Instabile Defensive rächt sich Vilsen II: Viel zu viele Gegentreffer

Bruchhausen-Vilsen. Der Abstiegskampf in der Fußball-Kreisliga A hatte für den SV Bruchhausen-Vilsen II schon begonnen, als die Saison gerade erst in den Startlöchern stand. "Wir sind zwar mit einem Sieg gestartet, aber dann folgte eine schwarze Serie von sechs Niederlagen . Und diese Serie war bereits der Anfang vom Ende", erklärt Trainer Hartmut Schmidt nach einem Abstieg, der folgerichtig lange vor dem finalen Spieltag besiegelt war.
15.07.2011, 05:00
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Von Henning Reinke

Bruchhausen-Vilsen. Der Abstiegskampf in der Fußball-Kreisliga A hatte für den SV Bruchhausen-Vilsen II schon begonnen, als die Saison gerade erst in den Startlöchern stand. "Wir sind zwar mit einem Sieg gestartet, aber dann folgte eine schwarze Serie von sechs Niederlagen . Und diese Serie war bereits der Anfang vom Ende", erklärt Trainer Hartmut Schmidt nach einem Abstieg, der folgerichtig lange vor dem finalen Spieltag besiegelt war.

Nicht nur wegen des sich frühzeitig abzeichnenden Abstiegs hatte sich Schmidt kurz nach der Winterpause dazu entschlossen, sein Engagement am Saisonende zu beenden und diesen Entschluss auch allen Beteiligten mitgeteilt. "Ich hatte das Team sieben Jahre unter meinen Fittichen, davon die letzten drei in der Kreisliga A", so der Coach, der als Aktiver im Trikot des TSV Süstedt und des SV Bruchhausen-Vilsen kickte. Die Vilser begannen die Saison so, wie sie die davor beendet hatten. "Da waren wir gerade noch mit einem blauen Auge davongekommen, hatten uns aber dennoch für diese Saison einen einstelligen Tabellenplatz vorgenommen." Aber die nahezu unveränderte Elf war mit dieser Zielsetzung offenbar überfordert und stand gleich mit dem Rücken zur Wand. "Ein derartiger Fehlstart lag außerhalb meines Vorstellungsvermögens", räumt Schmidt ein.

Nicht vorstellen konnte sich der Trainer auch das Ausmaß der Personalnöte, mit denen er sich frühzeitig und dann regelmäßig konfrontiert sah. So standen mit Mirko Müller und Kai Schiffbach zwei wichtige Offensivkräfte lange auf der Ausfallliste, während Torjäger Sebastian Glade ständig unter wechselnden Blessuren litt, kaum trainierte und nur sporadisch spielte. Das Verletzungspech dezimierte auch die Defensivabteilung: Stephan Dahnke ebenso wie Waldemar Daubert. Ganz böse erwischte es Malte Dorsch mit einem Meniskus- und Kreuzbandriss. "Alternativen waren Fehlanzeige, der Kader musste mit Spielern aus der dritten Garnitur notdürftig stabilisiert werden. Aber unsere Dritte spielt nur in der 3. Kreisklasse, da liegen Welten dazwischen", beschreibt Schmidt seine Sorgen. "An ein eingespieltes Team war unter diesen Umständen nicht zu denken."

Immerhin konnten sich die Vilser von ihrem Fehlstart einigermaßen erholen und hatten nach zwölf Partien wieder festen Boden unter den Stollen. Zu diesem Zeitpunkt lagen Mannschaften wie der TuS Varrel und der spätere Vizemeister und Aufsteiger TSV Weyhe-Lahausen hinter den Schmidt-Mannen. Doch der Rückfall ließ nicht lange auf sich warten. Vor allem in der Rückserie kam es knüppeldick. "Da haben wir nur noch drei Spiele, das erste davon am 26. Spieltag, gewonnen. Da war aber jeder Hoffnungsfunken bereits erloschen", so Schmidt. Und der Trainer hatte allen Grund, einigen durchaus möglichen Punkten nachzutrauern. "Da waren Niederlagen dabei, die durften nie und nimmer passieren. Aber irgendwer leistete sich immer einen Klopfer, die in schöner Regelmäßigkeit bestraft wurden. Dann maulte die Abwehr mit den Stürmern, die oft das leere Tor nicht trafen, und die Stürmer revanchierten sich mit dem Hinweis auf eklatante Abwehrschnitzer", so Schmidt.

Den schwarzen Peter hatte aber letztlich die Defensive. "77 Einschläge sind natürlich viel zu viel, in der Saison zuvor waren es nur 58", rechnet Schmidt vor und kommt zu dem Urteil: "Hinten haben wir eigentlich immer gewackelt." Nicht nur deshalb sagt er jetzt: "Ich bin erst einmal froh über eine Pause, da kann ich den Akku wieder aufladen und mir später Gedanken über ein Comeback als Trainer machen. Am liebsten natürlich beim SV Bruchhausen-Vilsen, dann könnte ich die 800 Meter zum Sportplatz wieder mit dem Rad fahren."

So viel zur Zukunft. Gefordert ist Schmidt aber auch in der Gegenwart, denn kürzlich wurde er zum zweiten Mal Vater. "Wieder eine Tochter." Und über eine Ehrung durfte sich Schmidt auch noch freuen, denn er wurde auf dem NFV-Kreistag mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

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