Fußball Varrel und Lahausen liefern sich ein Spektakel

Der TuS Varrel und der TSV Weyhe-Lahausen haben sich in der Kreisliga ein wahres Spektakel geliefert. Die Partie bot so ziemlich alles, was ein attraktives Spiel ausmacht.
27.10.2019, 16:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Lars Lucke

Einem bemerkenswerten Spektakel haben die Zuschauer in der Fußball-Kreisliga Diepholz bei der Partie des TuS Varrel gegen den TSV Weyhe-Lahausen bereits am Freitagabend beigewohnt. 4:4 (2:1) hieß es nach etwa 94 gespielten Minuten, in denen von klarer Führung über Aufholjagd bis zum Platzverweis nahezu alles geboten wurde, was dieses Spiel so attraktiv machte. Selbst Gäste-Trainer Thorsten Eppler, dessen Lahauser Elf trotz großer Personalsorgen als Tabellenvierter mit der Favoritenrolle im Gepäck angereist war, ordnete die Begegnung als „kurios“ ein. „Wir haben eigentlich kein schlechtes Spiel gemacht, gut bis zum Sechzehner kombiniert und hatten auch deutlich mehr Ballbesitz“, so die Analyse des Coaches. „Allerdings waren wir im Abschluss nicht gefährlich genug, was natürlich auch an der stabilen Abwehr Varrels lag, und lagen plötzlich 4:1 hinten.“

Der Reihe nach: Von Beginn an übernahmen die Gäste die Initiative, während die Hausherren aus einer kompakten Defensive auf schnelle Umschaltmöglichkeiten warteten. Gleich die erste davon nutzten sie bereits in der achten Minute. Der TSV leistete sich auf Höhe der Mittellinie einen kapitalen Ballverlust, Varrels Kevin Bockhorn kam mit Höchstgeschwindigkeit in den Strafraum, passte scharf auf Jan-Phillip Brünings (8.), der das Leder sechs Meter vor der Linie ungehindert in die Maschen schieben konnte. Weyhe-Lahausen ließ sich von dem frühen Rückstand freilich nicht aus dem Konzept bringen, ließ den Ball weiter durch die eigenen Reihen zirkulieren und arbeitete sich konsequent in Richtung TuS-Strafraum vor. Moritz Anton leitete nach einem Ballgewinn im Mittelfeld den Ausgleich ein. Zunächst ließ er zwei Gegenspieler stehen, dann schickte er mit einem langen Ball Christian-Paul Wiesner (24.) auf die Reise, der an TuS-Keeper Andreas Schwarze vorbeizog und aus spitzem Winkel zum 1:1 traf.

In der Folge blieben die Gäste zwar spielbestimmend, die zweikampfstarken Hausherren hielten jedoch dagegen und demonstrierten höchste Effizienz im Abschluss. Nach einem zu kurz geklärten Eckball bekam die TSV-Abwehr keinen Zugriff, verlor drei Zweikämpfe, bis Hanno Kern (29.) den Strafraumtumult endlich mit dem 2:1 beschloss. In der 67. Minute legte Varrels Pardes Khil mit einem frechen Freistoß das 3:1 nach, indem er abzog, als die Mauer der Gäste noch gemütlich im Aufbau war. „Das darf uns so niemals passieren“, lautete die entschärfte Version von Thorsten Epplers Kommentierung der Szene.

Als Jan-Phillip Brünings (77.) nach einem weiteren Konter sogar auf 4:1 erhöhte, schien die Partie entschieden. Doch weit gefehlt: TuS-Keeper Andreas Schwarze rannte in einer wenig glücklichen Aktion den eingewechselten Marcel Westpfahlen über den Haufen, kassierte dafür die Gelb-Rote Karte und dazu noch einen Strafstoß. Tobias Marquardt übernahm die Verantwortung und verkürzte auf 2:4 (81.). Nur wenige Minuten später wertete der Schiedsrichter eine unübersichtliche Situation überraschend als unerlaubten Rückpass. Den indirekten Freistoß aus etwa 14 Metern nagelte Jannis Berendt (84.) humorlos unter die Latte.

Während bei den Gastgebern nun zusehends die Kräfte schwanden und zudem ein Feldspieler das Tor hüten musste, da kein Ersatztorwart auf der Bank saß, fanden die Gäste die sogenannte zweite Luft und drängten auf den Ausgleich. In der vierten Minute der Nachspielzeit war es dann tatsächlich so weit. Kevin Gibek (90.+4) traf in diesem verrückten Spiel aus zehn Metern ins lange Eck zum ebenso glücklichen wie verdienten 4:4-Endstand.

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