Formel 1 Vettel und Schumacher: Schauen, was der Gegner hat

Jerez. Das erste Kräftemessen war nicht mal ein Abtasten, von Schlagabtausch zwischen Michael Schumacher und Sebastian Vettel keine Spur. Stattdessen nutzten die deutschen Rivalen ihre freien Minuten in geheimer Formel-1-Mission.
14.02.2010, 16:22
Lesedauer: 2 Min
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Jerez. Das erste Kräftemessen war nicht mal ein Abtasten, von Schlagabtausch zwischen Michael Schumacher und Sebastian Vettel keine Spur. Stattdessen nutzten die deutschen Rivalen ihre freien Minuten in geheimer Formel-1-Mission.

"Wenn man selbst nicht fahren kann, muss man sich selbst ja beschäftigen. Da nutzt man die Zeit, ein bisschen rumzugucken, was die anderen unter der Haube haben", erklärte Vizeweltmeister Vettel. "Da kann man das ein oder andere sehen, was interessant ist." Auch für Schumacher war essenziell, "die anderen Teams und deren Lösungen zu studieren".

Zum ersten Mal nach Schumachers Comeback-Bestätigung gaben beide auf der Rennstrecke Gas. Nicht ohne kleinere Hindernisse. An Schumachers neuem Mercedes gab es ein technisches Problem. Und auch der neue RB6 muckte ein wenig auf, "was uns sehr lange davon abgehalten hat, zu fahren", meinte Vettel, der mit seinem Team erst auf dem südspanischen Kurs in die Testphase eingestiegen war. "Zunächst war es schön, nach so langer Zeit wieder im Auto zu sitzen", betonte der 22-jährige Vettel. Die Valencia-Probefahrten hatte Red Bull im Gegensatz zu Mercedes mit Schumacher und dessen deutschem Kollegen Nico Rosberg ausgelassen.

In der eher weniger aussagekräftigen Zeitentabelle fand sich Vettel auf dem sechsten Rang wieder, einen Platz hinter Schumacher. Schnellster war Ex-Weltmeister Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes auf dem 4,428 Kilometer langen Circuito de Jerez. Schumachers Rückstand betrug über eine Sekunde, der von Vettel rund anderthalb. Beide blieben mit ihren Autos zudem zwischenzeitlich auf der Strecke stehen - offensichtlich hatten sie wegen des Nachtankverbots ihre Wagen bewusst trocken gefahren.

"Wo wir genau stehen, wissen wir nicht. Jeder macht was anderes", betonte Vettel. Schumacher sah es ähnlich. "Es ist sehr schwer für uns alle zu verstehen, wie die Rangfolge der Teams ist", sagte der 41 Jahre alte Rekordweltmeister, der in vier Wochen seinen 251. Grand Prix bestreitet und um seinen achten WM-Titel kämpfen will.

"Für mich sieht es derzeit so aus, dass die erwarteten vier Teams - wir, Ferrari, Red Bull, McLaren - vorne sind", sagte Schumacher. Möglicherweise muss er sich aber auf noch mehr Konkurrenten einstellen, die ihm im Kampf um die Krone Punkte klauen könnten. Auch Sauber, das nach dem Ausstieg von BMW wieder auf eigenen Beinen steht, "wirkt bis jetzt sehr gut", meinte der Kerpener.

Zudem konnte Force India einen guten Eindruck hinterlassen - zur Freude von Fahrer Adrian Sutil, dem die zweitschnellste Runde gelang. "Es hat mir einen kleinen Extra-Schub gegeben", meinte er zu den positiven Erfahrungen mit dem neuen Wagen. "Es war noch besser, als ich erwartet hatte, ich bin optimistisch", sagte der Gräfelfinger. Punkte also ja, Siege etwa auch? "Es ist noch etwas zu früh, das zu sagen. Ich möchte nicht über Siege oder Podestplätze sprechen."

Auch Schumacher warnte vor frühen Rückschlüssen noch bevor in der kommenden Woche weitere Tests in Jerez und am Monatsende die Fahrten auf dem Grand-Prix-Kurs nahe Barcelona anstehen. "Wie immer in dieser Phase vor der Saison, kann da noch eine ganze Menge passieren. Ich denke, erst beim Saisonstart werden wir wirklich klüger sein." (dpa)

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