Acht neue und acht verbliebene Mannschaften treten ab heute in der 1. Fußball-Kreisklasse gegeneinander an Viele unbekannte Gesichter

Landkreis Diepholz. In der 1. Fußball-Kreisklasse hat sich einiges getan: Mit sechs Auf- und zwei Absteigern besteht die Liga zur Hälfte aus neuen Teams.
05.08.2015, 00:00
Lesedauer: 6 Min
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Von Ole Haukenfrers

In der 1. Fußball-Kreisklasse hat sich einiges getan: Mit sechs Auf- und zwei Absteigern besteht die Liga zur Hälfte aus neuen Teams. Schon heute Abend startet mit dem FC AS Hachetal der erste Neuling gegen den TVE Nordwohlde in die neue Spielzeit, wobei der erste Spieltag bis Dienstag andauert. Während Hachetal und die restlichen Aufsteiger um den Klassenerhalt kämpfen, möchte der TSV Neubruchhausen hoch hinaus und um den Aufstieg mitspielen. Konkurrenz werden die Neubruchhauser wohl vor allem von den Absteigern des TuS Lemförde bekommen, die als Titelfavorit in die neue Saison gehen.

FC AS Hachetal

Kevin Krämer war in der vergangenen Spielzeit die Lebensversicherung für den FC AS Hachetal. Mit 34 Toren schoss der Goalgetter sein Team aus der zweiten in die erste Kreisklasse, wo der FC nach dem direkten Wiederaufstieg vorerst verbleiben möchte. „Klassenerhalt“ lautet das diesjährige Saisonziel von Trainer Hartmut Lammertz, der mit seiner Mannschaft heute Abend um 19:30 Uhr gegen den TVE Nordwohlde die neue Spielzeit eröffnen wird. Der Kader ist Lammertz weitgehend erhalten geblieben und wurde lediglich von Spielern aus der A-Jugend komplettiert. Dennoch wurde die Generalprobe verpatzt: mit 2:3 verlor Hachetal gegen den TSV Schwaförden aus der 2. Kreisklasse, und selbst der Coach gestand ein, dass die Vorbereitung „eher durchwachsen“ lief.

TVE Nordwohlde

Auch der kommende Gegner vom FC AS Hachetal setzt ganz auf den eigenen Nachwuchs. Der 20-Mann-Kader besteht zur Hälfte aus ehemaligen A-Jugendlichen, kein Spieler wurde von einem anderen Verein geholt. „Alle machen voll mit!“, freut sich auch der neue Trainer Frank Fischer, der vergangene Saison noch den SV Heiligenfelde coachte. Mit dem TVE möchte Fischer vorerst auf einem einstelligen Tabellenplatz landen, um die Grundlage für das mittelfristige Ziel „Aufstieg“ herzustellen. Die Ergebnisse der Testspiele können sich sehen lassen: Nur eine von vier Partien gegen Kreisligisten ging verloren, wobei der TVE gute Ansätze zeigte.

SV Dreye

Nicht besonders erfreulich waren die Vorbereitungsergebnisse hingegen für den SV Dreye. Mit 1:5 flog der Kreisliga-Absteiger gegen den Kreisliga-Aufsteiger vom Barnstorfer SV in der ersten Runde raus, und auch abseits von den Ergebnissen muss in Dreye noch viel Aufbauarbeit geleistet werden. „Wir sind noch nicht auf dem Stand unserer Gegner und werden wohl auch nicht oben mitspielen“, meint Dreyes Spielertrainer Sven-Eric Heise. Nach dem klaren Abstieg spielt der direkte Wiederaufstieg vorerst also keine Rolle. „Es ist ein Neuanfang geplant“, so der Coach, der unzählige Abgänge verkraften musste. Dennoch überzeugte Heise mit Daniel Speer, Mischa Piepke und Malte Erlebach drei ehemalige Dreyer, die in der kommenden Saison wieder ihre Schuhe für den SV Dreye zu schnüren.

TuS Sudweyhe II

Schon am dritten Spieltag treffen Speer, Piepke und Erlebach auf ihre ehemaligen Mitspieler. Zu Gast in Dreye ist dann der TuS Sudweyhe II, der als Aufsteiger in die Vorsaison ging und in der Kreisklasse oben mitspielte. „Wir sind sehr zufrieden mit der vergangenen Spielzeit und möchten auch in diesem Jahr vorne angreifen“, sagt TuS-Trainer Arne Janßen. Die Ergebnisse der Testspiele fielen fast durchweg positiv aus und im Pokal zog man mit einem schmeichelhaften 1:0 beim TSV Aschen in die nächste Runde ein. „Das Ergebnis würde ich mir auch für den Auftakt wünschen“, verrät Janßen, dessen Team durch Marc Röpke (SC Weyhe) und Tobias Grahl (MTV Riede II) verstärkt wurde. Erst am Dienstagabend ist Sudweyhe zu Gast beim TSV Neubruchhausen, der hochmotiviert und vor allem ambitioniert in die Saison geht.

TSV Neubruchhausen

„Wir wollen die Spielzeit auf dem ersten bis fünften Tabellenplatz beenden“, lautet das Saisonziel von Marco Wisloh, Trainer des TSV Neubruchhausen. Noch in der vergangenen Spielzeit landete sein Team auf dem elften Rang und entkam gerade noch dem Abstieg. Doch der Kader war stets von Verletzungen geplagt und Wisloh fehlte ein echter Assistent. Nun steht Christan Meyer dem Coach zur Seite, während die Mannschaft weitgehend unverändert blieb. Julian Dannemann, Frederik Wisloh, Nico Krabbes und Nick Wittgrefe schafften den Sprung aus der A-Jugend und wollen das Team nun bei seinen ambitionierten Zielen unterstützen. „Die Vorbereitung war gut, und auch die Stimmung im Team ist super. Die Saison kann also kommen“, lautet die Kampfansage des Trainers.

TSV Ristedt

Deutlich bescheidener lautet da schon das Saisonziel des TSV Ristedt, der in der vergangenen Spielzeit sogar noch besser als Neubruchhausen abschnitt. „Wir wollen nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben!“, erklärt TSV-Coach Bernd Schebitz, dessen Team am Sonntag gegen Meisterschaftskandidat TuS Lemförde startet. Im Pokal besiegte Ristedt mit einer Rumpftruppe bereits den TSV Süstedt mit 1:0, am kommenden Wochenende kann Schebitz voraussichtlich aber aus dem Vollen schöpfen. Eckpfeiler Sascha Otten hat seine Verletzung überstanden und möchte seinen Teil zum Vorhaben in dieser Saison beitragen. Verzichten muss Ristedt hingegen auf Martin und Alexander Wolf, die ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt haben.

TSV Weyhe-Lahausen II

Nach einem Jahr der Abstinenz schaffte Lahausen den direkten Wiederaufstieg. „Wir sind unglaublich froh, dass es sofort mit dem Aufstieg geklappt hat“, äußert sich Lahausens Trainer Qui Ly. Trotz vieler Verletzungen belegte sein Team souverän den zweiten Platz und bereitet sich seit sechs Wochen auf die neue Spielzeit vor. Neben fünf Spielern aus der A-Jugend verstärken die ehemaligen Erste-Herren-Spieler Christian Haas und Christopher Böttjer die zweite Mannschaft, während Matthias Wagner fortan die Alte Herren unterstützen wird. Insgesamt zählt der Kader stolze 26 Spieler. „Wir sollten mit dieser Mannschaft mithalten und am Ende auch einen Mittelfeldplatz erreichen können“, ist Ly zuversichtlich.

SV Mörsen-Scharrendorf II

Erst seit Juli trainiert Timo Röseler die Zweite Herren und tritt damit in die Fußstapfen von Andre Sander, der seinen Trainerposten aus privaten Gründen abgab. Die kurze Zeit nutzte Röseler intensiv und stellte taktisch auf Viererkette um. Vor allem das Kurzpassspiel liegt Röseler am Herzen – und die Ergebnisse sprechen für ihn. Keines der vier Testspiele ging verloren, auch im Pokal besiegte die Bezirksliga-Reserve den SV Ülkemspor mit 13:1. Dennoch bleiben die Verantwortlichen auf dem Boden: „Wir können wahrscheinlich schon mithalten, aber die anderen Teams sind uns sicher in punkto Erfahrung einen Schritt voraus“, so Röseler über sein junges Team. Als Routiniers unterstützen Steffen Hoppe und Vedran Brcina aus der Dritten Herren das Team, um am Ende die Klasse zu halten.

TV Stuhr II

Wilfried Aderhold geht als Trainer der Stuhrer bereits ins fünfte Jahr und auch der Rest des Teams ist zu einer echten Einheit zusammengewachsen. „Die meisten kennen sich schon eine Weile, alle halten super zusammen!“, schildert der Coach. Als Drittplatzierter schafften die Stuhrer in der vergangenen Saison gerade so den Aufstieg, sodass vorerst einmal der Klassenerhalt gesichert werden soll. Für dieses Vorhaben schnürt das Team bis zu vier Mal wöchentlich die Fußballschuhe, wobei die Ergebnisse überwiegend durchwachsen waren: Nachdem der TV Stuhr II bei der Sportwoche bei Borussia Delmenhorst drei Niederlagen kassiert hatte, setzte sich das Team immerhin im Pokal gegen den klassentieferen TSV Heiligenrode durch (3:2). Mit einem Kader von 18 Akteuren, der bislang nur von Spielern aus der Dritten Herren komplettiert wurde, steht dem Aufsteiger wohl eine schwere Saison bevor.

SV Heiligenfelde II

Personelle Veränderungen gab es in Heiligenfelde einige, wobei die meisten Spieler im Verein rotierten: Der ehemalige Kapitän Nils Lange unterstützt fortan die Alte Herren, während Christian Zawidzki in dieDritte wechselte. Besonders hart dürfte Trainer Dennis Thalmann der Abschied von Torjäger Daniel Köhler sowie Marvin Godesberg fallen, die nun für die Erste Herren kicken. Thalmann selbst gibt sich jedoch gelassen: „Wir sind so gut aufgestellt wie letzte Saison“, meint der Coach. Verstärkt wird sein Team durch Rückkehrer Stefan Zawidzki, Edgar Fleitling aus der Dritten sowie Torben und Dennis Schumacher vom TVE Nordwohlde. Mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage verliefen die Testspiele durchwachsen, wobei der SVH im Pokal mit 4:0 über den TSV Drentwede siegte. Für die kommende Saison gibt Dennis Thalmann einen einstelligen Tabellenplatz vor.

FC Gessel-Leerßen

Mit mehr als 100 geschossenen Toren stieg der Neuling Nord-Meister auf – und er wird auf Anhieb gefordert sein, geht es zum Auftakt zum Süd-Meister SV Friesen Lembruch. Schon jüngst im Pokal trafen die Teams aufeinander, wobei der Lembrucher im Elfmeterschießen mit 7:5 gewannen. Abgesehen vom frühen Ausscheiden waren die Ergebnisse der Vorbereitung aber recht ordentlich: Mit einem 1:1 gegen den TSV Bassum und einem 0:0 beim TuS Neuenkirchen blieb man gegen zwei Bezirksligisten ungeschlagen, wobei die Resultate für Mirko Hase vorerst zweitrangig sind. „Der Spaß steht bei uns im Vordergrund“, erklärt der Sportdirektor. Daher hat die Elf von Coach Malte Ulrich für die neue Klasse auch keine Platzierung ausgegeben, was jedoch keineswegs heißt, dass der FC Gessel-Leerßen ohne Ambitionen in die Spielzeit geht. „Wir wollen das Überraschungsteam der Liga werden“, verrät Hase.

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