Erima-Cup

Verschiedene Gemütslagen

HSG-Coach Jörg Rademacher war mit der Leistung seiner Sieben bei dem Handball-Turnier unzufrieden. Die Delmenhorster offenbarten noch einige Schwächen.
13.08.2018, 16:31
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Nico Nadig
Verschiedene Gemütslagen

Auf HSG-Coach Jörg Rademacher (r., hier im Gespräch mit Spieler Jonas Meissner) wartet noch eine Menge Arbeit.

Ingo Möllers

Neerstedt. Mit jedem weiteren Gegentor verfinsterte sich Jörg Rademachers Miene. Der Trainer der HSG Delmenhorst ärgerte sich sichtlich über die Leistung seiner Sieben beim Spiel um Platz fünf beim Handball-Erima-Cup in Neerstedt. Verständlich. Denn was der Oberliga-Aufsteiger in den ersten Minuten gegen den Klassenkonkurrenten TSG Hatten-Sandkrug ablieferte, war schlichtweg erschreckend schwach. Nach 15 Minuten fanden die Delmenhorster sich mit 4:9 im Hintertreffen. Dass sie die Partie letztlich noch drehten und schlussendlich mit 21:20 gewannen, änderte nichts – also so rein gar nichts – an Rademachers Laune. "Man muss da erst mal relativieren, weil wir nie das komplette Team zur Verfügung hatten. Aber deshalb bin ich auch unzufrieden. Ich konnte bei diesen Tests nicht viele Erkenntnisse sammeln", kritisierte Rademacher.

Der Trainer der HSG wurde in seiner Analyse allerdings noch deutlicher. Er sprach von einer enttäuschenden Leistung seiner Sieben, bemängelte außerdem die geistige Frische und die Einstellung. "Beides hat nicht gestimmt. Darüber werden wir reden. Es gibt nichts Positives. Ich brauche da auch gar nichts schönzureden. Man muss diese Dinge ganz klar ansprechen", betonte Rademacher. Beim eigenen Engelbart-Cup an diesem Wochenende erwartet der Coach eine Reaktion seiner Sieben, wenngleich noch nicht abzusehen ist, mit welcher Besetzung die HSG Delmenhorst auflaufen wird. Diverse Spieler sind derzeit noch angeschlagen – in Neerstedt machte sich das vor allem auf der Kreisläufer-Position bemerkbar, zudem fehlten Linkshänder. Rademacher: "Wenn es nicht viel besser wird, dann weiß ich auch nicht. Auf jeden Fall wollen wir uns anderes verkaufen. Das heute war nur enttäuschend."

In der Gruppenphase bezwangen die Delmenhorster die A-Jugend des HC Bremen mit 20:16. Nichtsdestotrotz schied die Rademacher-Sieben als Schlusslicht aus, während der Bundesliga-Aufsteiger als Erster ins Finale einzog. Denn die Delmenhorster verloren gegen den TV Cloppenburg, die Nachwuchs-Handballer siegten gegen den TVC. Somit kamen alle drei Teams auf eine 2:2-Bilanz, sodass die Tordifferenz letztlich entschied – hier wies die HSG die schlechteste auf. Gegen den Mit-Aufsteiger TSG Hatten-Sandkrug im Platzierungsspiel startete die HSG bekanntlich schwach. In der Offensive trafen die Delmenhorster oft falsche Entscheidungen. Der Rückraum strahlte in den ersten Minuten kaum Gefahr aus, oft blieben die Würfe in der Abwehr hängen. Die 5:1-Deckung fruchtete in der Anfangsphase ebenfalls kaum: Die Hattener kamen immer wieder zu erfolgreichen Abschlüssen.

Viel Arbeit für HSG

Nach einer Viertelstunde hatte Rademacher genug gesehen, er nahm eine Auszeit. Offensichtlich fand er die richtigen Worte, denn fortan fand die HSG besser ins Spiel, wenngleich leistungstechnisch noch immer viel Luft nach oben war. Mit einigen guten Aktionen, beispielsweise von Neuzugang Lasse Till, erzielte die HSG den Ausgleich und ging letztlich sogar in Führung. Die ersatzgeschwächte TSG Hatten-Sandkrug ließ jedoch nicht locker und blieb in Schlagdistanz. Unter freundlicher Mithilfe der HSG: In der Deckung der Delmenhorster klafften weiterhin große Lücken. Rademacher nahm nach TSG-Toren immer wieder einen Spieler zur Seite und redete auf ihn ein. "Natürlich sind Spieler heute auf für sie ungewohnten Positionen zum Einsatz gekommen, angeboten hat sich aber trotzdem niemand", meinte Rademacher und ergänzte: "Unterm Strich wartet noch eine Menge Arbeit auf uns."

Ein wesentlich positiveres Fazit zog dagegen Björn Wolken. Der Trainer des TV Neerstedt war mit dem Auftritt seiner Mannschaft im Großen und Ganzen zufrieden. Seine Sieben beendete die Gruppenphase nach einem Sieg gegen die klassenhöhere TSG Hatten-Sandkrug auf Rang zwei. Im Spiel um Platz drei hinterließen die Neerstedter gegen den ambitionierten Oberligisten TV Cloppenburg ebenfalls einen guten Eindruck, der durch die 20:23-Pleite keinesfalls getrübt wurde. Vor allem wenn sie ins Laufen kam, stellte die Wolken-Sieben den Gegner vor Probleme. Gleichzeitig überzeugten die Deckung und die beiden TVN-Torhüter. Zum Ende hin ging den Neerstedtern jedoch etwas die Luft aus, Cloppenburg nutzte dies aus. "Letztendlich haben wir vier Fehler zu viel gemacht. Aber ich bin wirklich zufrieden. Unsere Leistung war völlig in Ordnung", meinte Wolken im Anschluss. Wenn sein Team in Zukunft noch konsequenter und schneller agiere, werde es gegnerische Mannschaften vor Probleme stellen. Ein Sonderlob verteilte er an die beiden Torhüter, die sich auch neben dem Platz gut verstünden. "Das merkt man auf dem Spielfeld. Sie machen das wirklich sehr gut", sagte Wolken, "heute haben noch ein paar Akteure gefehlt, trotzdem hat mir das in allen drei Spielen gefallen." Die Vorbereitung bewertet er bislang als durchweg positiv.

Weitere Informationen

Ergebnisse Gruppe A

HC Bremen - TSG Hatten-Sandkrug 21:13

TV Neerstedt - HC Bremen 12:18

TV Neerstedt - TSG Hatten-Sandkrug 15:13

Abschlusstabelle

1. HC Bremen

2. TV Neerstedt

3. TSG Hatten-Sandkrug

Ergebnisse Gruppe B

A-Jugend HC Bremen - HSG Delmenhorst 16:20

TV Cloppenburg - HSG Delmenhorst 22:17

A-Jugend HC Bremen - TV Cloppenburg 23:18

Abschlusstabelle

1. A-Jugend HC Bremen

2. TV Cloppenburg

3. HSG Delmenhorst

Spiel um Platz fünf

TSG Hatten-Sandkrug - HSG Delmenhorst 20:21

Spiel um Platz drei

TV Neerstedt - TV Cloppenburg 20:23

Finale

HC Bremen - A-Jugend HC Bremen 18:11

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+