Bornreihe verliert nach guter erster Halbzeit völlig die Ordnung und unterliegt Bersenbrück mit 1:3 Vogelwilde „Moorteufel“

Bornreihe. Die Fußballer des SV Blau-Weiß Bornreihe bekommen es einfach viel zu selten hin, zwei starke Halbzeiten auf Oberliganiveau zu spielen. Im ersten Durchgang hatte das Team gegen den TuS Bersenbrück den Matchplan der Coaches Bernd Böschen und Andre Lütjen sehr gut umgesetzt, in der Defensive wenig zugelassen und eine völlig verdiente 1:0-Führung mit in die Kabine genommen.
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Vogelwilde „Moorteufel“
Von Werner Maaß

Bornreihe. Die Fußballer des SV Blau-Weiß Bornreihe bekommen es einfach viel zu selten hin, zwei starke Halbzeiten auf Oberliganiveau zu spielen. Im ersten Durchgang hatte das Team gegen den TuS Bersenbrück den Matchplan der Coaches Bernd Böschen und Andre Lütjen sehr gut umgesetzt, in der Defensive wenig zugelassen und eine völlig verdiente 1:0-Führung mit in die Kabine genommen. Doch nach dem Seitenwechsel war von alledem nichts, aber auch gar nichts mehr zu sehen. Die Blau-Weißen lieferten ein katastrophales Umschalten von Angriff auf Abwehr ab. Am Ende waren die „Moorteufel“ mit der 1:3-Niederlage vergleichsweise sogar noch gut bedient.

Zunächst das Erfreuliche: Die Leistung in den ersten 45 Minuten war sehr ansprechend. Das Team agierte nicht spektakulär, wohl aber effektiv mit einer sehr niedrigen Fehlerquote. „Wir wussten, dass die im Umschaltspiel richtig gut sind. Wir haben das aber in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht und nichts zugelassen“, fand Andre Lütjen völlig zurecht lobende Worte für das Team. Die Räume wurden zugestellt, die beiden Viererketten mit Christian Leopold als Bindeglied dazwischen arbeiteten gut zusammen und in der Spitze setzte Jascha Stern immer wieder Nadelstiche.

Eine der wenigen Torchancen nutzte Blau-Weiß nach 35 Minuten zur 1:0-Pausenführung. Christian Leopold hatte einen Freistoß von kurz hinter der Mittellinie vor das Tor gegeben. Der nach vorne geeilte Innenverteidiger Tino Brünjes köpfte zu Torben Poppe, der die Kugel ebenfalls per Kopfball in die Maschen beförderte.

Gleich nach Wiederbeginn brach das ganze zuvor so stabile taktische Gebilde zusammen wie ein Kartenhaus. Bersenbrück fuhr Angriffswelle auf Angriffswelle auf das Bornreiher Tor zu, und die Treffer waren die logische Konsequenz. Der im ersten Abschnitt gar nicht in Erscheinung getretene Bersenbrücker Goalgetter Emil-Gabriel Jula drosch die Kugel humorlos zum Ausgleich unhaltbar unter den Querbalken (50.).

Jene Ordnung, für die die Bornreiher in der Halbzeit beim Gang in die Kabinen viel Lob bekommen hatten, war längst auf der Strecke geblieben. Immer wieder brachte sich das Team mit leichten und völlig unnötigen Ballverlusten selbst in Bedrängnis. Und das Umschaltspiel in die Defensive war zeitweise katastrophal, manchmal sogar chaotisch. Sicherlich verfügten die Gäste über mehr Potzenzial, Bornreihe machte es den Bersenbrückern aber auch oftmals viel zu einfach, zum Abschluss zu kommen.

Auch das Tor zur 2:1-Führung ging auf das Konto des 36 Jahre alten Emil-Gabriel Jula, der seine ganze Erfahrung aus den Einsätzen in der Bundesliga für Energie Cottbus und den MSV Duisburg ausspielte und den Ball am herausstürzenden Schlussmann Daniel Griesbach vorbei mit der Fußspitze ins Tor beförderte (62.).

Nur sechs Minuten später folgte der nächste Tiefschlag. Und der war hausgemacht. Dennis Klindworth trottete aufreizend lässig dem Ball hinterher, ehe sein Gegenspieler an ihm vorbeisprintete. Klindwort holte dann den Bersenbrücker mit einer harten Grätsche von den Beinen, noch dazu direkt vor der Bank der Gäste. Die Gelb-Rote Karte war ebenso angemessen wie überflüssig. „Unclever“ – der Kommentar von Bernd Böschen war gleichermaßen kurz wie treffend.

Bornreihe ging längst auf dem Zahnfleisch, ein energisches Aufbäumen blieb aus, dazu fehlte es an allen Ecken und Enden. Vor allem ein Artur Degtjarenko hätte dem Team mit seiner spielerischen Klasse gut zu Gesicht gestanden, der Mittelfeldmann fehlte aber verletzt. So kam das Tor zum 3:1-Endstand dem Gnadenstoß gleich. Sandro Heskamp hatte aus spitzem Winkel unhaltbar in den Knick getroffen (77.).

„Wir wissen, dass wir mehr rennen und mehr Wege machen müssen als der Gegner. Wir haben in der zweiten Halbzeit die Räume nicht mehr schließen können. Und so sind die ins Laufen gekommen“, sagte ein ernüchterter Trainer Andre Lütjen.

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