Fußball Landesliga Unermüdlicher Wille

Als eine echte Einheit geht der TSV Etelsen den Schlussspurt im Abstiegskampfs der Landesliga an. Am Sonntag geht der Überlebenskampf in Drochtersen weiter.
04.05.2018, 15:38
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Unermüdlicher Wille
Von Florian Cordes

Etelsen. Erfolge schweißen eine Mannschaft zusammen – vor allem im Abstiegskampf. Dieses Phänomen, dass Fußballer besonders dann zu einer echten Einheit werden können, wenn es in einer Liga ums Überleben geht, ist am Donnerstagabend in Etelsen zu beobachten gewesen. Soeben hatte der Landesligist den SV Teutonia Uelzen nach spektakulären 90 Minuten mit 5:3 niedergerungen (wir berichteten). Schnell versammelte Trainer Nils Goerdel seine Schlossparkkicker um sich. Mit lobenden und motivierenden Worten stimmte er sein Team auf die nächsten Aufgaben ein. Noch bleiben dem TSV Etelsen drei Wochen und sieben Spiele, um das Wunder vom Klassenerhalt Wahrheit werden zu lassen.

Nachdem Goerdel seine Ansprache beendet hatte, ließ er seine Spieler alleine. Und dann sollte sich zeigen, dass sich das Team noch längst nicht aufgegeben hat. Wie in den vorherigen 90 Minuten, in denen die Etelser zunächst einen 0:2- und anschließend noch einen 2:3-Rückstand wettmachten, war der unermüdliche Wille der Schlossparkkicker zu spüren. Im Kreis standen sie noch eine ganze Weile zusammen. Sie brüllten die Namen der Männer, die gegen Uelzen die Tore geschossen hatten. Sie feierten ausgiebig den so wichtigen Erfolg.

Wie wichtig der Sieg gegen Uelzen wirklich war, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen. Denn die Partie zwischen dem TV Meckelfeld und dem SV Ahlerstedt/Ottendorf lief noch. Gegen 21:20 Uhr war am Donnerstagabend eines klar: Hätte der TSV Etelsen seine Partie gegen Uelzen nicht dank seines unermüdlichen Willens umgebogen, sondern verloren, wäre dies einer Vorentscheidung im Abstiegskampf gleichgekommen. Meckelfeld setzte sich mit 2:0 gegen Ahlerstedt durch. Der TVM steht momentan auf dem ersten Nichtabstiegsplatz und hat weiterhin drei Punkte Vorsprung auf die Goerdel-Elf. Durch den Sieg am Donnerstag haben die Etelser ihre 1:4-Heimschlappe gegen Meckelfeld vom Dienstag zumindest ein bisschen ausgemerzt.

Gegen Meckelfeld traten die Schlossparkkicker schwach auf. Uelzen musste dagegen spüren, dass der TSV einen schnellen und guten Fußball spielen kann. Daher wunderte es Nils Goerdel auch nicht, dass sein Team trotz der Rückstände gewonnen hat. „Die Jungs haben die ganze Zeit an sich geglaubt. Das war vor allem während der Pause in der Kabine zu spüren. Wir hätten ja auch zu diesem Zeitpunkt schon führen müssen“, erinnerte der Coach an den Etelser Chancenwucher in Durchgang eins.

Dass im Abschluss nicht immer die Genauigkeit stimmte, könnte laut Goerdel auch mit dem Programm zu tun haben, dass seine Mannschaft momentan abspulen muss. „Die Partie gegen Uelzen war für uns die dritte innerhalb von fünf Tagen. Dieses Spiel hat wieder enorm viel Kraft gekostet. Die Jungs haben sich aber auch von den Zuschauern und der Atmosphäre tragen lassen“, sagte Goerdel. Daher ist ihm auch bewusst, dass Erlebnisse wie das vom Donnerstag im Abstiegskampf unbezahlbar sein können. „Dieser Erfolg wird uns einen Schub geben“, ist er sich sicher.

Diesen Schub wollen die Schlossparkkicker mit in die restlichen sieben Saisonspiele nehmen. Gleich die kommende Aufgabe, die auf den TSV Etelsen wartet, ist eine sehr schwierige, allerdings auch eine machbare. Die Goerdel-Elf muss am Sonntag bei der SV Drochtersen/Assel II auflaufen. Angepfiffen wird die Begegnung um 15 Uhr. Die Regionalliga-Reserve hat in den vergangenen Wochen durchwachsene Resultate eingefahren. Zwar knüpfte Drochtersen dem Spitzenreiter FC Hagen/Uthlede zuletzt einen Punkt ab (1:1), im April musste sich die SV jedoch auch Uelzen (0:6) und Meckelfeld (0:2) geschlagen geben.

Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Etelsen und Drochtersen ist ebenfalls erst wenige Wochen her. Am 31. März trugen die beiden Mannschaften das verlegte Hinrundenspiel aus. Damals siegte Etelsen mit 2:0. Die Schlossparkkicker dürfen die Fahrt also nicht nur mit ihrem unermüdlichen Willen antreten, sondern auch mit dem Wissen, dass sie in der Lage sind, die SV Drochtersen/Assel II zu bezwingen.

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