Weil Stuhr der letzte Tick Entschlossenheit fehlt, siegen konzentrierte Bassumer 3:0 Unterm Strich völlig verdient

Stuhr. Die Szene hatte Symbolcharakter. Nach nicht einmal zehn Minuten Pause betraten die Spieler des TSV Bassum wieder den Rasen - der gastgebende TV Stuhr folgte mit dem gebührenden Abstand einiger Minuten. Die Bassumer schienen den Anpfiff zur zweiten Halbzeit kaum erwarten zu können, um den guten Eindruck aus der ersten nun auch mit Zählbarem zu belegen. Das gelang. Der TSV entführte in der Fußball-Bezirksliga Hannover alle drei Punkte aus Stuhr, gewann am Ende mit 3:0 (0:0) und zog in der Tabelle am Gegner vorbei. Bassum ist nun Siebter, während der TVS auf Rang neun purzelte.
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Unterm Strich völlig verdient
Von Jens Hoffmann

Stuhr. Die Szene hatte Symbolcharakter. Nach nicht einmal zehn Minuten Pause betraten die Spieler des TSV Bassum wieder den Rasen - der gastgebende TV Stuhr folgte mit dem gebührenden Abstand einiger Minuten. Die Bassumer schienen den Anpfiff zur zweiten Halbzeit kaum erwarten zu können, um den guten Eindruck aus der ersten nun auch mit Zählbarem zu belegen. Das gelang. Der TSV entführte in der Fußball-Bezirksliga Hannover alle drei Punkte aus Stuhr, gewann am Ende mit 3:0 (0:0) und zog in der Tabelle am Gegner vorbei. Bassum ist nun Siebter, während der TVS auf Rang neun purzelte.

Die Gäste gaben die passende Antwort auf die jüngste 1:5-Klatsche gegen die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, von Verunsicherung keine Spur. Bereits in Hälfte eins zogen die Lindenstädter das gefälligere Kombinationsspiel auf, agierten insgesamt gefährlicher und durchdachter. Besonders die linke Seite der Bassumer entwickelte sich zum Schauplatz einiger verheißungsvoller Offensivaktionen.

Das wiederum war so selbstverständlich nicht, schließlich agierte dort mit Kim-Andre Harz ein A-Jugendlicher, dem TSV-Trainer Stephan Stindt zum Ligadebüt verhalf. Er vertraute dem Youngster, der im kommenden Monat seinen 18. Geburtstag feiert, den linken Part in der Viererkette an und lag mit dieser Maßnahme goldrichtig. Zunächst beschränkte sich das Talent vor allem auf seine Defensivarbeit und spielte nach vorne etwas zögerlich. Doch auch das sollte sich alsbald ändern. Je mehr Ballkontakte Harz verzeichnete, desto selbstverständlicher wurde er in seinen Aktionen - hinten wie vorne. "Das hat er richtig klasse gemacht", lobte Stindt, der mit Mirko Labbus einen weiteren A-Junior in die Abwehr einbaute. Der junge Innenverteidiger spielte genauso wie sein Kollege auf Außen: ruhig, solide, konzentriert. "Das wir zu null gespielt haben, ist auch ein Verdienst der beiden", stellte Stindt dem Nachwuchsduo ein hervorragendes Zeugnis aus.

Gefährliche Standards

Doch nicht nur sie überzeugten. Insgesamt funktionierte Bassum als Mannschaft deutlich besser und zeigte den effektiveren Fußball. Vor allem die Standards wirkten alles andere als zufällig und waren letztlich spielentscheidend. Dem 0:1 durch einen platzierten Kopfball von Oliver Meyer ging ein langer Freistoßball von Tobias Cordes voraus (52.). Beim 0:2 machte es Cordes noch besser. Diesmal gab er seinem Freistoß so viel Effet mit auf den Weg, dass er an Freund und Feind vorbei den Weg ins Netz fand - zur Überraschung von Gegen- wie Mitspielern (61.). Das 0:3 war ein Schlusspunkt, wie er schöner kaum hätte sein können. Der eingewechselte Hannes Schlottmann jagte einen neuerlichen Freistoß aus halbrechter Position direkt ins lange Eck - ein herrlicher Treffer nach einer Situation, die eigentlich nicht so recht für einen direkten Abschluss geschaffen schien (89.).

Vor und nach den Toren besaßen die Gäste noch weitere Gelegenheiten, um die Stuhrer nachhaltig zu ärgern. "Unterm Strich ist unser Sieg verdient", fasste Stephan Stindt das Geschehen denn auch mit dem einzig logischen Fazit zusammen.

Und der TV Stuhr? Der hatte nach einer seltsam lethargischen ersten Halbzeit seine beste Phase unmittelbar nach der Pause, als Timo Wetjen den Führungstreffer zwei Mal auf dem Schlappen hatte (46./47.). Doch mit dem 0:1 hatte sich die Sache mit dem frischen Engagement schon wieder erledigt, was Trainer Christian Meyer nicht so recht nachvollziehen konnte (wollte). "Der letzte Tick Leidenschaft hat heute einfach gefehlt, es tröpfelte irgendwie so dahin", sagte er und rätselte selber nach dem Warum. "Taktisch haben wir nämlich gar nicht so schlecht gespielt." Die Möglichkeit, dass sich einige der jungen TVS-Kicker nach dem passablen Saisonstart zu sicher fühlten, wollte er zumindest nicht ausschließen.

Stuhr: Gronewold - Böttcher, J. Wetjen, Troue, Arnhold - Peters, Herrmann, Horstmann (63. Drawert), Rogalla (66. Vohsfeld) - T. Wetjen, Horeis (63. Dreyer).

Bassum: Schröder - Lehmkuhl (86. Schlottmann), Labbus, Hoffmann, Harz - Cordes, M. Hahnel, Nubbemeyer (87. Sudy), Seidel (79. Müller) - J. Hahnel, Meyer.

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