Delmenhorst/Landkreis Oldenburg Verhaltene Prognosen und große Ziele

Delmenhorst·Landkreis Oldenburg. Eines steht vor dem ersten Spieltag der Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst bereits fest: Die meisten Mannschaften starten, glaubt man ihren Prognosen, eher vorsichtig in die neue Serie. Da nennen ambitionierte Klubs plötzlich Saisonziele wie „Spaß haben“ (TV Munderloh und VfR Wardenburg) oder wollen die „gute Entwicklung fortsetzen“ (Harpstedter TB) – oder ganz einfach „besser abschneiden als im Vorjahr“, was sich der letztjährige Tabellendritte FC Hude vorgenommen hat.
06.08.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von RALF KILIAN

Eines steht vor dem ersten Spieltag der Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst bereits fest: Die meisten Mannschaften starten, glaubt man ihren Prognosen, eher vorsichtig in die neue Serie. Da nennen ambitionierte Klubs plötzlich Saisonziele wie „Spaß haben“ (TV Munderloh und VfR Wardenburg) oder wollen die „gute Entwicklung fortsetzen“ (Harpstedter TB) – oder ganz einfach „besser abschneiden als im Vorjahr“, was sich der letztjährige Tabellendritte FC Hude vorgenommen hat. Eine klare Ansage macht neben dem SV Baris, der auf Platz eins bis fünf landen möchte, eigentlich nur ein Verein: Rot-Weiß Hürriyet. Beim amtierenden Vizemeister steht schlicht: „Aufstieg“. Zudem hat Trainer Chawkat El-Hourani ein zweites Ziel ausgegeben: Er möchte unter die ersten Fünf der Fairplay-Tabelle kommen. Das ist zunächst einmal schwer vorstellbar, schließlich hat es Hürriyet in der Vorsaison niedersachsenweit nicht mal unter die Top 1000 geschafft. Fairness scheint aber zwingend nötig zu sein, um am Ende ganz oben zu stehen. Das haben die Vorjahre mehrfach gezeigt. Generell lassen sich vor der Saison 2015/16 einige Leitsätze aufstellen.

1. Fairness macht den Meister

Das „Double“ aus Kreisliga- und Fairplay-Titel schaffte zuletzt der TSV Ganderkesee (2014) und davor der VfL Wildeshausen (2010). Der TV Jahn Delmenhorst (2009), Ganderkesee (2011) und der SV Tur Abdin (2012) wurden in ihren Meisterjahren immerhin Fairness-Vize, Stenum (2015) belegte zuletzt Rang drei in diesem Ranking. In der kommenden Saison ist Fairness zudem nicht nur für die Statistik von Belang: Nach jeder fünften Gelben Karte und nach Ampelkarten gibt es künftig Sperren.

2. Langer Atem nötig

Der Start am Freitag führt mit dem TV Munderloh und dem FC Hude gleich zwei Favoriten zueinander. Rein emotional wäre eine Niederlage zum Auftakt ein herber Rückschlag, doch auf die Saison gerechnet ist eine Pleite am ersten Spieltag nicht richtungsweisend. Tur Abdin quälte sich 2012 zu einem 1:1 in Großenkneten, Ganderkesee verlor 2014 mit 1:2 gegen den SV Atlas Delmenhorst und eroberte Platz eins sogar erst am 14. Spieltag. Stenum vergeigte das erste Heimspiel vor einem Jahr mit 4:5 gegen Hürriyet und schnappte sich den Aufstiegsplatz Mitte der Rückrunde.

3. Die Bank gewinnt Titel

Es gibt den Spruch, dass die beste Abwehr den Titel gewinnt. Oft liegt es in Wahrheit aber daran, dass die Meisterkader auch in der Breite die beste Qualität aufweisen. So hat aktuell jeder Kreisligist mindestens 20 Spieler im Aufgebot. Meister wird das Team, das Verletzungen und Sperren am besten kompensiert. Und natürlich dürfen die Reservisten nicht für Unruhe sorgen, sondern müssen ihre Rolle akzeptieren.

4. Vorsorgen für den Klassenerhalt

Im KSV Hicretspor, dem TV Jahn, den beiden Aufsteigern TSV Ganderkesee II und der SVG Berne sowie überraschenderweise auch dem TuS Heidkrug haben sich gleich fünf Klubs den Klassenerhalt als Ziel gesetzt. Bei drei Absteigern aus der 17 Teams starken Liga ist diese zurückhaltende Prognose sicherlich nicht verkehrt, wobei die Heidkruger sich doch etwas zu sehr in Understatement üben. Ganz anders macht es der SV Tungeln, der als Aufsteiger einen Platz unter den ersten Zehn anpeilt. Entscheidend wird am Ende sein, frühzeitig zu punkten. In der Vergangenheit konnten verpatzte Saisonstarts kaum mehr korrigiert werden. Von den zehn Mannschaften, die in den vergangenen fünf Jahren nach der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz rangierten, rettete sich sportlich nur der SC Colnrade (2013).

5. Ruhige Hand bringt Mittelplatz

Sicher sind viele Vereine bei der Zielvorgabe im Vorfeld eher zurückhaltend, um später nicht als Großmäuler tituliert zu werden. In der Tat sind fast immer die Mannschaften für einen Mittelfeldplatz prädestiniert, die aufgrund fehlender Einzelkönner auf den Teamgeist und eine ruhige Hand setzen. Dazu zählen der SV Achternmeer („einstelliger Tabellenplatz“), der TSV Großenkneten („Platz acht“), der TV Dötlingen („besser als Platz neun im Vorjahr“) und der VfL Wildeshausen II („Platz im gesicherten Mittelfeld“). Eine absolute Sonderrolle nimmt der Ahlhorner SV ein, der ebenfalls einstellig ins Ziel kommen möchte. Es bleibt abzuwarten, ob dem Bezirksliga-Absteiger ein ähnlicher sportlicher Fall droht wie zuletzt dem TV Jahn.

Fazit: Wer landet wo?

Den Titel machen Hude, Munderloh und Hürriyet unter sich aus, gefährdet vom SV Baris, wenn er endlich zur Konstanz findet. Harpstedt, Wardenburg und Heidkrug landen dahinter im oberen Mittelfeld, gefolgt von Großenkneten. Achternmeer und Dötlingen müssen wegen schmerzhafter Abgänge einen leichten Abwärtstrend verzeichnen, Wildeshausen II schafft es noch ins Mittelfeld. Für Ahlhorn geht es gegen den Abstieg. In dieser Region kennen sich Hicretspor und der TV Jahn gut aus, vielleicht gelingt der Klassenerhalt dieses Mal etwas früher. Tungeln und Ganderkesee II agieren auf ähnlichem Niveau. Berne ist als Wesermarsch-Meister schwer einzuschätzen, das Team überspringt leistungsmäßig praktisch zwei Klassen.

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