Fußball-Bezirksliga A-Junioren

VfL Stenum auf dem Sprung in die Landesliga

Die Bilanz der hiesigen Vertreter in der Bezirksliga der A-Junioren fällt durchwachsen aus: Während der VfL Stenum das Maß aller Dinge darstellt, hat der VfL Wildeshausen noch keinen Punkt geholt.
21.12.2018, 17:35
Lesedauer: 4 Min
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Von Ralf Kilian

Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Die hiesigen Vereine der A-Junioren-Bezirksliga deckten in der Hinrunde die komplette Palette der Tabellenregionen ab. Herbstmeister VfL Stenum ist mit fünf Punkten Vorsprung klarer Titelkandidat, hinter dem Vize GVO Oldenburg ist der TuS Heidkrug noch dem Verfolgerfeld zuzurechnen. Die Fußballer des TV Jahn Delmenhorst liegen auf Rang fünf im gehobenen Mittelfeld. Die gesicherte Zone würde die SG DHI Harpstedt gerne erreichen, momentan belegt sie nur Rang elf. Das ist der erste Abstiegsplatz, und im Unglücksfall würde man den VfL Wildeshausen in die Kreisliga begleiten. Das Schlusslicht ist auf Bezirksebene überfordert und wartet noch auf den ersten Punkt.

Zum Auftakt der Rückrunde am 1. März kommenden Jahres muss der VfL gleich zum Namensvetter nach Stenum. Das wird vermutlich ähnlich erfreulich wie ein Besuch beim Zahnarzt, denn beide Mannschaften trennten im ersten Halbjahr mehr als nur die 13 Plätze. Vielmehr war es ein Zwei-Klassen-Unterschied, denn die Stenumer bewegten sich über weite Strecken auf Landesliga-Niveau. „Den Landesliga-Platz würden wir auch annehmen“, betont Trainer Frank Radzanowski. „Vor der Saison war die Ausrichtung Platz eins bis drei. Dass wir nach 15 Spielen die Tabelle anführen, ist eine schöne Momentaufnahme“, fügt er hinzu.

Die Jungs vom Kirchweg konnten die hohen Erwartungen noch übertreffen. Der Kader ist unheimlich ausgeglichen besetzt und verfügt zudem mit den Torjägern Tom Geerken (19 Treffer) und Jan-Luca Rustler (16) über zwei herausragende Akteure, die jederzeit Spiele entscheiden können. Besonders deutlich wurde das im Ligagipfel gegen GVO Oldenburg. Am Rande der ersten Saisonniederlage knipste Rustler dreimal zum 5:2-Sieg, Geerken steuerte einen Treffer und zwei Vorlagen bei. Herausragend im Saisonverlauf war der 4:3-Erfolg im Bezirkspokal gegen den klassenhöheren VfL Oldenburg, jetzt geht es im Viertelfinale am 16. März gegen den Landesligisten Hansa Friesoythe um den Einzug in die nächste Runde.

Heidkrug in Lauerstellung

Hinter Stenum (41 Punkte aus 15 Spielen) und GVO (36 aus 14) liegt der TuS Heidkrug mit 30 Punkten in Lauerstellung. Die Mannschaft von Andreas Pietsch hatte oft mit großen Personalproblemen zu kämpfen, sinnbildlich dafür zog sich Leon Böttger im Training vor dem letzten Spiel des Jahres noch einen Beinbruch zu. Die ständig wechselnden Formationen führten zu großen Leistungsschwankungen. Heidkrug ist gegen die Titelkandidaten Stenum (1:1) und GVO (3:2) ungeschlagen, leistete sich aber unerwartete Patzer gegen Kellerkinder. Dem TuS Eversten (2:3) und dem FC Rastede (1:1) lieferten die Heidkruger wertvolle Schützenhilfe beim Verlassen der Abstiegsplätze. „Die Saison lief bislang durchwachsen für uns. Was uns noch etwas hinterherhängt, sind die völlig unnötige Niederlage gegen Eversten und das Unentschieden gegen Rastede“, ärgert sich Pietsch. Torjäger Fabian Herrmann liegt zwar mit 17 Treffern auf Platz zwei im Ranking der Torjäger, aber wie die gesamte Mannschaft agiert auch der Sturmführer oft zu launisch. Einen Fingerzeig, wohin die Reise geht, wird gleich das erste Rückrundenspiel am 9. März gegen GVO Oldenburg geben. „In der Rückrunde geht es für uns darum, von Spiel zu Spiel zu gucken und jedes Spiel gewinnen zu wollen. Wir werden sehen, was am Ende der Saison dabei rumkommt“, blickt Pietsch voraus.

TV Jahn peilt Platz drei an

Herrmanns 2:2-Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit gegen den TV Jahn verhagelte dem Lokalrivalen den Gang in die Winterpause. Doch Trainer René Rohaczynski weist zu Recht darauf hin, dass die Jahner schon je zweimal gegen Stenum und GVO spielen mussten. Das Resultat waren null Punkte und 5:14 Tore. Rohaczynskis Zielsetzung für die Restsaison ist ganz klar: „Alle Spiele gewinnen, wir wollen noch in die Top drei. Die Mannschaft hat sich gefunden und macht das immer besser.“ Zwischenzeitlich gewannen die Jahner sieben von acht Spielen, besonders die Offensive ist mit dem Trio Aaron Dixon (zwölf Tore), Hannes Havekost und Enrico Köhler (je neun) schnell unterwegs und treffsicher. Doch die Rückwärtsbewegung hat noch Luft nach oben, viele der 33 Gegentore resultierten aus der fehlenden Balance zwischen Offensive und Defensive.

Nur ein einziges Mal hat der Harpstedter TB in dieser Saison die Punkte geteilt. Das war beim reichlich überraschenden 2:2 gegen den VfL Stenum nach 0:2-Rückstand, den Ausgleich markierte Ole Volkmer mit einem seiner 17 Saisontreffer. Trotzdem bekleiden die Schützlinge von Michael Würdemann den ersten Abstiegsplatz, was vorrangig an der eklatanten Auswärtsschwäche liegt. Wenn man die nicht abstellt – sechs Spiele, sechs Klatschen –, kann sich der HTB die Reisekosten zukünftig sparen. Zu Hause ist die Bilanz mit 13 Punkten aus acht Partien positiv, und so ist Würdemann mit der Entwicklung grundsätzlich zufrieden: „Der Einsatz und die Laufbereitschaft sind sehr gut, und das Spiel nach vorne ist deutlich besser geworden. Leider ist es noch zu leicht, gegen uns Tore zu schießen. Daran werden wir jetzt gezielt arbeiten.“

In Wildeshausen hat Trainer Maximilian Iken noch deutlich mehr Baustellen. „In den meisten Spielen haben wir mit Jungs gespielt, die in der letzten Saison noch in der zweiten B-Jugend aufliefen. Außerdem würde ich mir wünschen, dass wir in unserem Verein den Stellenwert wie die A-Junioren in anderen Vereinen bekommen“, moniert er. Im Grunde stand Ikens Mannschaft von Beginn an auf verlorenem Posten, dazu kam in den Kellerduellen gegen Harpstedt (3:4), den BV Garrel (2:3) und die JSG Cappeln mangelndes Spielglück hinzu. „Charakterlich ist es trotzdem eine Top-Truppe. Ich würde mir wünschen, dass die Jungs bis zum Ende durchhalten und natürlich noch einige Punkte holen“, blickt er voraus.

Für den Klassenerhalt wird es nicht mehr reichen bei voraussichtlich vier Absteigern. Dagegen hat Harpstedt sicher das Potenzial, um drinzubleiben. Spannend könnte es noch im Kampf um Platz drei zwischen Heidkrug und Jahn werden. Der einzige Verein, der keine Spannung mehr wünscht, ist der VfL Stenum. Angesichts des Restprogramms mit nur noch vier Auswärtsspielen kann man am Kirchweg sehr hoffnungsvoll in die zweite Saisonhälfte gehen.

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