Volleyball-Oberliga Verschenkte Punkte

Die VG Delmenhorst-Stenum hatte sich mehr vorgenommen, erwischte am Ende aber einen ziemlich gebrauchten Tag. Immerhin bleibt sie auf dem zweiten Tabellenplatz.
12.12.2017, 17:52
Lesedauer: 3 Min
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Von Gerhard Göldenitz

Delmenhorst. Einen ziemlich gebrauchten Tag haben die Volleyballer des Oberligisten VG Delmenhorst-Stenum bei ihrem finalen Auftritt in diesem Jahr vor heimischer Kulisse erwischt. Gegen die Tecklenburger Land Volleys II unterlag das Team von Trainerin Susanne Schalk deutlich. Das zweite Spiel gegen den TuS Bersenbrück gewann die VG erst im Tiebreak. Die magere Ausbeute von nur zwei Punkten ist aber deutlich zu wenig, wenn das Team beim Thema Regionalliga-Aufstieg ein Wörtchen mitreden möchte.

VG Delmenhorst-Stenum – Tecklenburger Land Volleys II 0:3 (17:25, 21:25, 22:25). Einen guten Start erwischten die Hausherren gegen die wiedererstarkten Tecklenburger, die mit Lars Fischer einen ehemaligen Bundesligaspieler in ihren Reihen hatten. Am Netz aufmerksam und mit kleinen Aufschlagserien von Philip Förstermann und Christian Carus gingen die Delmenhorster zunächst mit 8:5 in Führung. Vier verschenkte Punkte brachten die Gäste aber wieder heran und letztlich auch mit 9:8 in Front. Die Schützlinge von Susanne Schalk berappelten sich aber wieder, schlugen zurück und erkämpften sich ein 13:10. Volleys-Trainer Hendrik Rieskamp nahm eine Auszeit. Danach war irgendwie der Wurm im Spiel der Hausherren drin, die erneut durch unnötige Fehler auffielen. Vor allem in der Annahme klappte nicht so viel, sie ließ sich immer wieder von den starken Sprungaufschlägen von Lars Fischer beeindrucken. „Wir haben uns in dieser Phase die Butter vom Brot nehmen lassen. Unsere Aktionen waren nicht mehr so zwingend“, bemängelte Susanne Schalk. Die Gäste dagegen bekamen immer mehr Aufwind und spielten nahezu fehlerfrei. Am Ende des ersten Satzes hieß es 25:17 für die Gäste.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die Delmenhorster zunächst Herr des Geschehens und zogen auf 12:7 davon. Neuzugang Daniel Müller schaffte es ein paarmal, geschickt den gegnerischen Block außen anzuschlagen und so den Ball unspielbar zu machen. Allerdings wirkte er auch oftmals total übermotiviert und auch uneinsichtig gegenüber den korrekten Entscheidungen des sehr aufmerksamen Schiedsgerichts.

Es häuften sich jetzt auch wieder die Probleme in der Annahme, sodass Zuspieler Aaron Bode, der an diesem Tag ebenfalls nicht wirklich sicher wirkte, seine Angreifer nicht variabel genug gegen den starken Volleys-Block einsetzen konnte. Die Gastgeber hielten lediglich die eigenen Angaben im Spiel, doch am Ende waren es erneut die Gäste, die den Rückstand aufholen konnten und mit den entscheidenden Aktionen den Satz mit 25:21 für sich verbuchten.

Der dritte Abschnitt war dann endgültig fest in der Hand der Gäste, die insgesamt das bessere Team stellten und verdient gewannen. Es gab zwar immer mal wieder Lichtblicke mit guten Einzelaktionen, doch an diesem Nachmittag reichte dies nicht, um Tecklenburg in die Schranken zu weisen.

VG Delmenhorst-Stenum – TuS Bersenbrück 3:2 (26:24, 16:25, 18:25, 25:13, 15:8). Auf Wiedergutmachung pochten die Schalk-Schützlinge im zweiten Spiel – vor Wochenfrist hatten sie Bersenbrück in deren Halle bereits mit 3:0 geschlagen. Die Gastgeber starteten furios und zogen schnell auf 7:1 und 19:13 davon, als plötzlich wieder der Wurm im Spiel war. Als alle schon glaubten, der Satz wäre in trockene Tücher gewickelt, glich Bersenbrück doch noch zum 22:22 aus. „Wir hörten auf einmal auf zu spielen, verdaddelten unseren Vorsprung und hatten am Ende Mühe, den Satz noch zu gewinnen“, kritisierte Schalk, die erneut in der Annahme den Schwachpunkt im Team ausmachte. Die Gäste hatten Blut geleckt und nutzten die Fehler des völlig von der Rolle spielenden Gastgebers aus. Auch das Prunkstück der VG, die eigene Angabe, sollte an diesem Tag nicht greifen. Zu viele davon wurden verschlagen, und in der Annahme gab es erneut große Lücken. Als das Schalk-Team nach Sätzen 1:2 hinten lag und der komplette Spieltag verloren zu sein schien, wachten die Hausherren auf, schüttelten sich kurz und spielten plötzlich so, wie sie die letzten Wochen agiert hatten. „Ich glaube, der deutliche Hinspielerfolg hatte uns heute mehr geschadet als genutzt“, meinte Susanne Schalk. „Wir haben eindeutig Punkte verschenkt und konnten nicht an die guten Leistungen der letzten Wochen anknüpfen.“

In der Tabelle gehen die Delmenhorster trotzdem auf dem zweiten Platz in die Winterpause und haben gleich am 14. Januar das große Duell mit dem derzeitigen Spitzenreiter VSG Ammerland II.

VG Delmenhorst-Stenum: Schröder, Sanders, Carus, Bode, Wahle, Witt, Rüdiger, Müller, Thiel, Förstermann.

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