Oberliga-Vorrunde A-Junioren Unterschiedliche Ansprüche

Sowohl die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg als auch die HSG Delmenhorst haben die Chance, in die Hauptrunde der Oberliga einzuziehen. Für den einen Verein wäre diese das Minimum, für den anderen das Maximum.
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Von Nico Nadig

Bookholzberg/Delmenhorst. Nach dem verpassten Wiedereinzug in die Bundesliga der A-Junioren schoben die Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg erstmal ordentlich Frust. Die Enttäuschung darüber haben sie mittlerweile aber offensichtlich beiseite gewischt. Zumindest lassen die ersten Resultate in der Vorrunde der Oberliga Nord diesen Schluss zu: Mit drei Siegen thront die Sieben des Trainer-Duos Stefan Buß/Andreas Müller an der Spitze und peilt die Hauptrunde der Oberliga an. „Diese zu erreichen, ist unser Ziel. Von Enttäuschung ist keine Spur mehr bei uns, auch weil die Zuschauer und der Verein zu uns halten“, sagt Buß.

Einen ebenfalls guten Start haben die Nachwuchshandballer der HSG Delmenhorst mit 4:2 Punkten hingelegt. Das Ziel Hauptrunde geben sie allerdings keineswegs so offensiv wie die Bookholzberger aus. „Wir können nicht sagen, dass die Oberliga unser Minimalziel ist“, erklärt HSG-Coach Torben Müseler, „vielmehr wäre sie wohl das Maximum, was wir erreichen können.“ Warum sich der Coach der Delmenhorster trotz des guten Saisonstarts so zurückhaltend verhält? Nun, weil er eben um die Schwächen und Stärken seines Teams bestens Bescheid weiß und den Auftakt ebenfalls richtig einordnet.

Am ersten Spieltag empfingen die Delmestädter mit der SG Findorff ein Team, das „wir als schlagbar erachtet hatten, sodass wir unbedingt punkten wollten“. Das gelang auch – 32:24 lautete das Endresultat. Ihre Grenzen bekam die HSG Delmenhorst allerdings nur eine Woche später bei ihrem Gastspiel gegen den TvdH Oldenburg aufgezeigt. Mit einer 23:37-Packung im Gepäck trat die Müseler-Sieben die Heimreise an. Übrigens: Der Coach hatte im Vorfeld schon damit gerechnet, dass es sein Team in Oldenburg äußerst schwer haben würde. „Leider hat sich die Einschätzung ja auch bewahrheitet. Oldenburg hat einen starken und robusten Kader. Ob wir dann am Ende mit zehn, vier oder acht Toren verlieren, ist irrelevant. Wir haben das abgehakt“, erklärt Müseler. Beim darauffolgenden Spiel gegen den OHV Aurich zeigte das Team gleich die richtige Reaktion und sicherte sich mit dem 32:31 zwei Punkte. Zu den wohl auffälligsten Akteuren in den ersten drei Partien gehörte dabei Bastian Schäfer. Er hat bereits 26 Treffer erzielt und führt damit die Torjäger-Liste der Oberliga-Vorrunde an. Müseler: „In jeder Mannschaft und bei jedem Spielstil gibt es wohl Spieler, die ein Dreh- und Angelpunkt sind.“

Apropos Spielstil: An diesem müssen die Delmenhorster noch weiter feilen. Eine Linie ist zwar erkennbar, trotzdem gibt es noch Luft nach oben. Gerade in puncto Konstanz hapert es noch bei der HSG. Immer wieder tauchen Phasen in ihrem Spiel auf, in denen sie in der Offensive zu viele Möglichkeiten auslässt. „Außerdem wollen wir noch mehr Tempo machen“, sagt Müseler und erklärt: „Körperlich sind wir nicht die stärkste Mannschaft. An der Athletik kann man arbeiten. Aber wie hat schon Otto Rehhagel gesagt: 1,90 Meter kann man nicht lernen.“

Wie entscheidend die Robustheit sein kann, davon können die A-Junioren der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg nun wahrlich ein Lied singen – in der Bundesliga stellten sie regelmäßig das körperlich unterlegene Team und verloren auch nicht zuletzt deshalb. Die Bookholzberger haben aus dem Jahr im Oberhaus aber viel mitgenommen, unter anderem eben auch ein robusteres Spiel. „Die körperliche Überlegenheit ist schon da, außerdem spielen wir cleverer. Die Erfahrung Bundesliga hat uns auf jeden Fall weitergebracht“, meint Coach Stefan Buß.

Der punktverlustfreie Start in die Oberliga-Vorrunde stimmt den Trainer selbstverständlich zufrieden, die Spielweise seiner Sieben eher weniger. Sie sei in den ersten zwei Spielen nicht so souverän aufgetreten, wie er sich das vorgestellt habe. Mit der Leistung beim Sieg gegen den VfL Fredenbeck zeigte er sich dagegen einverstanden. „Da haben wir vorne und in der Abwehr gut gespielt. Aber wir haben auf jeden Fall noch Luft nach oben“, betont Buß. Im Kollektiv arbeite sein Team offensiv schon gut zusammen, jeder erziele seine Tore.

Sorgen bereitet ihm dagegen noch die Abwehr, hier offenbarten die Bookholzberger einige Schwächen. Und auf eben genau solche wartet der Rest der Liga sehnlichst. Klar ist nämlich: Der Bundesliga-Absteiger ist der Favorit, der Gejagte. „Wir merken schon, dass die Mannschaften gegen uns motivierter sind und vielleicht nochmals 30 Prozent mehr geben. Ich sage das den Jungs auch immer, sie gehen damit bislang gut um“, erzählt Buß. Daher ist es laut des Trainers wichtig, dass sein Team von Anfang an unangenehm auftritt – den Gegnern also frühestmöglich den Spaß am Handballspielen raubt. Ziel der Bookholzberger ist es, die nächsten Spiele souverän für sich zu entscheiden und möglichst schnell die Qualifikation zur Hauptrunde einzutüten. Buß: „Oberliga-Vorrunde ist schon etwas anderes als Bundesliga, aber wir wollen mehr erreichen.“

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