Volleyball-Verbandsliga

VG-Frauen mit Luft nach oben

Die VG Delmenhorst-Stenum hat zwar keine sonderlich starke Saison gespielt, aber zumindest die Klasse gehalten. Insgesamt fehlte die Konstanz.
18.03.2020, 12:36
Lesedauer: 3 Min
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VG-Frauen mit Luft nach oben
Von Justus Seebade
VG-Frauen mit Luft nach oben

Für Kapitänin Jennifer Dittmar (am Ball) und die VG Delmenhorst-Stenum verliefen die vergangenen Monate durchwachsen.

INGO MÖLLERS

Wirklich zufrieden ist Thorsten Preis nicht. Wenn er auf die vergangenen Monate in der Volleyball-Verbandsliga der Frauen blickt, fällt das Fazit des Trainers der VG Delmenhorst-Stenum nicht komplett negativ, aber eben auch nicht sonderlich positiv aus. „Wir sind am unteren Level der Möglichkeiten geblieben“, meinte Preis bereits nach dem jüngsten Auswärtsspiel gegen Bremen 1860 II, das sein Team mit 3:1 gewann. Damit machten die VG-Frauen den Klassenerhalt perfekt.

Eigentlich war für den vergangenen Sonnabend noch die Partie bei der SVG Lüneburg angesetzt, doch die Saison wurde aufgrund des Coronavirus einen Spieltag vor dem Ende abgebrochen. Somit stehen für Delmenhorst-Stenum sieben Siege aus 15 Duellen zu Buche, mit 21 Punkten belegt das Team in der Neunerstaffel zum Abschluss den sechsten Rang und steht damit unmittelbar vor dem Relegationsplatz. Der Vorsprung auf den Siebten Geestemünder TV beträgt neun Zähler. Allerdings hat der GTV ein Spiel weniger absolviert. Den Ligaverbleib hatten die Delmenhorsterinnen aber bereits sicher, sodass sie den Abschluss ohne Druck hätten angehen können.

Die Partie in Lüneburg hätten sie gerne noch bestritten, doch die Coronakrise hat eben auch im Volleyball dafür gesorgt, dass der Betrieb vorzeitig eingestellt wurde. „Das ist auch okay so. Wir stehen alle in der Pflicht“, sagt Thorsten Preis. In seiner Saisonbilanz urteilt er, dass seine Schützlinge ihr Potenzial nicht ausgeschöpft haben. „Wir haben das Niveau, das die Mannschaft theoretisch spielen kann, nicht erreicht“, befindet der Coach. Er vermutet, dass nach dem Abstieg aus der Oberliga und dem Rücktritt des langjährigen Trainers Kai Stöver vieles auch Kopfsache gewesen sei. „Deswegen war es ein bisschen eine Achterbahnfahrt.“

Bereits die Voraussetzungen vor dem Saisonstart waren nicht gerade die besten. Bevor er das Traineramt übernahm, habe sich die Mannschaft in einem kleinen Loch befunden, die Trainingsintensität sei nicht so hoch gewesen, erklärt Preis. Zu Beginn seiner Tätigkeit habe man daher an den Grundlagen wie etwa Kondition arbeiten müssen. „Das geht natürlich zulasten von Taktik und Technik“, merkt Preis an. Zudem fielen einige Spielerinnen aus.

Die VG-Volleyballerinnen starteten dennoch mit einem Erfolg in die Saison. In Geestemünde setzten sie sich knapp mit 3:2 durch. Überhaupt war es eine Stärke der Delmenhorsterinnen, dass sie sich gegen die Konkurrenten, die nun auch in der verfrühten Abschlusstabelle hinter ihnen stehen, stets behaupteten. Gegen Geestemünde, Bremen 1860 II und den VfL Westercelle fuhren sie ausnahmslos Siege ein. In diesen Begegnungen rief das Team seine Qualität ab. Ein Überraschungssieg gegen eine Spitzenmannschaft gelang ihm jedoch nicht. „Dafür hat es nicht gereicht“, sagt Preis.

Nach dem Auftakterfolg folgten zwei Niederlagen und zwei Siege, ehe die VG fünf Pleiten in Serie kassierte. Danach gelang ihr aber die Kehrtwende. Innerhalb von drei Wochen standen zwei Heimspieltage mit insgesamt vier Spielen auf dem Programm, von denen Kapitänin Jennifer Dittmar und Co. drei für sich entschieden. Somit sah es in Sachen Klassenerhalt schon gut aus. Mit dem Sieg bei Bremen 1860 II entledigten sie sich aller Abstiegssorgen.

Glatt mit 3:0 gewann Delmenhorst-Stenum insgesamt dreimal. Der Erfolg in eigener Halle über den TSV Buxtehude-Altkloster war für Preis das Highlight der Spielzeit. „Das war ein souveräner Auftritt gegen eine spielstarke Mannschaft. Das wäre mein Gradmesser gewesen, das, woran ich mich gerne orientieren würde.“ Auch gegen den Meister VC Nienburg habe sein Team zu Hause zwei gute Sätze hingelegt. Letztlich fehlte alles in allem aber die Konstanz. Ein passendes Beispiel hierfür ist der Heimspieltag vom 8. Februar, als die VG nach einem glatten 3:0 gegen Geestemünde ebenso deutlich dem TV Bremen-Walle 1875 unterlag und dabei im ersten Satz mit 5:25 unter die Räder kam.

Da die Sporthallen aufgrund der Coronakrise erst mal gesperrt sind, können die Delmenhorsterinnen nun vorerst nicht trainieren. Auch eine geplante Sichtung fällt aus, soll aber nachgeholt werden. Da zwei Akteurinnen künftig nicht mehr zur Verfügung stehen und bei Jennifer Schaar noch nicht feststeht, ob sie weitermachen kann, wären Verstärkungen willkommen. Immerhin bleibt das Gros des Aufgebots zusammen. „Mein Anspruch wäre, mit einem etwas größeren Kader, wenn möglich mit zwölf Spielerinnen in die Saison zu gehen“, sagt Preis. Grundsätzlich besteht seinerseits Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit: „Wenn der Rest sich ergibt, würde ich zur Verfügung stehen.“

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