Unbekannte richten mit ihren Autos Schäden auf den Anlagen des VfL Stenum und der SG Bookhorn an

Vandalismus auf Fußballplätzen

Ganderkesee-Stenum. Das Wetter macht die Wochenendplanungen für die Fußball-Abteilung des VfL Stenum derzeit ohnehin zu einer schwierigen Angelegenheit, weil nie sicher ist, dass alle Plätze auf der Anlage am Kirchweg bespielbar sind. Mit Regen, Schnee oder Nebel kalkulieren die Klubverantwortlichen zu dieser Jahreszeit immer, aber mit dem, was jetzt passiert ist, hätten sie niemals gerechnet.
05.11.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Vandalismus auf Fußballplätzen
Von Christoph Bähr
Vandalismus auf Fußballplätzen

Vier Reifenspuren ziehen sich in Kreisen über einen Nebenplatz auf der Anlage des VfL Stenum am Kirchweg. Das Spielfeld kann daher erst einmal nicht mehr für Fußballspiele genutzt werden, und der Verein gerät in Planungsschwierigkeiten.

Ingo Moellers

Das Wetter macht die Wochenendplanungen für die Fußball-Abteilung des VfL Stenum derzeit ohnehin zu einer schwierigen Angelegenheit, weil nie sicher ist, dass alle Plätze auf der Anlage am Kirchweg bespielbar sind. Mit Regen, Schnee oder Nebel kalkulieren die Klubverantwortlichen zu dieser Jahreszeit immer, aber mit dem, was jetzt passiert ist, hätten sie niemals gerechnet. Unbekannte verwüsteten einen Nebenplatz auf der Anlage am Kirchweg, indem sie mit einem oder zwei Autos über den ohnehin schon aufgeweichten Rasen fuhren. Heide Panzram vom VfL Stenum macht diese Zerstörungswut fassungslos: „Das ist eine ganz fiese Sache.“

Sie versuchte zusammen mit anderen Klubmitgliedern am gestrigen Mittwoch, den Platz mit Harken wieder halbwegs in Ordnung zu bringen. „Zwei Stunden waren wir dabei, aber das ist eine wahre Sisyphusarbeit“, berichtete Panzram. Bespielbar ist der Rasen bis auf Weiteres trotz der Bemühungen nicht. „Dort auf dem Platz Nummer sechs sollten am Wochenende Jugendspiele stattfinden. Die müssen alle verlegt werden“, schilderte Melanie Rohrmann-Ullner, die stellvertretende Jugendleiterin des VfL Stenum. Auf seiner Facebook-Seite drückt sich der Verein noch deutlicher aus: „Mit solch einer hirnlosen Aktion wird den Kindern und Jugendlichen der Platz genommen, um ihren Sport auszuüben.“

Auf den zerstörten Stellen soll nun neuer Rasen gesät werden. „Aber im Moment wächst der nicht mehr so gut. Das kann also alles dauern“, sagte Rohrmann-Ullner. Wenigstens ist der Trainingsbetrieb des VfL Stenum dem 24 Jugend- und neun Seniorenteams angehören, von dem Vandalismus nicht betroffen. „Der zerstörte Platz hat kein Flutlicht, deshalb wird er zu dieser Jahreszeit kaum für Einheiten genutzt“, erklärte Rohrmann-Ullner.

Polizei sucht Zeugen

Da auf dem Spielfeld nur am Wochenende gekickt wird, fielen die vier tiefen Reifenspuren, die sich in Kreisen über den gesamten Platz ziehen, auch erst am Dienstag auf. „Einer unserer Trainer hat es gesehen, kam zurück und fragte: ,Was ist denn hier passiert?’“, erzählte Rohrmann-Ullner. Der VfL Stenum hat nun wegen Sachbeschädigung eine Anzeige gegen unbekannt bei der Polizei gestellt.

Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, werden nun Zeugen gesucht, die zwischen Sonntagabend und Dienstagmittag etwas Verdächtiges rund um die Anlage am Kirchweg beobachtet haben. Hinweise nimmt die Dienststelle in Bookholzberg telefonisch unter 0 42 23 / 30 02 entgegen. Die Polizei wies zudem darauf hin, dass sich vor rund einem Monat auf dem Platz der SG Bookhorn Am Weberwinkel ein ganz ähnlicher Fall ereignete. Auch diesbezüglich werden Hinweise erbeten. Überhaupt haben sich zerstörerische Autofahrten über Fußballplätze in den vergangenen Jahren zu einer Art Trend entwickelt. Die entsprechenden Presseberichte sind zahlreich – ob in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen oder Bayern. Nun ist also auch der Landkreis Oldenburg betroffen. Ob es sich in Stenum und Bookhorn um dieselben Täter handelt, ist laut der Polizei noch offen.

Horst Scherschanski, der stellvertretende Sportwart der SG Bookhorn, ärgert sich jedenfalls immer noch über den sinnlosen Vandalismus. „Viele Leute investieren viel Arbeit und geben sich große Mühe, damit der Platz in gutem Zustand ist, und dann wird das in wenigen Minuten kaputt gemacht“, sagte er. Da nur einer der insgesamt zwei Plätze des Vereins beschädigt war, fielen zwar keine Spiele aus, doch Scherschanski und seine Mitstreiter hatten viel Arbeit damit, die Reifenspuren zu beseitigen. Inzwischen sei der Rasen wieder nutzbar. „Das waren anfangs echte Stolperfallen, aber es hat sich jetzt zum Glück verwachsen“, berichtete der stellvertretende Sportwart.

Ganz abgehakt ist das Thema bei der SG Bookhorn allerdings trotzdem noch nicht. „Wir fahren jetzt abends öfter am Platz vorbei und schauen nach dem Rechten“, sagte Horst Scherschanski. „Wenn uns etwas auffällt, rufen wir die Polizei.“

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