn Wochen in das Projekt gestartet ist, mit der Karina Sempf von jetzt vergleichen?

Ich bin euphorischer. Weil ich etwas für mich tue. Ich bin ja mal Halbmarathon gelaufen und weiß, wie das ist. In den letzten Jahren habe ich fast nichts mehr gemacht. Es ist einfach schön, wieder dieses Gefühl zu haben. Am Anfang war es Walken, ein bisschen Laufen, wieder Walken. Inzwischen ist es so, dass ich die Runden zumeist durchlaufe.

Könnte man sagen: Das Laufen ist Ihnen ein Bedürfnis geworden?

Ja, schon. Es sind mittlerweile auch feste Termine in den Kalender eingetragen. Und die bleiben auch (lacht)! Vor anderthalb Wochen ist online das Portal für den New Yorker Frauen-­Halbmarathon im Frühjahr geöffnet worden. Ich habe mich sofort angemeldet.

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Gibt es etwas, worauf Sie sich jetzt schon freuen, wenn Sie am Sonntag im Ziel sind?

Na ja, am meisten freue ich mich eigentlich, dass unsere Laufgruppe existiert. Und dass die auch weiter existieren wird nach dem Sonntag. Da sind schon richtig Freundschaften geschlossen worden. Und Nachfolgetermine haben wir auch schon vereinbart.

Das Gespräch führte Olaf Dorow.

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