Blumenthals B-Junioren-Coach Klaus Rose hofft morgen auf einen Heimerfolg gegen den St. Pauli-Nachwuchs "Vom Ausfall nicht so begeistert"

Mit vereinten Kräften kämpft der Blumenthaler SV in der Fußball-B-Junioren-Regionalliga Nord um den Klassenerhalt. Vor dem morgigen Heimspiel gegen den FC St. Pauli II (Beginn 13 Uhr) unterhielt sich unser Redakteur Olaf Schnell mit dem BSV-Trainer Klaus Rose.
12.03.2011, 05:00
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Mit vereinten Kräften kämpft der Blumenthaler SV in der Fußball-B-Junioren-Regionalliga Nord um den Klassenerhalt. Vor dem morgigen Heimspiel gegen den FC St. Pauli II (Beginn 13 Uhr) unterhielt sich unser Redakteur Olaf Schnell mit dem BSV-Trainer Klaus Rose.

Die letzte Auswärtspartie beim Vorletzten FC Angeln 02 fiel aus. Passte Ihnen das überhaupt ins Konzept?

Klaus Rose: Wir hätten sehr gerne in Angeln gespielt, weil die ganz schlecht aus der Winterpause gestartet sind. In Oldenburg verloren sie mit 1:3 und das Nachholspiel gegen Eichede mit 0:2. Von daher konnten sie in diesen beiden Begegnungen kein Selbstvertrauen holen. Aufgrund der letzten guten Spiele hätten wir so vielleicht die Rote Laterne an Angeln abgeben können. Aus diesem Grunde waren wir von diesem Ausfall nicht so begeistert.

Nun müssen Sie gegen die Hamburger ran, die mit Platz neun in Reichweite sind. Da sollte wie zuletzt gegen den Hamburger SV II doch wieder ein Sieg herausspringen, oder?

Wir haben im Hinspiel gegen St. Pauli gezeigt, dass wir mit denen auf Augenhöhe sind. Das ist ein sehr spielstarker Gegner, wenn man die Hamburger aber in die Zweikämpfe verwickelt oder aus einer kontrollierten Defensive nach vorne spielt, sind die Gäste im Abwehrbereich anfällig. Allerdings haben sie mit dem 7:2 in Bremerhaven gezeigt, dass sie nach vorne hin sehr stark sind.

Die Nachwuchsspieler vom Kietz sind auswärts nicht besonders torhungrig (16 Treffer) und kassierten bereits 13 Gegentore. Da können sich die heimischen Fans vielleicht doch auf einen etwas offensiveren Blumenthaler SV einstellen, oder nicht?

Von unserer Grundeinstellung sind wir doch schon offensiv ausgerichtet, spielen mit einem 4:5:1-System, sodass Hevidar Selle als einzige Spitze aufläuft. Dahinter haben wir allerdings mit Nico Geiseler, Philip Schönewolf und Alexander Eirich drei Stürmer versteckt. Dieses Trio soll Hevidar in der Spitze unterstützen und flexibel agieren. Das hat gegen den HSV, Oldenburg und gegen Wolfsburg bis zur 72. Minute sehr gut geklappt. Das offensive Spiel nach vorne richtet sich auch danach, dass man im Mittelfeld sein 1:1-Duell gewinnen muss, um offensiv werden zu können.

Warum klappt es ausgerechnet vor heimischer Kulisse nicht mit einem Happy End ihrer Mannschaft?

Gegen Hannover haben wir zu Hause doch mit 1:0 gewonnen und gerade gegen Wolfsburg und auch gegen Bremerhaven bewiesen, dass wir daheim stark nach vorne und auf Sieg spielen können - ohne taktische Zwänge. Mit drei Stürmern werden wir kein Glück haben, das kann die Mannschaft nicht. Unsere Stärke liegt schon im defensiven Bereich und dann können wir mit Nadelstichen vorne den Gegner auskontern. Allerdings dürfen wir nicht so offensiv agieren, wie gegen Werder - das darf nicht passieren.

Ihr Team muss nun einfach an den 3:2-Hinspielerfolg gegen die Hamburger denken, oder?

Ja, genau. Das hat es ja schon bestens geklappt. Wir müssen das Mittelfeld gut zu stellen, dicht gestaffelt den gegnerischen Spielaufbau verhindern, um zum Erfolg zu kommen.

Hand aufs Herz. Ihre Mannschaft absolviert noch neun Begegnungen. Zum rettenden zehnten Platz, Hannover 96 II, sind es bereits elf Punkte. Wie soll das mit dem Klassenerhalt denn noch klappen?

In der vergangenen Saison konnte sich der Elftplatzierte Hamburger SV II retten, weil Concordia Hamburg in die Bundesliga aufstieg. Bremerhaven hat 20 Punkte. Wir versuchen nun, an die Seestädter noch heranzukommen, vielleicht haben wir eine Fifty-Fifty-Chance. Aber es wird insgesamt ganz, ganz schwer, den Klassenerhalt zu schaffen.

Nehmen wir mal an, die Klasse wird nicht gehalten. Wie geht es bei den Blumenthaler B-Junioren weiter?

Die Planungen für die neue Saison müssen Michele Lapenna und ich mit unserem Jugendleiter Andreas Petersen noch besprechen und dann sieht man, wo der Weg hinführt. Viele Spieler kommen von auswärts, können aber die Regionalliga als Plattform nutzen, um sich selber präsentieren zu können. Das hat bei vielen gut geklappt. So nehmen Philip Schönewolf, Jan Wohltmann und Leon Heine am Training der Bremer U16-Landesauswahl teil.

Viele Spieler kommen von auswärts. Kann Blumenthal diese Akteure weiter an den Verein binden?

Dadurch, dass einige Akteure schon mit Bundesliga-Vereinen in Kontakt gebracht werden, kann man dieses zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen. Ich weiß, dass sich der Verein bemüht. Der BSV-A-Juniorentrainer Torsten Henneke hat schon einige Spieler angesprochen und auch Andreas Petersen versucht, noch ein schlagkräftiges B-Juniorenteam zu formieren. Allerdings haben Michele und ich entschieden, 13 Akteure in die A-Junioren zu schicken. Das war vor Saisonbeginn unser Auftrag, dass wir Spieler ausbilden. Wenn die A-Juniorenmannschaft den Sprung in die Regionalliga schafft, wird Torsten Henneke wohl auch eine sehr gute Qualität in seinem Kader haben.

Oder hoffen Sie vielleicht, dass die BSV-A-Junioren den Sprung in die Regionalliga schaffen?

Ja, auf jeden Fall. Der Verein ist ambitioniert und hat die Rahmenbedingungen geschaffen, um zum Beispiel die Fahrten nach Kiel, Braunschweig mit einem Reisebus zu bewältigen. Auch die Verpflegung war okay. Aber im Bereich der Finanzierung muss noch einmal nachgeladen werden, weil bestimmte Dinge manchmal dem Anspruch nicht genügen. Wenn man in die Regionalliga möchte, muss man dann finanziell auch konsequent unterstützen.

Man hat gehört, dass Sie vom Verein in einigen Situationen aber nicht genug unterstützt wurden. Stimmt das?

Der Verein kann bestimmte Dinge nicht ändern, obwohl sie sich bemüht haben. Wir trainieren ja in Lüssum auf dem Schlackeplatz. Haben dann im Frühjahr wie im Sommer wieder den Rasenplatz zur Verfügung - das war okay. Allerdings kommen wir zu selten auf den Kunstrasenplatz. Uns fehlt da schon etwas die Spielpraxis, weil wir dort nicht regelmäßig trainieren können. Aber uns ist auch klar, dass mit dem Blumenthaler SV und DJK Blumenthal zwei Vereine den Kunstrasenplatz nutzen. Da stößt man in Sachen Trainingszeiten an die Grenzen. Für Blumenthal wäre es natürlich eine tolle Sache, wenn der parallel zum Kunstrasenplatz platzierte Schlackeplatz ebenfalls mit einem Kunstrasen versehen wird. Gerade im Jugendbereich hat der BSV nämlich auch durch das Regionalligateam einen riesigen Zulauf.

Was macht Klaus Rose in der kommenden Saison?

Das kann ich noch nicht sagen. Ich habe noch ein Gespräch mit dem Jugendleiter Andreas Petersen. Allerdings stehen die Zeichen ein bisschen auf Abschied, aber da will ich mich noch nicht festlegen. Wenn sich ein guter Verein aus der näheren Umgebung, wie zum Beispiel in Bremen-Nord oder Bremerhaven melden würde, ist es durchaus eine Option als Herrentrainer dort zu arbeiten. Aber konkret habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Man kann aber davon ausgehen, dass ich in der nächsten Saison als Trainer im Einsatz bin.

Wie endet die Begegnung gegen den FC St. Pauli II?

Michele und ich haben beide ein Ergebnis im Kopf. Wir gewinnen gegen St. Pauli 2:0.

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