Hallensportfest der Dortmunder TG

Vielseitigkeit anstatt Spezialisierung

Einen sehr guten Einstand in die Saison hat Fünfkampf-Landesmeister Erik Hoffmann von der SG Marßel gefeiert.
06.02.2018, 08:40
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann
Vielseitigkeit anstatt Spezialisierung

Erik Hoffmann

frei

Marßel. Einen sehr guten Einstand in die Saison hat Fünfkampf-Landesmeister Erik Hoffmann von der SG Marßel gefeiert. Beim Hallensportfest der Dortmunder TG glänzte er mit 7,25 Sekunden als Vierter im 60-Meter-Finale der Männer. Beugen musste er sich nur Daniel Hoffmann, dem amtierenden deutschen 100-Meter-Meister der U 23, dem niederländischen Topjunior Gennaro Biswane und dem Dortmunder Sprint-As Tobias Vogt.

„Das macht Appetit auf mehr“, freute sich Trainer Gerold Christen mit seinem Schützling. Dass es mehr werden kann, hatte Hoffmann bereits im Vorlauf angedeutet, als er nach 7,20 Sekunden die Ziellinie überquerte. Seine gute Frühform bestätigte Hoffmann mit der persönlichen Bestleistung im Weitsprung von 6,37 Metern. Dies war gleichbedeutend mit dem dritten Platz in einer starken Konkurrenz.

„Gerold Christen ist es gelungen, rund um Erik Hoffmann ein sehr vielseitiges Männer-Team aufzubauen“, frohlockte Marßels Betreuer Michael Lühmann. Marcel Döge, Jan Kleinekathöfer und Philip von Estorff zeigten in Dortmund ihre Sprint-Qualitäten, blieben über 60 Meter alle unter acht Sekunden und stürmten gemeinsam mit Erik in 1:38,14 Minuten zum 4x200-Meter-Staffelsieg. „Mit dem Staffelsieg haben sie eindrucksvoll demonstriert, was für ein homogenes Team sie sind“, sagte Christen. Das Team solle auch in Zukunft bei den Mannschaftswettkämpfen aufhorchen lassen.

Für ein erstes Ausrufezeichen sorgte auch Rebecca Christen bei den Frauen-Wettkämpfen. Mit 5,04 Metern setzte sie im Weitsprung ihre seit Monaten anhaltende Serie von Fünf-Meter-Sätzen fort. Diese Leistung stellen wie ihre 60-Meter-Sprintleistung von 8,71 Sekunden und ihr Kugelstoßergebnis von 8,56 Metern für ihren Trainer und Vater Gerold Christen einen klaren Fingerzeig dar: „Rebecca ist ein Muster an Konstanz. Das wird sich bei den Mehrkampf-Meetings im Sommer auszahlen.“

Die Basis für einen guten Sommer wird bekanntlich schon im Winter gelegt. Dieser Grundsatz gilt seit Jahren auch bei den Leichtathleten der SG Marßel. Deshalb hatte Gerold Christen seine Schützlinge wieder zum Trainingslager an den Leistungsstützpunkt Hannover geladen. Schließlich wollen seine Aktiven an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen. Darüber, dass es sich dabei um ein sehr ambitioniertes Ziel handelt, ist sich auch Gerold Christen im Klaren: „Viel mehr als der Gewinn der Fünfkampf-Landesmeisterschaft durch Erik Hoffmann, der Vizetitel im Fünfkampf durch Rebecca Christen sowie die Top-Ten-Plätze der beiden wie auch der Männer-Mannschaft unter den deutschen Leichtathletik-Fünfkämpfern lässt sich für einen kleinen Verein kaum erreichen.“

Auch wenn Titel nicht programmiert werden könnten, würde der Klub ähnliche Triumphe auch in diesem Jahr anstreben. „Ob es für den Einzelnen aufs Treppchen geht, hängt von vielen Faktoren ab. Wir wollen vor allem aber wieder sehr starke Teams ins Rennen schicken“, betonte Christen. Das Gerüst des Männerteams bilden neben Erik Hoffmann Jan Kleinekathöfer, Philip von Estorff und Justin Frost. Die Korsettstangen des Frauenteams sind Rebecca Christen und Karen Jendrek. Die Ausrichtung auf die Mannschaften verdeutlicht laut Gerold Christen die Marßeler Philosophie: „Gegenüber großen Vereinen fehlen uns die Kapazitäten zur Spezialisierung des Einzelnen. Wir stehen deshalb für die Vielseitigkeit der Leichtathletik.“ In Bremen-Nord habe sich die SGM auch zur Nummer eins in der Kinder- und Jugend-Leichtathletik gemausert. Im Wettkampfbereich sei im gesamten Stadtgebiet nur der SV Werder Bremen erfolgreicher.

An der Spitze der Bestenlisten des Bremer Leichtathletikverbands tauchen mehrfach die Namen der Marßeler Athleten auf. Bente Hoffmann ist Jahresbeste im Drei- und Vierkampf der weiblichen Jugend U16, David Borisow bester Kugelstoßer, Diskus- und Speerwerfer der männlichen Jugend U18, Charlotte Hesse erfolgreichste Drei- und Vierkämpferin der Mädchen W13, gefolgt von ihrer Trainingspartnerin Franka Zidlicky. Wurftalent Tomke Seggermann liegt zudem an der Spitze der Drei- und Vierkämpferinnen der Mädchen W12. Zudem dominierte die SGM-U12-Mannschaft in sämtlichen Staffel- und Mehrkampfteamwertungen.

„Die SGM und Gerold Christen wollen sich auf den Erfolgen aber nicht ausruhen. Die Älteren sollen den Jüngeren zum Vorbild werden und den Spaß am Sport vermitteln. So lauten die langfristigen Ziele“, ließ Michael Lühmann wissen.

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