Schwimmen Unterwasser-Rugby: Kämpfen, Strampeln, Siegen

Hamburg. Wenn in einer Mannschaftssportart nicht nur der Gegner nass gemacht wird, dann könnte von Unterwasser-Rugby die Rede sein. Zwölf Spieler tummeln sich im Wasser auf dem Boden eines Schwimmbeckens. Frauen wie Männer kämpfen, strampeln um den Sieg.
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Hamburg. Wenn in einer Mannschaftssportart nicht nur der Gegner nass gemacht wird, dann könnte von Unterwasser-Rugby die Rede sein. Zwölf Spieler tummeln sich im Wasser auf dem Boden eines Schwimmbeckens. Frauen wie Männer kämpfen, strampeln um den Sieg.

Gespielt wird mit einem mit Salzwasser gefüllten Ball, der wegen seiner höheren Dichte nach unten sinkt. Dadurch gelingen einige - im wahrsten Sinne des Wortes - flüssige Kombinationen.

Unterwasser-Rugby ist ein rasanter Sport. "Ein Gegner kann neben, unter oder über einem auftauchen", sagt Gerhard Fröhlich. Er hütet den Korb seiner Mannschaft und ist mit 50 Jahren ältester Spieler beim DUC Hamburg. Er hält mit, das Alter spielt eine untergeordnete Rolle: "Es kommt auf die Bewegung und den Biss an", betont Fröhlich.

Das beweisen seine Mitspielerinnen, darunter befindet sich sogar eine Weltmeisterin. "Trotz der körperlichen Defizite wollen sich Frauen immer durchbeißen, Männer dagegen stecken früher auf", weiß Ex-Nationalspieler Jörg Zimmermann. Und ergänzt: "Frauen haben oft die bessere Übersicht im Spiel."

Den Biss sollte man allerdings nicht übertreiben, denn nur der ballführende Spieler darf vom Gegner angegriffen werden. Bei Liga- und Turnierspielen überwachen drei Schiedsrichter das Geschehen. Zwei von ihnen wie Linienrichter beim Fußball - am Beckenrand und unter Wasser. Der dritte Referee passt auf, dass es keine Wechselfehler gibt. Denn da Unterwasser-Rugby viel Ausdauer erfordert, werden die Akteure ständig ausgetauscht.

Mit dem bekannten Rugby hat der Sport kaum mehr als einen Teil des Namens gemein. Die Spieler tragen die sogenannte ABC-Ausrüstung: Maske, Schnorchel, Flossen. Hinzu kommen farbige Wasserballkappen zum Schutz der Ohren und zur Unterscheidung der beiden Teams. "Einzig der Körperkontakt im Spiel ist bei beiden Sportarten gleich", sagt Zimmermann, der dem Sport schon seit 22 Jahren treu ist. Ihn fasziniert die Kombination aus eleganten Tauchbewegungen, schnellem Zusammenspiel und einem schwerelosen Spielgefühl.

Zweimal in der Woche trainieren die Hamburger, die aus der 1. Liga abgestiegen sind. Um Fahrten und somit Kosten zu sparen, sind die Spieltage in der zweithöchsten Spielklasse auf vier begrenzt. Dadurch stehen an einem Wochenende mehrere Partien nacheinander auf dem Programm, was an die Substanz geht. "Nach sechs Spielen mit einer Spielzeit von 2 x 15 Minuten kommt man schon an seine Grenzen", sagt Zimmermann. "Es ist dann ein Kampf mit sich selbst, wie lange man unter Wasser die Luft anhalten kann."

Für das neue Jahr und die Zukunft wünschen sich die Hanseaten mehr Nachahmer - und mehr Aufmerksamkeit für ihren Sport. "Zum Beispiel wäre ein Wettkampf in einem gläsernen Becken mit Zuschauern, ähnlich wie bei Volleyball-Turnieren in der Stadt, denkbar", meint Fröhlich. Und ein weiteres Ziel hat sich das Team wie selbstverständlich auf die Kappe geschrieben. In der kommenden Spielzeit sollen die Gegner wieder in Liga 1 nass gemacht werden. (dpa)

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