Fußball-Bezirksliga Verden 04 ist jetzt auch in der Abwehr stark

Verden. "Die Tabellenführung ist nur eine Momentaufnahme. Doch sie zeigt uns, dass wir den Landesliga-Aufstieg schaffen können." Im Meisterschaftskampf der Fußball-Bezirksliga 3 hat Trainer Harald Rehorst vom FC Verden 04 am Sonntag einen Teil seiner Zurückhaltung abgelegt.
16.03.2011, 05:00
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Von Jürgen Honebein

Verden. "Die Tabellenführung ist nur eine Momentaufnahme. Doch sie zeigt uns, dass wir den Landesliga-Aufstieg schaffen können." Im Meisterschaftskampf der Fußball-Bezirksliga 3 hat Harald Rehorst am vergangenen Sonntag einen Teil seiner Zurückhaltung abgelegt. Der von ihm trainierte FC Verden 04 feierte einen 2:1-Sieg im Kreisderby gegen den TSV Ottersberg II - und erklomm erstmals seit der Aufstiegsaison 2008/09 die Tabellenspitze.

Der Platz an der Sonne kann allerdings am heutigen Mittwoch schon wieder verloren gehen, falls der TSV Bevern sein Nachholspiel gegen den TSV Neu Sankt Jürgen gewinnt. Ein Beverner Sieg wäre keine Überraschung, empfängt der TSV doch den Tabellenvorletzten. Doch wovon darf in dieser Bezirksliga-Saison schon ausgegangen werden?

Viele überraschende Ergebnisse haben dazu geführt, dass sich mit dem FC Verden 04, TSV Bassen, TSV Bevern, MTV Riede, TSV Ottersberg II und FC Hambergen noch sechs Mannschaften Hoffnungen auf den Titel oder die zu Relegationsspielen berechtigende Vizemeisterschaft machen können. "Wir wollen unsere Chance offensiv angehen, denn der Aufstieg wäre auch eine Belohnung für die seit Jahren hervorragende Jugendarbeit in unserem Verein", bemerkt Rehorst.

Der FC Verden 04 steht momentan so weit oben, weil die Mannschaft sich seit dem Aufstieg vor zweiundeinhalb Jahren kontinuierlich gesteigert hat und zu einer Einheit zusammengewachsen ist. Auch die jüngsten Abgänge der Leistungsträger Sören Radeke (TSV Etelsen) und Tim Becker (TSV Ottersberg) konnten überraschend gut kompensiert werden. "Das hat mich angenehm überrascht", sagt Rehorst, der mit seinem 32-jährigen Assistenten Florian Kastens seit Jahren ein tadellos funktionierendes Trainergespann bildet. "Florian und ich funken auf einer Wellenlänge und haben oft die selben Ideen. Wir ergänzen uns super", schwärmt Rehorst geradezu.

Während die Verdener Offensive schon seit längerer Zeit zu den stärksten der Bezirksliga 3 gehört, hat sich jetzt auch die Abwehr stabilisiert. Sie war stets das Sorgenkind Rehorsts. Das hatte allerdings seinen Grund. Zwar ist der 41-jährige Verdener Coach ein Verfechter der Viererkette, doch neuerdings spielt der FC Verden 04 wieder mit einem Libero und zwei Manndeckern und im Mittelfeld obendrein mit einer Doppelsechs. "Unser System richtet sich immer nach der Spielweise des Gegners. Die Vierer-Abwehrkette muss also nicht immer die ideale Lösung sein", stellt Rehorst fest - er hat neuerdings umgedacht. "Das System liegt uns, denn in den letzten Spielen haben wir nur ganz wenig gegnerische Torchancen zugelassen, sind aber stets torgefährlich gewesen."

Behrens als Torwart unumstritten

Im Tor steht mit Holger Behrens ein Routinier, der unangefochten die Nummer eins ist und der Abwehr Sicherheit verleiht. Aber der junge Dario Jahn besitzt viel Talent und wird seinen Weg noch machen. Ihren Stammplatz in der Abwehr haben derzeit Philipp Büssenschütt, Andre Zerbst, Timo Peymann und Sebastian Müller sicher. Erste Alternativen sind Niklas Meyer, der sich momentan in den USA befindet, und Torben Feldhaus.

Auf den beiden Sechserposition sind der 19-jährige Carsten Kruska und der schussstarke Daniel Müller erste Wahl, aber auch der Ex-Brunsbrocker David Goetjes hat sich nach seiner Verletzungspause wieder herangekämpft. Im rechten offensiven Mittelfeld wirbeln David Hennig oder Alexander Halinger und links ist der Ex-Dauelser Christoph Bührig gesetzt. Jan Twietmeyer füllt die Rolle des offensiven Mittelfeldspielers nahezu perfekt aus (alternativ steht Tanju Toku bereit), und ganz vorne ist Mannschaftsführer Nicolas Brunken erste Wahl. "Wir haben gegenüber der Konkurrenz den großen Vorteil, dass wir Ausfälle mit unseren starken A-Jugendlichen kompensieren können. Zwei bis drei Spieler aus der Niedersachsenliga-Mannschaft könnte ich jederzeit bedenkenlos einbauen", freut sich Rehorst.

Die Chance ist also gegeben, dass der in dieser Saison auf eigenem Platz noch ungeschlagene FC Verden 04 zukünftig in der Landesliga auflaufen wird. Rehorst: "Wir dürfen im Moment davon träumen, mehr aber nicht. Zwar spricht das Restprogramm für uns, beispielsweise spielen wir bis auf Bevern gegen alle Titelaspiranten zu Hause, doch es gehört auch Glück dazu." Schon am Wochenende wartet auf die Allerstädter mit dem Rotenburger SV II eine schweres Auswärtsspiel. Rehorst: "Leichte Aufgaben gibt es nicht mehr. Wir haben jetzt elf Endspiele vor uns."

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